Bolivien vereint in einem einzigen Land Landschaften, die wie von einem anderen Planeten wirken: eine 10.582 km² große Salzwüste, bunt schimmernde Lagunen mit rosafarbenen Flamingos, mehrere UNESCO-Welterbestätten, einen der artenreichsten Regenwälder des Kontinents und eine andine Kultur, die bis heute nichts von ihrer Ursprünglichkeit verloren hat. Hier sind die 20 Erlebnisse, für die sich die Reise mehr als lohnt.
1 und 2. Salar de Uyuni und Isla Incahuasi: das große Weiß der Anden
Der Salar de Uyuni ist die größte Salzwüste der Welt, mit 10.582 km² weißer Salzkruste auf 3.658 m Höhe. Von November bis März bedeckt eine dünne Wasserschicht die Oberfläche: Himmel und Salz verschmelzen zu einem perfekten Spiegelbild. In der Trockenzeit (April bis Oktober) bildet die rissige Kruste geometrische Muster bis zum Horizont.

Im Herzen des Salars liegt Isla Incahuasi (Station 2), ein vulkanischer Hügel, übersät mit bis zu zehn Meter hohen Kandelaberkakteen. Vom Gipfel aus schweift der Blick über Dutzende Kilometer absolutes Weiß. Am besten früh aufbrechen, bevor die Jeepgruppen eintreffen.

3, 4 und 5. Südliches Lipez: Farblagunen und Geysire
Im äußersten Südwesten Boliviens erstreckt sich die Reserva Nacional Eduardo Avaroa auf einem Vulkanplateau zwischen 4.000 und 5.000 m Höhe. Man durchquert es in drei bis vier Tagesetappen per 4×4-Jeep von Uyuni aus.
Laguna Colorada (3): Rote Algen und Sedimente färben das Wasser weinrot, was sich scharf gegen die weißen Boraxablagerungen am Ufer abhebt. Tausende Andenflamingos und James-Flamingos patrouillieren hier, gleichgültig gegenüber dem pfeifenden Wind.
Laguna Verde und Vulkan Licancabur (4): Vor dem Licancabur wechseln die Farben des Sees je nach Windstärke von Smaragdgrün zu Türkis, wenn aufgewirbelte Mineralien das Wasser tönen. Ein Aufbruch im Morgengrauen lohnt sich, um das erste Licht einzufangen.

Geysire Sol de Mañana (5): Auf über 4.800 m Höhe steigen die Fumarolen bei beißender Kälte bei Tagesanbruch auf. Bei Sonnenaufgang ist das streifende Licht auf den Dampfsäulen am eindrucksvollsten, bevor sie sich auflösen.


6 und 7. La Paz: Leben auf 3.650 m und urbane Seilbahn
La Paz ist die höchste Verwaltungshauptstadt der Welt, auf rund 3.650 m Höhe. Die Stadt breitet sich in einem Kessel aus, umgeben von Andengipfeln: Von El Alto blickt man auf ein Meer roter Ziegeldächer hinunter.

Was du in La Paz machst:
- Mercado de las Brujas (6): Heilkräuter, Kokablätter, rituelle Opfergaben. Ein echter Markt, keine touristische Kulisse.
- Seilbahn Mi Teleférico (7): Zehn Linien verbinden La Paz und El Alto über den Dächern der Stadt. Die rote Linie bietet einen Panoramablick auf den Illimani-Gipfel und die hängenden Viertel von El Alto.
- Valle de la Luna: Etwa zehn Kilometer vom Zentrum entfernt hat die Erosion Lehmspitzen zu bizarren Formen herausgeschält, ein Mineralcanyon, den man zu Fuß erkunden kann.
Bei Einbruch der Nacht erleuchtet La Paz seinen natürlichen Kessel: Tausende von Lichtern überziehen die Hänge des Beckens.

8. Die Todesstraße: Mountainbike-Abfahrt durch die Yungas
Die Yungas Road, auch Todesstraße genannt, verbindet La Paz mit den warmen Yungas-Tälern und verliert dabei mehrere Tausend Höhenmeter durch den Nebelwald. Per Mountainbike dauert die Abfahrt mit einer örtlichen Agentur drei bis vier Stunden. Die Vegetation wechselt schrittweise von der hochandinen Zone in tropischen Dschungel, ein verblüffender Kontrast.

Die Yungas Road öffnet auch das Tor zu den östlichen Andentälern, die von dichtem Wald bedeckt sind und sich weiter nördlich im Nationalpark Madidi fortsetzen.

9, 10 und 11. Titicacasee, Copacabana und Isla del Sol
Der Titicacasee erstreckt sich auf 3.812 m Höhe zwischen Bolivien und Peru und ist damit der höchste schiffbare See der Welt. Das Wasser wechselt je nach Lichteinfall zwischen Türkis und Marineblau, gerahmt von Andenschilf und schneebedeckten Gipfeln.

