Kuba vereint koloniale UNESCO-Städte, weiße Sandstrände, allgegenwärtige Musik und unberührte Natur. Für einen zweiwöchigen Aufenthalt bilden Havanna, Viñales, Trinidad, Varadero und Cayo Coco eine solide Grundlage. Wer mehr Zeit mitbringt, ergänzt Baracoa, Camagüey oder die Halbinsel Zapata. Hier sind die 20 Erlebnisse, die eine Kubareise wirklich ausmachen.
Havanna: Drei Gründe, länger zu bleiben
Die kubanische Hauptstadt verdient mindestens zwei Tage. Die Dichte an Sehenswürdigkeiten, Stimmungen und Kontrasten macht sie zum natürlichen Ausgangspunkt für die restliche Insel.
1. Die Altstadt von Havanna, UNESCO-Welterbe
La Habana Vieja breitet fünf Jahrhunderte Kolonialgeschichte auf wenigen Kilometern aus, die sich bequem zu Fuß erkunden lassen. Die Plaza de Armas, die Plaza Vieja, die Kathedrale und das Castillo de la Real Fuerza folgen nahtlos aufeinander. Die pastellfarbenen Fassaden mit abblätternder Farbe erzählen mindestens so viel wie die Museen: Der Reichtum der Vergangenheit und die Realität der Gegenwart begegnen einem an jeder Straßenecke.

2. Der Malecón: 7 km Promenade am Straße von Florida
Diese Ufermauer zieht sich 7 km entlang der Nordküste Havannas. Am Abend treffen sich die Habaneros spontan hier, um zu reden, Gitarre zu spielen oder aufs Meer zu schauen. Es ist einer der seltenen Orte, an denen Reisende und Einheimische ganz natürlich zusammenkommen, ohne jede inszenierte Kulisse.
3. Almendrones: In einem Vorkriegs-Oldtimer durch die Stadt
Kuba hat mehrere Zehntausend amerikanische Autos aus der Zeit vor 1960 auf den Straßen. Diese Almendrones fungieren als Sammeltaxis in allen großen Städten. Einen Cabriolet-Oldtimer für eine Stadtrundfahrt durch Havanna zu mieten, gehört zu den eindrucksvollsten Arten, die Hauptstadt kennenzulernen, den Preis sollte man allerdings vor dem Einsteigen aushandeln.


4. Das Viñales-Tal: Mogotes und Tabakanbau
Seit 1999 UNESCO-Welterbe, verdankt das Viñales-Tal seine einzigartige Landschaft den Mogotes: mächtige, gerundete Kalksteinfelsen, die unvermittelt aus der Ebene aufragen, umgeben von Tabakfeldern und tropischem Regenwald. Der Mirador de Los Jazmines bietet das meistfotografierte Panorama des Tals, besonders beim Sonnenaufgang.
Auf den umliegenden Tabakfarmen zeigen die Bauern, wie die getrockneten Blätter zu den weltweit exportierten Zigarren werden. Eine Wanderung oder ein Ausritt durch das Tal rundet das Erlebnis stimmig ab.


Kubas Strände
Kuba ist keine Einheitsstrand-Destination. Varadero für die einfache Erreichbarkeit, Cayo Coco für Natur und Flamingos, Playa Pesquero für Ruhe: Jeder Strand hat seinen eigenen Charakter.
5. Varadero: Der Traumstrand, zwei Stunden von Havanna
Die Halbinsel Hicacos erstreckt sich über einen der längsten Strände der Karibik, mit türkisblauem Wasser und bequemer Anbindung an die Hauptstadt. Schnorchelbegeisterte finden Unterwasserhöhlen, die per Bootsausflug vom Strand aus zugänglich sind.


6. Cayo Coco: Korallenriff und Flamingos
Durch einen Damm über das Meer mit dem kubanischen Festland verbunden, schützt Cayo Coco seine Strände hinter einem Korallenriff, das das Wasser besonders ruhig und klar macht. In den Binnenlagonen leben Flamingos, die vom Damm aus gut zu beobachten sind. Es ist einer der wildesten Strände des Landes, erreichbar ganz ohne Bootsüberfahrt.

