Für Venedig Eintritt zahlen, auf Santorin Schlange stehen, Japan, das mitten in der Hochsaison seine Tourismussteuern erhöht: Der Sommer 2026 gibt all jenen recht, die nach einem Plan B suchen. Dieser Plan B hat einen Namen – „Destination Dupe“: eine günstigere und weniger frequentierte Alternative zu einem berühmten Reiseziel, die das Wesentliche bietet, ohne die Massen. Kein Nischentrend mehr: 48 % der Reisenden erklärten, 2026 Menschenmassen auf Reisen vermeiden zu wollen.
Hier sind sieben Alternativen, die den Vergleich standhalten – und was ich bei jeder davon prüfe, bevor ich den Koffer packe.
Meine Reise abseits der Massen vorbereitenAlbanien statt Griechenland
Der Star unter den Dupes. Die albanische Riviera wartet mit den Stränden von Ksamil und Dhërmi gegenüber Korfu auf – mit ebenso türkisblauem Wasser wie auf den Kykladen. Im Landesinneren laden Berat und Gjirokastra – beide UNESCO-Weltkulturerbe – mit osmanischen Altstädten, die man ohne Gedränge erkunden kann.

Die Kehrseite zeigt die ganze Mechanik hinter dem Dupe-Prinzip: Ist ein Geheimtipp erst entdeckt, schmilzt der Preisunterschied schnell dahin. Die albanischen Hotelpreise sprangen im Sommer 2025 um 14 %, während Griechenland nur 2 % zulegte. Albanien bleibt deutlich günstiger, doch das Fenster schließt sich – jetzt ist der richtige Moment. Unser Reiseführer Reisen nach Albanien beschreibt alle Highlights; die Seite Reiseversicherung Albanien erklärt, was du zur Gesundheitsversorgung wissen musst: Außerhalb von Tirana ist das Krankenhausangebot begrenzt – eine Evakuierung in die Hauptstadt oder nach Italien sollte gut vorbereitet sein.
Montenegro statt Kroatien
Dubrovnik reguliert seinen Kreuzfahrttourismus seit Jahren. Zwei Autostunden entfernt bietet die Bucht von Kotor das gleiche Spektakel aus Stein und Wasser: eine von Bergen eingeschlossene Bucht, venezianische Dörfer, Stadtmauern, die sich an steilen Felsen emporklettern. Die Region Kotor ist UNESCO-Weltkulturerbe – und im Sommer noch frei zu erkunden.
Das Land eignet sich hervorragend für einen kurzen Roadtrip: Kotor, Perast, der Strand von Jaz, das Kloster Ostrog. Achtung jedoch auf den engen Bergstraßen und den lebhaften lokalen Fahrstil: Das ist der häufigste Schadensfall bei Reisenden auf dem Balkan.
Paros und Naxos statt Santorin
Ein Dupe zwingt nicht immer zum Länderwechsel. Auf den Kykladen selbst bieten Paros und Naxos weiß getünchte Dörfer, Hafentavernen und Sonnenuntergänge – ohne Kreuzfahrtriesen und ohne Warteschlangen für ein Foto in Oia. Naxos punktet zusätzlich mit einigen der längsten Strände der Kykladen und einem bergigen Hinterland, das entspanntes Wandern ermöglicht.
Gleiches Meer, gleiche Fähren, deutlich günstigere Hotels: Das ist das unkomplizierteste Dupe für den ersten Versuch.
Slowenien statt Schweiz
Alpenseen, smaragdgrüne Schluchten, blumengeschmückte Dörfer: Slowenien vereint alles, wofür man die Alpen liebt – auf kleinstem Raum und zu Preisen, die mit der Schweiz schlicht nicht zu vergleichen sind. Der Bleder See mit seiner Inselkirche, die Vintgar-Klamm, der Triglav-Nationalpark und das Soča-Tal ergeben eine perfekte Woche.

Slowenien ist auch ein Top-Ziel für Outdoor-Begeisterte: Rafting, Canyoning, Klettersteige. Stell sicher, dass dein Versicherungsvertrag diese Aktivitäten und Bergrettungskosten abdeckt – ein Punkt, der zu oft an lokale Verbände weitergereicht wird.
Taiwan statt Japan
Japan hat seine Touristensteuern zum 1. Juli 2026 erhöht – mitten in einer Rekordwelle an Besuchern. Taiwan bietet einen Teil dessen, was Japan so besonders macht: Tempel, Nachtmärkte, pünktliche Züge, nebelumhüllte Berge und eine ausgeprägte Herzlichkeit – mit weniger Touristen und einem schlankeren Budget.
Taipeh, die Taroko-Schlucht und der Sonne-Mond-See passen bequem in zehn Tage. Was du zur Versicherung wissen solltest, steht auf der Seite Reiseversicherung Taiwan: Die medizinische Versorgung ist ausgezeichnet, aber ohne Versicherung vollständig selbst zu tragen – und die Insel bleibt im Sommer anfällig für Taifune.
Laos statt Thailand
Wenn Bangkok und die thailändischen Inseln aus allen Nähten platzen, verlangsamt Laos den Rhythmus. Luang Prabang, UNESCO-Weltkulturerbe, reiht goldene Tempel und Kolonialhäuser am Mekong aneinander. Die Kuang-Si-Wasserfälle und die Dörfer im Norden vervollständigen eine Reise, die man im Takt des Flusses erlebt.
