Portugal vereint auf wenigen hundert Kilometern eine außergewöhnliche Vielfalt: eine hügelige Hauptstadt voller Azulejo-Fassaden, UNESCO-gelistete Terrassenweingärten, ockerfarbene Klippen am Atlantik und mittelalterliche Dörfer, die die Zeit eingefroren zu haben scheint. Hier sind die 20 Erlebnisse, die das Beste des Landes zeigen, von den Ufern des Tejo bis zum westlichsten Punkt des europäischen Festlands. Wer Portugal mit anderen Sommerzielen vergleichen möchte, findet in unserem Guide Reisen im Sommer: Portugal, Kroatien, Norwegen hilfreiche Entscheidungshilfen.
Lissabon und Umgebung
1. Durch die Alfama schlendern und Fado erleben
Die Alfama ist Lissabons ältestes Viertel. Ihre gepflasterten Gassen schlängeln sich zwischen azulejo-verkleideten Fassaden, Holzläden und Miradouros (Aussichtsterrassen) hinunter zum Tejo, von denen man atemberaubende Blicke über die Stadt genießt. Abends laden die Casas de Fado zu Konzerten dieser schwermütigen Musik ein, die zum immateriellen UNESCO-Kulturerbe gehört. Wer Lissabon tiefer erkunden möchte, findet in unserem Guide Was tun in Lissabon eine ausführliche Auswahl an Aktivitäten und Adressen.

2. Belém entdecken: Turm, Kloster und Pastéis de Nata
Der Stadtteil Belém, flussabwärts am Tejo gelegen, beherbergt die emblematischsten Monumente des Zeitalters der Entdeckungen. Der Torre de Belém aus dem 16. Jahrhundert und das Hieronymus-Kloster, zwei Meisterwerke manuelinischer Architektur und UNESCO-Weltkulturerbe, lassen sich in wenigen Stunden besichtigen. Gleich nebenan bereitet die Antiga Confeitaria de Belém ihre berühmten Pastéis de Nata seit 1837 nach dem Originalrezept der Mönche zu. Der Praça do Comércio, die weitläufige Esplanade am Tejo, bildet den feierlichen Eingang zur Stadt.

3. Tagesausflug in den Naturpark Arrábida
Weniger als eine Stunde südlich von Lissabon birgt die Halbinsel Setúbal eine der unberührtesten Landschaften Portugals. Kalksteinklippen mit mediterraner Vegetation fallen steil in ein beeindruckendes Blaugrün. Die Strände von Galapinhos oder Portinho da Arrábida erreicht man mit dem Auto ab Setúbal oder per Boot ab der Marina.

Porto und das Douro-Tal
4. Die Ribeira erkunden und die Dom-Luís-I-Brücke überqueren
Das UNESCO-geschützte Ribeira-Viertel zieht sich mit seinen farbenfrohen Fassaden aus dem 18. und 19. Jahrhundert am Douro entlang. Die Dom-Luís-I-Brücke, 1886 vom Ingenieur Théophile Seyrig eingeweiht, verbindet Porto auf zwei Ebenen mit Vila Nova de Gaia. Vom oberen Deck bietet sich ein einzigartiger Blick auf beide Flussufer und die Weinkeller von Gaia, eines der ikonischsten Panoramen Portugals. In unserem Guide Was tun in Porto findest du alle Empfehlungen und Sehenswürdigkeiten im Detail.

5. Portwein verkosten und das Douro-Tal per Schiff erkunden
In Vila Nova de Gaia laden die großen Weingüter Taylor’s, Graham’s und Sandeman zu Führungen und Verkostungen ein. Das UNESCO-geschützte Douro-Tal erlebt man am eindrucksvollsten per Schiff oder Zug ab Porto: Die Terrassenweingärten bedecken die Hänge bis zum Horizont, durchsetzt von Quintas (Weingütern), die nach Voranmeldung besichtigt werden können.
Meine Portugal-Reise absichernSintra und Cascais
6. Die Paläste von Sintra bestaunen
Rund 30 km von Lissabon entfernt zählt Sintra mit seiner Kulturlandschaft zum UNESCO-Weltkulturerbe. Der Palácio da Pena mit seinen neomaurischen Türmen und kräftigen Farben thront über den bewaldeten Hügeln der Serra de Sintra. Die Quinta da Regaleira fasziniert mit ihrem esoterischen Garten und dem einzigartigen umgekehrten Initiationsbrunnen. Der Palácio de Monserrate, etwas weniger bekannt, begeistert durch seine hybride Architektur und exotische Bepflanzung.

