Auf wenigen Stadtvierteln vereint Lima einen kolonialen UNESCO-Platz, Steilklippen am Pazifik, eine Gastronomie von Weltrang und präkolumbische Ruinen mitten im Stadtgebiet. Hier erfährst du, was du Viertel für Viertel sehen und erleben solltest.
Meine Reise nach Peru planenDas historische Zentrum: Limas koloniales Herz
Seit 1991 UNESCO-Weltkulturerbe, gliedert sich das historische Zentrum Limas um die Plaza Mayor, wo Francisco Pizarro die Stadt im Jahr 1535 gründete. Die Kathedrale, der Regierungspalast und der Erzbischöfliche Palast fassen diesen Platz mit seinen ockerfarbenen Fassaden und den für den spanischen Kolonialbarock typischen geschnitzten Holzbalkonen ein.

Gleich in der Nähe ist das Kloster San Francisco eines der schönsten Beispiele spanischer Barockarchitektur in Lateinamerika. Seine Katakomben, die vom 17. bis ins 19. Jahrhundert in Betrieb waren, beherbergen die Gebeine von rund 70.000 Menschen: Schädel und Oberschenkelknochen formen geometrische Muster in unterirdischen Gängen. Die Führung dauert rund eine Stunde.
Miraflores: Steilklippen, Pazifik und Stadtviertel-Leben
Miraflores ist das lebendigste Stadtviertel Limas für Reisende. Der Malecón zieht sich entlang der Steilklippen, die direkt auf den Pazifik hinabfallen, mit Terrassengärten, Panoramaaussichtspunkten und Joggingwegen. Der Parque del Amor, mit farbenfrohen Mosaiken geschmückt, bietet einen der schönsten Ausblicke auf das Meer. An den Klippen bieten lokale Schulen Paragliding-Schnupperkurse an.

Die Huaca Pucllana: eine Pyramide mitten in der Stadt
Nur wenige Blocks vom Malecón entfernt ist die Huaca Pucllana eine siebenstufige Adobe-Pyramide von 22 Metern Höhe. Als Zeremonial- und Verwaltungszentrum der Lima-Zivilisation zwischen dem 2. und 7. Jahrhundert nach Christus ist die Stätte mittwochs bis montags von 9 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintrittspreis (15 Soles, umgerechnet rund 4 US-Dollar) umfasst eine Führung auf Spanisch oder Englisch. Am Fuß der abends beleuchteten Pyramide serviert ein Restaurant peruanische Küche.
Barranco: Limas Bohème-Viertel
Südlich von Miraflores liegt Barranco, das Viertel der Künstler und unabhängigen Galerien. In seinen Gassen wechseln sich bunte Kolonialhäuser und Wandgemälde ab. Abends machen Bars und Konzertlocations das Viertel zum belebtesten Ort der Hauptstadt.

Die Puente de los Suspiros, eine 1876 erbaute Holzbrücke, ist das Wahrzeichen des Viertels. Der lokalen Überlieferung nach geht ein Wunsch in Erfüllung, wenn man die Brücke mit angehaltenem Atem überquert. Die Bajada de los Baños, einst ein Fischerweg hinunter zum Meer, ist heute von Cafés und Restaurants mit Blick auf den Pazifik gesäumt.
Das Museo Larco: Schätze präkolumbischer Kunst
In einem Kolonialgebäude aus dem 18. Jahrhundert untergebracht, das selbst auf einer präkolumbischen Pyramide aus dem 7. Jahrhundert erbaut wurde, beherbergt das Museo Larco die weltgrößte ausgestellte archäologische Sammlung des alten Peru. Keramiken, Textilien sowie Gold- und Silberschmuck dokumentieren mehr als 3.000 Jahre Geschichte. Die erotische Sammlung beleuchtet die rituellen Praktiken der Küstenkulturen. Die Innengärten und das Museumsrestaurant machen diesen Besuch zu weit mehr als einem gewöhnlichen Museumsrundgang.
Lima: gastronomische Hauptstadt Südamerikas
Lima hat gleich zwei Restaurants, die als Weltbeste ausgezeichnet wurden: Central errang 2023 den ersten Platz der The World’s 50 Best Restaurants, und Maido, dessen Nikkei-Küche japanische Techniken mit peruanischen Produkten vereint, stieg 2025 ebenfalls an die Weltspitze derselben Bestenliste. Für ein erschwinglicheres Erlebnis servieren die Stände auf dem Markt von Surquillo frische Ceviches für wenige Euro.
Ceviche, das peruanische Nationalgericht schlechthin, isst man nach Landesbrauch zum Mittagessen. Eine Cevichería im Viertel, ein Glas Leche de Tigre an der Theke und ein paar gegrillte Anticuchos genügen, um zu verstehen, warum Lima Köche aus aller Welt anzieht.
Surfen an der Costa Verde
Die Strände der Costa Verde erstrecken sich am Fuß der Limeñer Steilklippen. Gleichmäßige Wellen eignen sich für Surfer aller Niveaus; lokale Schulen bieten Kurse und Materialverleih an. Von den Klippen aus gleiten regelmäßig Paraglider entlang der Küste.

