Peru versammelt in einem einzigen Land, was andere Länder sich nicht zu versprechen trauen: Inka-Städte hoch in den Wolken, einen schiffbaren See auf 3.800 Metern, eine Küstenwüste mit jahrtausendealten Geoglyphen und den größten Regenwald der Welt. In zwei Wochen reihst du Machu Picchu, Cusco, das Heilige Tal und den Titicacasee aneinander. In drei Wochen kommen Lima, Nazca, Huacachina und ein Abstecher in den Amazonas dazu. Hier sind die 20 Stationen, die Peru zu einem der eindrucksvollsten Reiseziele Südamerikas machen.
Meine Reise nach Peru absichernDie Zentralanden: Cusco und seine Wunder
1. Machu Picchu
Auf 2.430 Metern Höhe in den Anden thront die Inka-Stätte Machu Picchu, seit 1983 UNESCO-Welterbe. Terrassenförmige Felder, Sonnentempel und mörtellose Steinmauern zeugen vom Erfindungsreichtum der Inka-Zivilisation im 15. Jahrhundert.
Die Eintrittskarten unterliegen einem strengen Tageskontingent. Buche über die offizielle Plattform mehrere Wochen im Voraus. Der Aufstieg zum Sonnentor (Inti Punku) bietet einen Panoramablick auf die gesamte Anlage und das Tal darunter.

2. Der Inka-Trail
Der historische Trek, der Ollantaytambo mit Machu Picchu verbindet (4 Tage, rund 43 km), führt durch Nebelwälder, über Pässe auf mehr als 4.000 Metern und an mehreren archäologischen Stätten vorbei, bevor man beim Sonnenaufgang das Sonnentor erreicht. Die begrenzten Genehmigungen müssen Monate im Voraus gebucht werden.
Wer die andauernde Höhe meiden möchte, wählt den Panoramazug Cusco-Aguas Calientes als komfortablere Alternative.

3. Cusco
Die einstige Hauptstadt des Inka-Reichs thront auf 3.400 Metern Höhe. In ihren gepflasterten Gassen verbergen sich intakte Inka-Mauern hinter spanisch-kolonialen Fassaden: Der in ein Kloster umgewandelte Tempel Coricancha ist das eindrucksvollste Beispiel.
Das Handwerkerviertel San Blas, die lebhafte Plaza de Armas und die Ruinen von Sacsayhuamán oberhalb der Stadt bieten jeweils einen halben Tag Erkundung. Plane zwei volle Tage ein, um dich zu akklimatisieren, bevor du in größere Höhen aufbrichst. Als Tagesausflug offenbart der Regenbogenberg (Vinicunca, über 5.000 Meter) mineralische Schichten in Rot, Grün und Ocker - eine der fotogensten Landschaften Perus, allerdings mit anspruchsvoller Höhenlage.
Für eine vollständige Erkundung der Inka-Hauptstadt findest du alle unverzichtbaren Stationen im Reiseführer Was tun in Cusco.

4. Das Heilige Tal der Inka
Zwischen Cusco und Machu Picchu konzentriert das Heilige Tal die schönsten Beispiele andiner Inka-Terrassenlandwirtschaft. Pisac überblickt das Tal von seinen Ruinen auf der Anhöhe und bietet unten einen lebhaften Kunsthandwerksmarkt. Ollantaytambo am anderen Ende bewahrt eine Inka-Festung mit intakten rituellen Brunnen und seit fünf Jahrhunderten funktionierenden Bewässerungskanälen.
Das Tal diente als Kornkammer des Inka-Reichs. Ein ganzer Tag reicht für eine Tour ab Cusco aus, doch wer eine Nacht in Ollantaytambo bleibt, kann den Nachtzug nach Aguas Calientes nehmen.