7. Entlang der Küste nach Cascais und Cabo da Roca
Von Sintra hinunter zum Atlantik führt die Küstenstraße nach Cascais, der ehemaligen königlichen Sommerresidenz. Die Zitadelle aus dem 16. Jahrhundert, der Hafen und die Strandpromenade sind einen Stopp wert. Cabo da Roca, der westlichste Punkt des europäischen Festlands, markiert symbolisch das Ende der bekannten Welt für die portugiesischen Seefahrer: Die Klippen fallen hier senkrecht in den Atlantik.

Die Algarve: Klippen, Strände und Wassersport
Portugals südlichste Region überzeugt mit reichlich Sonnenstunden, feinen Sandstränden und Felsformationen, die Millionen Jahre atlantische Erosion geformt haben.
8. Die Ponta da Piedade bei Lagos bestaunen
Die Felsformationen der Ponta da Piedade, wenige Kilometer westlich von Lagos, gehören zu den meistfotografierten Portugals: Bögen, Grotten und tieforange Kalksteinnadeln ragen aus dem glasklaren Wasser. Am eindrucksvollsten erlebt man sie per Kajak oder Schlauchboot ab Lagos, mit dem man auch in sonst unzugängliche Grotten vordringen kann.

9. In den Buchten zwischen den weißen Klippen schwimmen
Die Algarve bietet Dutzende von Stränden, die zwischen Felswände eingebettet und über in den Fels gehauene Treppen erreichbar sind. Praia da Marinha, Praia de Benagil und Praia do Carvalho zählen zu den beliebtesten, mit ruhigem Wasser und sanften Wellen.

10. Die langen Sandstrände der Algarve genießen
Zwischen den Felsbuchten wechseln sich breite goldene Sandstrände ab, die von Atlantikwellen bespült werden und ideal zum Baden, Entspannen oder für einen frühmorgendlichen Strandspaziergang sind.

11. Den Sieben-Täler-Küstenweg wandern
Zwischen Carvoeiro und Armação de Pêra führt dieser Wanderweg über Kalksteinplateaus hoch über dem Atlantik. Hölzerne Stege, die am Klippenrand entlangführen, eröffnen atemberaubende Ausblicke auf den Ozean.

12. Surfen oder Kitesurfen an der Atlantikküste
Die portugiesische Atlantikküste gehört zu Europas besten Surf-Revieren. Peniche, zwei Stunden von Lissabon entfernt, ist Austragungsort internationaler Wettbewerbe am Spot Supertubos. Die Algarve bietet an windexponierten Stränden wie Meia Praia bei Lagos auch ideale Kitesurf-Bedingungen.

13. Bei Sonnenuntergang am Meer entlangschlendern
Viele Orte der Algarve haben belebte Küstenpromenaden, die sich zum Sonnenuntergang besonders lohnen: Palmen zeichnen sich gegen den orangefarbenen Himmel ab, festgemachte Boote spiegeln sich im ruhigen Hafenwasser und die Terrassen füllen sich beim ersten Glas Vinho Verde.

14. Die Ria Formosa bei Faro erkunden
Die Ria Formosa ist eine geschützte Lagune, die sich über 60 km entlang der Algarve-Küste erstreckt. Seit 1978 als Naturschutzgebiet und seit 1987 als Naturpark ausgewiesen, beherbergt sie eine bemerkenswerte Artenvielfalt, darunter zahlreiche Zugvogelarten. Per Boot ab Faro gelangt man zu Barriereinseln wie der Ilha Deserta oder der Ilha do Farol mit ihren abgelegenen Stränden.

Städte und Dörfer voller Geschichte
15. Durch das befestigte Dorf Óbidos bummeln
Óbidos wird von mittelalterlichen Stadtmauern umgürtet, die man zu Fuß vollständig abschreiten kann. Im Inneren säumen bougainvilleageschmückte Gassen und kleine Läden das blau-weiße Straßenbild. Die lokale Ginjinha, ein Kirschlikör mit Aguardente, wird traditionell in einem kleinen Becher aus Zartbitterschokolade gereicht.

16. Auf Zeitreise in Évora
Das UNESCO-geschützte historische Zentrum von Évora vereint Zeugnisse verschiedener Epochen. Der römische Tempel aus dem 2. Jahrhundert n. Chr. mit seinen korinthischen Säulen überragt noch heute die Stadt, gleich neben der gotischen Kathedrale aus dem 13. Jahrhundert. Die Knochenkapelle (Igreja de São Francisco) aus dem 16. Jahrhundert, erbaut von Franziskanermönchen, hat Innenwände, die mit den Gebeinen von rund 5.000 Menschen ausgekleidet sind.

