Bali zieht den Großteil der Indonesien-Reisenden an: Manche kehren begeistert zurück, andere enttäuscht vom Gedränge und den Auswüchsen des Massentourismus. Lombok und die Gili-Inseln folgen dicht dahinter. Dabei bieten sechs Inseln des Archipels, nur wenige Flug- oder Bootsfahrtstunden entfernt, noch menschenleere Strände, unberührte Vulkane und Kulturen, die es so nirgendwo sonst in Indonesien gibt.
Meine Indonesien-Reise planenFlores: Vulkane, Drachen und ein Dorf hoch über den Wolken
Lange abseits der Touristenrouten gelegen, bietet Flores auf wenigen Tagesfahrten Landschaften, mit denen kaum eine andere Insel des Archipels mithalten kann: aktive Vulkane, Reisterrassen, abgelegene Dörfer und wilde Küsten mit Blick auf die Flores-See.

Das Herzstück ist der Vulkan Kelimutu mit seinen drei Kraterseen in wechselnden Farben, tiefes Schwarz, Türkis oder Bordeaux je nach Jahreszeit. Der Aufbruch erfolgt gegen 4 Uhr morgens, um den Sonnenaufgang am Kraterrand zu erleben.
Das Dorf Wae Rebo, auf 1.100 Metern Höhe gelegen, ist nach etwa drei Stunden Trekking durch Bergwälder erreichbar. Die sieben mbaru niang-Häuser mit ihren kegelförmigen Strohdächern, erbaut nach der Tradition der Manggarai, sind von keiner Straße aus zu sehen.
Flores ist außerdem Ausgangspunkt für den Komodo-Nationalpark: Komodo-Warane an Land, Mantarochen unter Wasser und einige rosafarbene Sandstrände, die nur per Boot erreichbar sind. Wer Flores mit anderen Inseln des Archipels vergleichen möchte, findet in unserem Ratgeber Welche Inseln in Indonesien wählen? die entscheidenden Hinweise.
Alor: Eine Insel, die kaum jemand kennt
Zwischen Flores und Osttimor gelegen, ist Alor eine der unbekanntesten Destinationen Indonesiens. Keine großen Hotelresorts, keine überfüllten Strände. Traditionelle Bergdörfer und Unterwasserwelten, die Taucher zu den artenreichsten des Archipels zählen, machen Alor zu einem seltenen Ziel für alle, die dem Massentourismus entfliehen wollen.

Die Buchten bleiben selbst in der Hochsaison menschenleer. Wer Alor bereist, entdeckt ein Indonesien, das vom Massentourismus noch kaum berührt wurde.
Sumba: der Wilde Westen Indonesiens
Südöstlich von Bali überrascht Sumba schon bei der Ankunft. Die goldenen Hügel, die windgepeitschten Ebenen und die frei laufenden Pferde erinnern wenig an das klassische Bild einer Tropeninsel. Man kommt wegen der Landschaften, bleibt wegen der Ahnendörfer mit ihrer einzigartigen Architektur.

Auf keinen Fall verpassen: die Megalithgräber einstiger Häuptlinge, wilde Wasserfälle wie Waimarang (rund 83 km von Waingapu, der Hauptstadt von Ost-Sumba, entfernt) und kilometerlange Strände ohne einen einzigen Besucher.
Die beste Reisezeit für Sumba ist die Trockenzeit von Mai bis November: Die Savannen färben sich ockergelb, die Straßen bleiben befahrbar und die Strände sind zugänglich.
Die Banda-Inseln: Wo Muskatnuss die Welt veränderte
Im Herzen der Banda-See entgehen die Banda-Inseln fast allen Reisenden. Jahrhundertelang war dies der einzige Ort auf der Welt, an dem Muskatnuss natürlich gedieh, ein Gewürz, das damals wertvoller war als Gold.

Banda Neira, die einstige Kolonialhauptstadt, vereint die wichtigsten Sehenswürdigkeiten: Forts, die von Niederländern und Portugiesen errichtet wurden, historische Herrenhäuser und der Vulkan Gunung Api, der den Archipel überragt. Die Muskatnussplantagen sind noch in Betrieb.
Vor Ort taucht man in unberührte Riffe, wandert auf den Vulkan oder fährt mit einheimischen Booten zwischen den Inseln. Der Tourismus ist hier noch äußerst überschaubar.
Raja Ampat: Die artenreichsten Riffe der Erde
Im äußersten Osten Indonesiens, vor der Küste Westpapuas, konzentriert sich eine marine Artenvielfalt ohne Gleichen. Der Archipel beherbergt mehr als 600 Korallenarten, rund 75 % aller weltweit bekannten Arten, und mehr als 1.700 Fischarten.