5. Die Salzterrassen von Maras
Auf 3.400 Metern Höhe staffeln sich Hunderte kleiner weiß-ockerroter Becken an einem Berghang: Die Salzterrassen von Maras werden seit präinkaischer Zeit zur Salzgewinnung genutzt. Die örtlichen Familien sind noch immer Eigentümer und pflegen sie nach überlieferten Methoden.
In der Nähe zeigt die Stätte Moray kreisförmige Terrassenamphitheater, die als landwirtschaftliches Inka-Versuchslabor zum Testen von Kulturen in verschiedenen Höhenlagen gedient haben sollen.

Das Altiplano und der südliche Andengürtel
6. Der Titicacasee
Auf über 3.800 Metern an der Grenze zwischen Peru und Bolivien gelegen, ist der Titicacasee mit einer Fläche von 8.400 km² der höchstgelegene schiffbare See der Welt. Sein Licht hat eine bestechende Klarheit, die durch das intensive Blau des Wassers und die Reinheit der Höhenluft noch verstärkt wird.
Die Uros-Inseln, vollständig aus schwimmenden Totora-Schilfrohren erbaut, beherbergen Gemeinschaften, die einen uralten Lebensstil fortführen. Weiter draußen bietet die Insel Taquile einen Einblick in andine Textiltraditionen. Die Erkundung lässt sich auch auf der bolivianischen Seite fortsetzen: Der Reiseführer Was tun in Bolivien nennt die unverzichtbaren Stationen jenseits der Grenze.

7. Arequipa
„Die weiße Stadt“ verdankt ihren Spitznamen den Gebäuden aus weißem Vulkangestein (Sillar) und breitet sich am Fuß des Vulkans Misti aus. Ihr historisches Zentrum ist UNESCO-Welterbe. Das Kloster Santa Catalina erstreckt sich über 20.000 Quadratmeter: Gassen, Plätze und Klosterhöfe mit ockerfarbenen und blauen Mauern bilden ein Ensemble, das allein einen halben Tag beansprucht.

8. Der Colca-Canyon
Doppelt so tief wie der Grand Canyon, öffnet sich der Colca-Canyon zwischen schwindelerregenden Felswänden. Sein Hauptanziehungspunkt: Am Aussichtspunkt Cruz del Cóndor gleiten Andenkondore auf Augenhöhe, getragen von den morgendlichen Thermiken. Die besten Beobachtungen sind zwischen 9 und 11 Uhr möglich.
Die Stadt Chivay am Eingang des Canyons dient als Stützpunkt: Lebhafte Märkte und natürliche Thermalquellen machen den Aufenthalt angenehm, bevor man in den Canyon hinabsteigt.

Die Cordillera Blanca
9. Der Nationalpark Huascarán
Der Nationalpark Huascarán trägt seinen Namen vom höchsten Punkt Perus: Der Huascarán überragt 6.700 Meter. Die ihn umgebende Cordillera Blanca beherbergt mehr als fünfzig Gipfel jenseits der 5.700 Meter, glitzernde Gletscher und Täler mit türkisfarbenen Bergseen. Die Stadt Huaraz, das Tor zur Cordillera, ermöglicht die Organisation von Wanderungen und mehrtägigen Trekkingtouren.
Der Santa-Cruz-Trek (4 Tage) durchquert die eindrucksvollsten Landschaften der Cordillera bis zum Pass Punta Unión auf 4.750 Metern, mit dauerhaftem Blick auf die verschneiten Giganten.

10. Laguna 69
Der Höhensee Laguna 69 auf 4.600 Metern verdankt seine Berühmtheit seinem intensiven Türkisblau: Gespeist von einem überhängenden Gletscher und einem mehrere Dutzend Meter hohen Wasserfall, bietet er eines der meistfotografierten Panoramen der peruanischen Anden. Die Hin- und Rücktour dauert sechs bis sieben Stunden ab dem Ausgangspunkt und erfordert eine gute Vorakklimatisierung.