17. Die Universität Coimbra und die Biblioteca Joanina besichtigen
Die Universität Coimbra, 1290 gegründet, gehört zu den ältesten Europas. Die Biblioteca Joanina, 1728 unter König João V. fertiggestellt, beherbergt rund 60.000 Bände aus dem 16. bis 18. Jahrhundert in einem barocken Saal mit schwarz-gold lackierten Holzregalen. Nachts hausen Fledermäuse in der Bibliothek und schützen die alten Schriften, indem sie Insekten jagen.

18. Die 573 Stufen zum Heiligtum Bom Jesus in Braga erklimmen
Das barocke Heiligtum Bom Jesus do Monte, 2019 zum UNESCO-Weltkulturerbe ernannt, ist über eine Treppe mit 573 Stufen erreichbar, die mit Brunnen und Statuen der fünf Sinne sowie der christlichen Tugenden geschmückt ist. Die hydraulische Standseilbahn, am 25. März 1882 eingeweiht, gilt als die älteste noch in Betrieb befindliche Standseilbahn der Welt, die mit Wassergewicht funktioniert.

19. Im Heiligtum von Fátima innehalten
Fátima empfängt jedes Jahr Millionen von Pilgern aus aller Welt. Das Heiligtum erinnert an die Marienerscheinungen vor drei jungen Hirtenkindern im Jahr 1917. Die Wallfahrten am 12./13. Mai und 12./13. Oktober ziehen die größten Menschenmassen mit Kerzenprozessionen an. Außerhalb dieser Termine ist der Ort ruhig und frei zugänglich.

Aveiro: Das portugiesische Venedig
20. Auf den Kanälen fahren und die Palheiros von Costa Nova entdecken
Aveiro erlebt man am schönsten in einem Barco Moliceiro, einem flachbödigen Boot mit bunten Naivmalereien an den Bugspiegeln, das früher Algen über die Lagunen transportierte. Die Kais sind gesäumt von Jugendstilgebäuden mit kunstvoll verzierten Fassaden. Acht Kilometer entfernt ist das Fischerdorf Costa Nova do Prado für seine Palheiros bekannt: Häuser mit weiß-bunten Streifenfassaden, die dem Ort seinen unverwechselbaren Charakter verleihen.


FAQ
Wann ist die beste Reisezeit für Portugal?
Frühling (April bis Juni) und Frühherbst (September/Oktober) bieten das beste Verhältnis aus Wärme, Besucheraufkommen und Reisepreisen. Die Algarve ist bereits ab März angenehm warm. Für die Riesenwellen von Nazaré geht die Saison von Oktober bis März. Wer früh im Jahr reist, findet in unserer Auswahl Wohin im März weitere Reiseideen.
Wie viel Zeit braucht man für Portugal?
Eine Woche reicht für Lissabon (2 bis 3 Tage) und Porto (2 Tage) oder für Lissabon und die Algarve. Mit zwei Wochen lassen sich zusätzlich Sintra, Évora, Coimbra und die Landesinnere erkunden. Wer einen Monat Zeit hat, kann alles sehen, die Azoren und Madeira eingeschlossen.
Kann man Lissabon und Porto in einem Urlaub kombinieren?
Ja. Der Alfa Pendular zwischen dem Bahnhof Oriente in Lissabon und Campanhã in Porto braucht rund 3 Stunden. Eine Hin- und Rückfahrt innerhalb einer Woche ist problemlos machbar.
Muss man Portugiesisch sprechen, um in Portugal zu reisen?
In Hotels, Restaurants und Touristenattraktionen der großen Städte kommt man mit Englisch gut zurecht. Ein paar Worte Portugiesisch, obrigado/obrigada (Danke) oder por favor (bitte), kommen immer gut an, besonders in ländlichen Gegenden.
Braucht man eine Reiseversicherung für Portugal, auch als EU-Bürger?
Portugal ist EU-Mitglied. Die Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC) deckt einen Teil der Notfallversorgung in öffentlichen Einrichtungen ab. Nicht inbegriffen sind medizinischer Rücktransport, Flugstreichungen oder -verspätungen, Gepäckverlust und Wassersportaktivitäten. Eine Yupwego-Reiseversicherung ergänzt diesen Schutz und streckt die Arztkosten vor, damit du vor Ort nichts auslegen musst, wenn etwas schiefläuft.