Die Aussichtspunkte Piaynemo und Wayag bieten Panoramen über ein Meer aus Karstfelsen. Die einsamen Strände, nur per Boot erreichbar, sind unberührt geblieben.
Neben Tauchen und Schnorcheln mit Mantarochen ist Raja Ampat eines der besten Ziele der Welt, um Paradiesvögel in freier Natur zu beobachten.
Unterkunft in Raja Ampat
Die Unterkunftsmöglichkeiten sind bewusst begrenzt: einige Öko-Lodges und Bungalows, die im Einklang mit dem Meeresökosystem erbaut wurden. Mehr als 2 Millionen Hektar sind als Meeresschutzgebiet ausgewiesen und werden zum Teil von den einheimischen Dorfgemeinschaften verwaltet.

Tana Toraja (Sulawesi): Den Ahnen begegnen, hoch oben in den Bergen
Im Inneren von Sulawesi bietet Tana Toraja ein Erlebnis, das sich von den Badezielen des Archipels grundlegend unterscheidet. Die Atmosphäre ist gebirgig, Reisterrassen stufen sich die Hänge hinab, und die Dörfer pflegen Traditionen, die es in ganz Südostasien kein zweites Mal gibt.

Die Tongkonan-Häuser sind das Wahrzeichen der Toraja-Kultur: auf Stelzen gebaut, mit einem sattelförmigen Dach in Form eines umgekehrten Schiffsrumpfes, ganz ohne Nägel oder Schrauben. Jedes Tongkonan steht für eine Familienabstammungslinie und ist Mittelpunkt aller Zeremonien, von der Geburt über die Hochzeit bis zur Trauerfeier.
Die Region ist auch bekannt für ihre Felsgrabkammern und die in Steilwände geschnittenen Gräber. Die Trauerzeremonie Rambu Solo kann drei bis zehn Tage dauern und bringt das gesamte Dorf zusammen, um des Verstorbenen zu gedenken.
Tana Toraja eignet sich für Reisende, die ein ruhigeres Indonesien suchen: Wanderungen durch Täler, lokale Märkte und Begegnungen in Dörfern, in denen die Traditionen lebendig geblieben sind.
Die Reise gut vorbereiten
Diese Ziele erfordern mehr Planung als ein Bali-Urlaub: weniger direkte Flugverbindungen, seltenere Unterkünfte und eine dünnere Infrastruktur. Genau das macht sie so besonders.
Wer sein Reiseprogramm nach eigenen Interessen zusammenstellen möchte, findet in unserem Ratgeber Was tun in Indonesien die wichtigsten Aktivitäten nach Region.
Vor der Abreise solltest du die Einreisebedingungen, Gesundheitshinweise und den Versicherungsschutz auf unserer Seite Reiseversicherung Indonesien prüfen: In einem so weitläufigen Archipel kann ein Krankentransport mehrere Stunden Bootsfahrt bedeuten, bevor man überhaupt einen Flughafen erreicht.
FAQ
Flores oder Bali: Was eignet sich besser für die erste Indonesien-Reise?
Bali eignet sich besser für eine erste Reise: gut ausgebaute Infrastruktur, unkomplizierte Verkehrsanbindungen und eine große Auswahl an Unterkünften für jedes Budget. Flores spricht Reisende an, die Bali bereits kennen und ein intensiveres Abenteuer suchen: Wanderungen, Vulkane und deutlich weniger Touristen.
Wann ist die beste Reisezeit für Sumba und Flores?
Die Trockenzeit von Mai bis November ist die ideale Reisezeit für beide Inseln. Die Straßen sind befahrbar, die Strände zugänglich und Sumbas Landschaft erstrahlt in goldenen Tönen. In der Regenzeit können Gebirgsstraßen schwer passierbar werden.
Ist Raja Ampat mit mittlerem Budget bereisbar?
Nein. Raja Ampat bleibt ein teures Reiseziel: Die Öko-Lodges sind rar und verlangen hohe Preise, und die Bootsfahrten kommen noch obendrauf. Ein Aufenthalt ist deutlich teurer als auf Bali oder Lombok.
Wie kommt man von Bali zu den Banda-Inseln?
Die Banda-Inseln erreicht man über Ambon (Flug ab Bali mit Zwischenstopp, meist in Jakarta oder Makassar) und dann per Fähre oder Regionalflug bis Banda Neira. Plane mindestens einen vollen Reisetag ein.
Braucht man für diese abgelegenen Ziele eine Reiseversicherung?
Ja. Auf so abgelegenen Inseln wie Alor, Banda oder Raja Ampat kann ein Krankentransport zu einem gut ausgestatteten Krankenhaus mehrere Stunden dauern. Eine Versicherung mit medizinischer Absicherung und Rückführung ist unverzichtbar. Welche Leistungen für Indonesien empfohlen werden, ist auf der Seite Reiseversicherung Indonesien von Yupwego beschrieben.