Lima und die Pazifikküste
11. Lima
Lima erstreckt sich entlang des Pazifiks. Das koloniale Zentrum, UNESCO-Welterbe, konzentriert Kathedrale, Klöster und eine Plaza Mayor mit umlaufenden Holzschnitzbalkon-Fassaden. Die Stadt gilt außerdem als gastronomische Hauptstadt Südamerikas, mit einer Kulinarikszene, die andine, chinesische, japanische und afrikanische Einflüsse vereint.
Für eine Stadterkundung Viertel für Viertel listet der Reiseführer Was tun in Lima die besten Adressen und Museen auf.

12. Miraflores und Barranco
Miraflores verläuft entlang der Klippen über dem Pazifik. Am Malecón starten Gleitschirmflieger vom Klippenrand und überqueren den Ozean: ein Erlebnis zum Selbsterleben oder einfach von den überhängenden Gärten aus zu beobachten. Das benachbarte Barranco konzentriert Kunstgalerien, Cafés und das Nachtleben in bunten Kolonialhäusern.

13. Das Nationalreservat Paracas
Vier Stunden von Lima entfernt zeichnet die Halbinsel Paracas eine eigenartige Landschaft: rostfarbene Wüstenfelsen, die direkt ins türkisfarbene Meer abfallen, abgelegene nur mit dem Geländewagen erreichbare Strände, Flamingos in Küstenlagunen. Das Nationalreservat schützt eines der artenreichsten Meeresökosysteme des Südpazifiks.

14. Die Ballestas-Inseln
Vor der Küste von Paracas beherbergen die Ballestas-Inseln Kolonien von Seelöwen, Pelikanen, Kormoranen und Humboldt-Pinguinen. Eine Bootsexkursion (rund zwei Stunden Hin- und Rückfahrt vom Hafen) ermöglicht es, die Meerestiere aus nächster Nähe zu beobachten, ohne die geschützten Inseln zu betreten. Man nennt sie die „Galapagos des kleinen Mannes“: Die Dichte des Meereslebens ist jedenfalls beeindruckend.

15. Huacachina
Mitten in der Wüste von Ica liegt eine smaragdgrüne Lagune, umgeben von gewaltigen Dünen über der Oase. Huacachina ist eine der wenigen natürlichen Oasen an der peruanischen Küste. Die Highlights: Sandboarden auf den Dünen und eine Buggy-Tour bei Sonnenuntergang, wenn das schräge Licht das Sandrelief plastisch hervorhebt.

Von der Nazca-Wüste in den Norden Perus
16. Die Nazca-Linien
Auf dem Plateau von Nazca zeichnen Hunderte Geoglyphen im Wüstenboden tierische und geometrische Figuren: einen Kolibri, einen Affen, eine Spinne und schnurgerade Linien, die sich über mehrere Kilometer erstrecken. Vor mehr als zwei Jahrtausenden von der Nazca-Zivilisation angelegt, lassen sie sich von Straßenaussichtspunkten oder per Kleinflugzeug vom örtlichen Flugplatz aus beobachten. Ihre Bedeutung ist unter Archäologen noch immer umstritten.

17. Trujillo und Chan Chan
Trujillo, eine Kolonialstadt mit leuchtend bunten Fassaden, ist der ideale Ausgangspunkt zur Erkundung der Chimú-Zivilisation. Chan Chan, einige Kilometer entfernt, war die Hauptstadt dieses Reichs: Adobe-Paläste, skulptierte Wände mit geometrischen Mustern und Innenhöfe bilden eines der eindrucksvollsten präkolumbianischen Ensembles Perus.
Im Fischerdorf Huanchaco, einige Kilometer von Trujillo entfernt, benutzen Einwohner noch immer traditionelle Schilfboote (Caballitos de Totora), um aufs Meer hinauszufahren.

Das peruanische Amazonasgebiet
18. Iquitos, Tor zum Amazonas
Iquitos ist nur per Flugzeug oder Boot erreichbar: Keine Straße verbindet diese Stadt mit dem Rest des Landes. Am Ufer des Amazonas gelegen, dient sie als Stützpunkt für Dschungellodges und mehrtägige Flusskreuzfahrten. Das Viertel Belén mit seinen Pfahlbauten und seinem bunten Markt bildet das lebhafte Herz der Stadt.