Copacabana (10), der wichtigste bolivianische Hafen am See, ist zugleich ein Wallfahrtsort. Die Basilika der Virgen de Copacabana zieht jährlich Tausende von Gläubigen an. Bei Sonnenuntergang reihen sich die Fischerboote in der Bucht auf.




Isla del Sol (11): Nach der Kosmogonie der Inka wurde auf dieser Insel die Sonne geboren. Wanderwege verbinden die beiden Dörfer (Yumani im Süden, Challapampa im Norden) über Inkaruinen und jahrtausendealte Terrassenfelder. Plane einen ganzen Tag für die Überquerung der Insel zu Fuß ein: Der Panoramablick auf die Gipfel der Cordillera Real ist außergewöhnlich.

Reisende, die das Abenteuer auf peruanischer Seite verlängern möchten, finden Ideen in unserem Guide Was tun in Peru, besonders zu den schwimmenden Uros-Inseln und der Region Cusco.
12. Sucre, die weiße Stadt im UNESCO-Welterbe
Sucre ist die Verfassungshauptstadt Boliviens und als UNESCO-Welterbe für ihre gut erhaltene Kolonialarchitektur bekannt. Weiß gekalkte Fassaden, Klöster und gepflasterte Plätze haben der Stadt den Spitznamen „Paris der Anden“ eingebracht.
Was du in Sucre nicht verpassen solltest:
- Casa de la Libertad: Der Saal, in dem Bolivien 1825 seine Unabhängigkeit erklärte, heute ein Museum.
- Museum ASUR (Stiftung für Andinische und Südamerikanische Anthropologie): Die hier ausgestellten Textilien der Jalq’a und Tarabuco zählen zu den feinsten Südamerikas.
- Zentralmarkt: Unbedingt morgens Salteñas probieren, mit Fleisch und Oliven gefüllte Teigtaschen, die Spezialität der Stadt.
13. Potosí und der Cerro Rico: Geschichte unter Tage
Potosí, als UNESCO-Welterbe eingetragen, war im 17. Jahrhundert dank seiner Silberminen eine der größten Städte der Welt. Der Cerro Rico überragt die Stadt mit seiner markanten Silhouette; Minenkooperativen arbeiten dort noch heute unter harten Bedingungen. Örtliche Agenturen bieten geführte Touren durch die aktiven Stollen an.

Das ist ein körperlich intensives Erlebnis, enge Stollen, Staub, große Höhe, aber ohne Vergleich in der Reisewelt.
14. Tiwanaku: präinkaische Stätte im UNESCO-Welterbe
Etwa eine Stunde von La Paz entfernt ist Tiwanaku das bedeutendste Zeugnis der gleichnamigen Zivilisation, die zwischen dem 2. und 10. Jahrhundert n. Chr. florierte. Das Gelände ist als UNESCO-Welterbe eingetragen. Das Sonnentor (Puerta del Sol), ein aus einem einzigen Andesitblock gehauener Monolith, ist das Wahrzeichen der Stätte.

15. Nationalpark Sajama: das Dach Boliviens
Der Nevado Sajama mit 6.542 m ist der höchste Punkt Boliviens. Der ihn umgebende Nationalpark beherbergt Queñoa-Wälder, die die UNESCO als die höchsten der Welt bezeichnet, Andenfauna (Vikunjas, Kondore, Nandus) und natürliche Thermalquellen, die die Dorfbewohner von Sajama seit Generationen nutzen. Markierte Wanderwege ermöglichen eine Bergwanderung ohne Kletterausrüstung; der Gipfelaufstieg erfordert Erfahrung und einen zertifizierten Bergführer.

16 und 17. Rurrenabaque und Reservat Pilón Lajas: Boliviens Amazonasgebiet
Rurrenabaque im Beni ist das Tor zum bolivianischen Amazonasgebiet, in weniger als einer Flugstunde von La Paz erreichbar.
Der Nationalpark Madidi (16), angrenzend an das Biosphärenreservat Pilón Lajas (17), bildet einen der artenreichsten Naturräume der Welt: Jaguare, Tapire, Anakondas, Brüllaffen, Hunderte von Vogelarten. Kommunale Tacana-Lodges ermöglichen Übernachtungen im Dschungel mit einheimischen Guides. Pampa-Touren in den Grasebenen nahe der Flüsse bieten die Möglichkeit, Flussdelfine und Kaimane von Einbäumen aus zu beobachten.
Mein Reiseversicherungsangebot erhalten18. Nationalpark Torotoro: Dinosaurier und Basaltsäulen
Der Nationalpark Torotoro im Departement Potosí vereint auf engem Raum eine tiefe Schlucht, Kalksteinhöhlen (die Cueva de Umajalanta) und einige der am besten erhaltenen Dinosaurierspuren Südamerikas. Die Fossilienrouten dürfen nur mit einem Parkführer begangen werden.