Das ist das exotischste Dupe auf dieser Liste – und das mit dem größten Vorbereitungsaufwand: sehr begrenzte medizinische Infrastruktur, häufige Evakuierungen nach Thailand bei ernsteren Zwischenfällen. Alle Details findest du auf den Seiten Reiseversicherung Laos und Reiseversicherung Thailand.
Die Ardèche-Schluchten statt des Grand Canyon
Das nahegelegenste Dupe auf dieser Liste – und das selbstbewussteste: Nein, die Ardèche hat nicht die schiere Weite Arizonas, doch der Schwindel vor den Ockerfelsen, die Panoramastraße der Aussichtspunkte und der natürliche Bogen der Pont d’Arc halten an einem Junimorgen einem Vergleich stand – ohne Transatlantikflug, ohne ESTA und ohne Zeitverschiebung. Die Kanufahrt durch die Schluchten (rund dreißig Kilometer, allein oder auf zwei Tage mit reserviertem Biwakplatz) gehört zu den schönsten zugänglichen Abenteuern Frankreichs.
Wer in Frankreich bleibt, hat es beim Thema Gesundheitsversorgung einfacher – die Sozialversicherung greift. Das Versicherungsthema verlagert sich: Reiserücktritt, Reiseabbruch und Haftpflicht rücken in den Vordergrund, gerade wenn Kanufahren dein Hauptprogramm ist – der Kanusport ist der häufigste Unfallauslöser im Sommer im Tal.
Die goldene Regel der Dupes: Das Dekor wechselt, das Risiko auch
Ein Dupe bietet die Kulisse des Originals – selten seine Infrastruktur. Weniger gut ausgestattete Krankenhäuser, rauere Straßen, langsamere Rettungsdienste, kleinere Botschaften: Der Risikoübertrag ist real, ob Montenegro oder Laos. Das ist das Paradox, das wir schon beim Thema Coolcation erlebt haben: Man flieht vor einem Unbehagen und verlagert das Risiko einfach woanders hin.
Drei Reflexe vor der Abreise: die medizinischen Kosten und den Rücktransport im Vertrag prüfen, den Schutz für geplante Outdoor-Aktivitäten kontrollieren und nachsehen, ob das Reiseziel eine Pflichtversicherung bei der Einreise verlangt – die Liste findest du in unserem Artikel Pflichtreiseversicherung nach Ländern. Und wenn du noch zwischen dem Original und seinem Dupe schwankst, dürfte unsere Analyse Ist Bali das meistüberschätzte Reiseziel der Welt? endgültig überzeugen, dass Massen keine Reisenotwendigkeit sind.
FAQ
Was genau ist eine Destination Dupe?
Das englische Wort dupe bedeutet „Doublure“ oder „Kopie“: ein weniger bekanntes und günstigeres Reiseziel, das ein ähnliches Erlebnis wie eine berühmte Destination bietet. Albanien statt Griechenland, Montenegro statt Kroatien, Taiwan statt Japan. Der Trend ist mit der Sättigung und den neuen Gebühren der großen Reiseziele explodiert.
Sind Dupe-Reiseziele wirklich günstiger?
Ja, aber der Preisunterschied schließt sich schnell, sobald das Dupe bekannt wird: Die Hotelpreise in Albanien stiegen in einem einzigen Sommer um 14 %, in Griechenland nur um 2 %. Die besten Angebote gibt es früh – bevor das Ziel zum Mainstream wird.
Wohin reisen mit kleinem Budget und ohne Menschenmassen?
Für den Mittelmeerraum verbinden Albanien und Montenegro kurze Flüge, niedrige Lebenshaltungskosten und noch ruhige Strände. In Asien gehört Laos zu den günstigsten Reisezielen des Kontinents. Und ohne Frankreich zu verlassen bieten die bretonischen und normannischen Küsten die budgetfreundlichste Variante des ruhigen Reisens.
Welches Dupe eignet sich für den ersten Versuch?
Paros und Naxos: gleiches Land, gleiche Fähren, gleiche Landschaften wie Santorin – ohne Orientierungswechsel. Für ein stärkeres Abenteuer mit kurzem Flug sind Albanien und Montenegro ab Mitteleuropa am leichtesten zu erreichen.
Brauche ich eine andere Versicherung für ein Dupe-Reiseziel?
Der Vertrag ist derselbe, aber sein Nutzen wächst: Dupe-Destinationen verfügen oft über eine schwächere medizinische Infrastruktur als etablierte Reiseziele – eine Evakuierung oder ein Rücktransport wird dort schneller notwendig. Prüf auch den Schutz für Outdoor-Aktivitäten, die in diesen Naturdestinationen sehr verbreitet sind.
Ist Venedig 2026 wirklich kostenpflichtig?
Ja, für Tagesbesucher: Die Eintrittsgebühr gilt seit dem 3. April 2026, von 8.30 bis 16.00 Uhr – 5 € bei Frühbuchung und 10 € bei Spätbuchung. Genau solche Maßnahmen befeuern die Suche nach Alternativen.