19. Die Tierwelt des Amazonas-Regenwalds
Der peruanische Amazonas-Regenwald beherbergt eine beispiellose Artenvielfalt: Aras, Brüllaffen, Kaimane, rosafarbene Flussdelfine und Jaguare bevölkern seine Ufer und Baumkronen. Dschungellodges organisieren geführte Nacht- und Tagesausflüge, um die Tierarten in ihrer natürlichen Umgebung zu beobachten, mit realen Chancen auf seltene Begegnungen.

20. Auf den Nebenflüssen des Amazonas unterwegs
Abseits der Hauptwasserstraßen entdeckt man in Einbaumkanus bei Sonnenaufgang ruhige Seitenarme, gesäumt von Palmenwäldern und Urwäldern. Bestimmte Schutzgebiete, wie das Nationalreservat Pacaya-Samiria, von Iquitos aus erreichbar, ermöglichen das Eintauchen in nahezu unberührte Natur zwischen rosafarbenen Delfinen und Riesenreihern.

Wann nach Peru reisen?
Von Mai bis September (Trockenzeit) genießen die Anden und Machu Picchu klare Himmel und gut begehbare Wege. Die Pazifikküste ist fast das ganze Jahr über sonnig. Das Amazonasgebiet ist ganzjährig zugänglich: In der Regenzeit (November bis April) sind die Flüsse schiffbarer und die Tierbeobachtung im überfluteten Regenwald leichter.
Die Peru-Reise entspannt vorbereiten
Die praktischen Aspekte deiner Peru-Reise (Visum, Gesundheit, Budget, Versicherung) sind auf der Seite Reiseversicherung Peru zusammengefasst. Ein Unfall oder eine Erkrankung fernab der Städte, ob im Amazonas oder in der hohen Cordillera, kann eine kostspielige medizinische Evakuierung erfordern. Yupwego übernimmt die medizinischen Kosten und die Rückführung weltweit, auch aus den abgelegensten Regionen.
FAQ
Wie viel Zeit braucht man für Peru?
Zwei Wochen reichen für die klassische Route: Lima, Cusco, Heiliges Tal, Machu Picchu und Titicacasee. Mit drei Wochen bleibt Zeit für Arequipa, den Colca-Canyon, Nazca und Huacachina. Für das Amazonasgebiet und den peruanischen Norden plane mindestens vier Wochen ein.
Wann ist die beste Reisezeit für Peru?
Von Mai bis September garantiert die Trockenzeit klare Himmel in den Anden und ideale Bedingungen zum Wandern. Juni, Juli und August sind Hochsaison: Buche deine Machu-Picchu-Tickets und Inka-Trail-Genehmigungen mehrere Monate im Voraus.
Braucht man eine Reiseversicherung für Peru?
Eine Versicherung, die medizinische Kosten und Rückführung abdeckt, ist dringend empfohlen. Die Behandlung in privaten Qualitätskliniken ist teuer, und eine Evakuierung aus abgelegenen Gebieten (Amazonas, hohe Cordillera) kann mehrere tausend Euro kosten.
Wie kommt man von Lima nach Machu Picchu?
Die klassische Route: Flug Lima-Cusco (ca. 1 Std. 15 Min.), dann ein bis zwei Akklimatisierungstage in Cusco, danach Zug nach Aguas Calientes (2 bis 3 Stunden je nach Abfahrtsort) und Bus oder Fußmarsch zur Anlage. Ein Aufenthalt vor Ort ermöglicht den Besuch gleich nach der Öffnung, bevor die Gruppen eintreffen.
Kann man Peru ohne Wandern erkunden?
Ja. Machu Picchu ist per Zug und Bus erreichbar. Lima, Cusco, Arequipa, der Titicacasee per Boot und die Nazca-Linien per Kleinflugzeug lassen sich ohne besondere körperliche Fitness erkunden. Trekking bleibt eine Option für alle, die tiefer in die Natur eintauchen möchten.