Ausflüge von Lima: Pachacamac und die Anden
Dreißig Kilometer südlich von Lima lässt sich die archäologische Stätte Pachacamac als Halbtagesausflug besichtigen. Von der Lima-Zivilisation zwischen 200 und 600 nach Christus gegründet, erstreckt sich dieser präkolumbische Religionskomplex über mehr als 450 Hektar und umfasst Tempel, Stufenpyramiden und Zeremonialplätze, die dem Schöpfergott Pachacamac geweiht waren. Ein Museum vor Ort präsentiert die bei Ausgrabungen entdeckten Artefakte.
Nach Osten hin zeichnen sich bei klarem Wetter von Lima aus die Ausläufer der Anden ab. Ausflüge ermöglichen es, in wenigen Stunden Hochgebirgslandschaften zu erreichen, die einen radikalen Kontrast zur Küstenstadt bieten.

Für einen vollständigen Reiseplan über Lima hinaus findest du unseren Guide Was tun in Peru: Top 20 der Highlights. Wenn du Lima mit anderen lateinamerikanischen Reisezielen kombinieren möchtest, kann unsere Auswahl Was tun in Mexiko-Stadt deinen Reiseplan ergänzen.
FAQ
Wie viele Tage sollte man für Lima einplanen?
Zwei bis drei Tage decken die wichtigsten Highlights ab: historisches Zentrum, Miraflores, Barranco, Museo Larco und Huaca Pucllana. Ein vierter Tag eignet sich für einen Ausflug nach Pachacamac oder für einen Vormittag, der ganz der lokalen Gastronomie gewidmet ist.
Wann ist die beste Reisezeit für Lima?
Lima hat ein küstennahes Wüstenklima. Von Dezember bis April scheint die Sonne regelmäßig und die Temperaturen sind hoch. Von Mai bis November liegt morgens oft ein Nebelschleier, die sogenannte „Garúa“, über der Stadt, doch die Temperaturen bleiben angenehm mild. Die Stadt lässt sich das ganze Jahr über besuchen.
Ist Lima sicher für Touristen?
Miraflores und Barranco gelten tagsüber und abends als sicher. Das historische Zentrum ist in den touristischen Bereichen belebt und gut besucht. Plattform-Taxis (Uber, Cabify) sind Straßentaxis vorzuziehen, und teure Geräte sollte man in weniger frequentierten Gegenden besser nicht offen zeigen.
Muss man Spanisch sprechen, um Lima zu besuchen?
In Hotels, Restaurants und Museen in Miraflores und Barranco wird Englisch oft verstanden. Auf Märkten und in Wohnvierteln erleichtern ein paar Worte Spanisch den Austausch erheblich.
Braucht man eine Reiseversicherung für Lima?
Private medizinische Versorgung in Peru geht vollständig auf Kosten ausländischer Patienten. Ein Krankenhausaufenthalt kann mehrere Tausend Euro kosten. Eine Kranken- und Rückholversicherung ist vor jeder Abreise nach Lima unverzichtbar.