Die Anreise ab Cochabamba erfolgt per 4×4 auf Schotterpisten. Plane mindestens eine Übernachtung vor Ort ein, um die wichtigsten Routen zu erkunden.
19. El Fuerte de Samaipata: das gemeißelte Rätsel der UNESCO
Etwa hundert Kilometer von Santa Cruz entfernt ist El Fuerte de Samaipata seit 1998 als UNESCO-Welterbe eingetragen. Diese außergewöhnliche präkolumbische Stätte umfasst einen riesigen skulptierten Felsen, der von den Chané und später den Inka zwischen dem 14. und 16. Jahrhundert für zeremonielle Zwecke genutzt wurde. Das Dorf Samaipata selbst ist ein angenehmer Zwischenstopp zwischen den Anden und den östlichen Tiefebenen.
20. Der Karneval von Oruro: UNESCO und 28.000 Tänzer
Der Karneval von Oruro steht seit 2008 auf der UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit (bereits 2001 proklamiert). Sechs Tage lang ziehen mehr als 28.000 Tänzer und 10.000 Musiker durch die Straßen von Oruro. Die Diablada (Teufelstanz) ist das Herzstück der Feierlichkeiten, die präkolumbisch-andines Glaubensgut mit katholischem Synkretismus verbinden. Der Karneval findet im Februar oder März statt: Unterkunft und Transport mehrere Monate im Voraus buchen.
Wann nach Bolivien reisen
Die Trockenzeit (April bis Oktober) eignet sich für nahezu alle Aktivitäten: klare Himmel, befahrbare Straßen, der Salar mit seiner Rissstruktur, komfortable Camps in der Höhe. Die Regenzeit (November bis März) verwandelt den Salar in einen riesigen Spiegel und fällt mit dem Karneval von Oruro zusammen, kann aber einige Bergstrecken erschweren.
Wer Bolivien mit seinen andinen Nachbarländern kombinieren möchte, findet in unserem Guide Was tun in Chile Ideen für den Anschluss an die Atacamawüste, die in direkter Verlängerung des Süd-Lipez über die Jeeppiste liegt, oder für die Weiterreise nach Patagonien.
Reisevorbereitung: Praktisches und Versicherung
Die Höhenlage, die Abgeschiedenheit einiger Regionen und die weiten Entfernungen zu medizinischen Einrichtungen machen eine solide Absicherung in Bolivien unverzichtbar. Alles zu Einreiseformalitäten, empfohlenen Impfungen und einer an die Höhenlage angepassten medizinischen Absicherung findest du auf unserer Seite Reiseversicherung Bolivien.
FAQ
Wie lange sollte man für Bolivien einplanen?
Drei Wochen reichen für die Klassiker: Salar de Uyuni, Süd-Lipez-Wüste, La Paz, Titicacasee, Sucre und Potosí. Mit einem Monat bleibt Zeit für Rurrenabaque (Amazonas) und, wenn der Termin es erlaubt, den Karneval von Oruro.
Wann ist die beste Reisezeit für den Salar de Uyuni?
Das hängt vom gewünschten Effekt ab. Von November bis März verwandelt eine dünne Wasserschicht den Salar in einen riesigen Spiegel. Von April bis Oktober ist die Oberfläche geborsten und weiß: Das Wetter ist stabiler für Jeepausflüge und den Süd-Lipez-Rundkurs.
Ist die Höhenkrankheit in Bolivien ein Problem?
Ja, sie verdient Beachtung. La Paz liegt auf rund 3.650 m und die Süd-Lipez-Wüste überschreitet 4.000 m. Eine schrittweise Akklimatisierung senkt das Risiko. Gekaute oder als Tee aufgebrühte Kokablätter sind auf dem Altiplano weit verbreitet und helfen, die Symptome zu lindern.
Sind die Minen von Potosí für alle zugänglich?
Der Besuch wird Personen mit Atem-, Herz- oder Platzangstproblemen abgeraten: Die Stollen sind eng, staubig und liegen auf großer Höhe. Für alle anderen organisieren Agenturen in Potosí diese Touren mit der notwendigen Ausrüstung (Helm, Lampe, Schutzkleidung).
Brauchen Deutsche ein Visum für Bolivien?
Die Einreisebedingungen für deutsche Staatsangehörige sowie empfohlene Impfungen sind auf der Seite Reiseversicherung Bolivien von Yupwego ausführlich beschrieben.
Kann man Bolivien und Chile in einer Rundreise kombinieren?
Ja: Die Route Uyuni-Süd Lipez-San Pedro de Atacama ist einer der beliebtesten Andenitinerarien. Agenturen in Uyuni bieten diesen Jeeptransfer in etwa drei Tagen an. Für die Weiterreise durch Chile hilft unser Guide Was tun in Chile bei der Planung.