7. Playa Pesquero: Ruhe und Riffe bei Holguín
Im Osten der Insel, bei Holguín, taucht Playa Pesquero in den meisten Standardreiserouten nicht auf. Sein weißer Sand und die direkt vom Strand zugänglichen Korallenriffe machen ihn zu einer ruhigeren Alternative zu Varadero, geschätzt für seine Abgeschiedenheit.


Die Kolonialstädte des Landesinneren
8. Trinidad: Die besterhaltene Kolonialstadt der Karibik
Trinidad, UNESCO-Welterbe, gilt als die am besten erhaltene Kolonialstadt der gesamten Karibik. Seine gepflasterten Gassen, niedrigen bunt gestrichenen Häuser und schmiedeeisernen Balkone haben sich seit dem 19. Jahrhundert kaum verändert. Die Plaza Mayor und der Palacio Cantero sind die zwei Höhepunkte; abends spielen die Bars der Stadt kubanische Musik bis in den frühen Morgen.

9. Cienfuegos: Die Perle des Südens, gegründet von Franzosen
1819 von französischen Kolonisten gegründet, unterscheidet sich Cienfuegos durch seine strenge, geordnete neoklassizistische Architektur von anderen kubanischen Städten. Das historische Zentrum steht seit 2005 auf der UNESCO-Welterbeliste. Der Parque José Martí, der Palacio de Valle und die lokale Uferpromenade lohnen einen halben Fußgängertag. Die Straßennamen tragen noch heute das Gepräge dieser frankophonen Gründung.

10. Camagüey: Das Labyrinth, das Piraten verwirren sollte
Camagüey verdankt seinen labyrinthischen Grundriss einer bewussten Strategie: Die Stadtgründer des 16. Jahrhunderts legten verschlungene Gassen und Sackgassen an, um Piratenangriffe zu erschweren. Heute ist das Verirren in den Gassen ein Vergnügen für sich. Die Plaza de San Juan de Dios, gepflastert und von orangefarbenen Gebäuden umrahmt, bildet das historische Herz des Altstadtviertels.

11. Santa Clara: Die entscheidende Schlacht der Revolution
In Santa Clara fiel im Dezember 1958 die letzte Entscheidung der kubanischen Revolution. Das Mausoleum des Che Guevara, das die sterblichen Überreste des Revolutionärs und einiger seiner Weggefährten beherbergt, ist das meistbesuchte Denkmal der Stadt. Der Parque Vidal, am Abend von lokaler Musik belebt, erinnert daran, dass Santa Clara auch eine lebendige Gegenwartsstadt ist.

12. Santiago de Cuba: Wiege des kubanischen Son
Als zweitgrößte Stadt der Insel trägt Santiago eine unverwechselbare Identität, die afrikanisches, karibisches und spanisches Erbe vereint und dem kubanischen Son sowie der Rumba ihren Ursprung gab. Der Parque Céspedes und das Castillo del Morro überragen die Bucht von erhöhter Lage aus. Santiago ist weniger auf Massentourismus ausgerichtet als Havanna, was es authentischer wirken lässt.

13. Der Karneval von Santiago de Cuba
Jedes Jahr Ende Juli verwandelt der Karneval von Santiago de Cuba die Stadt in eine einzige Bühne: kostümierte Comparsas, Trommeln, Festwagen und Nächte, die bis zum Morgengrauen dauern. Es ist der größte Karneval Kubas, intensiver als der in Havanna, und einer der ältesten der Karibik. Das Karnevalsmuseum von Santiago zeigt Kostümausstellungen und Aufführungen das ganze Jahr über, auch für alle, die außerhalb der Saison vorbeikommen.
14. Baracoa: Die erste Stadtgründung Kubas
Am 15. August 1511 von Diego Velázquez de Cuéllar gegründet, ist Baracoa die älteste spanische Siedlung Kubas. Zwischen der Karibik und dem Gebirge eingekeilt, war die Stadt bis 1965 praktisch nicht per Straße erreichbar. Diese relative Abgeschiedenheit hat ihren Charakter bewahrt: ein lebhafter Wochenmarkt, eine vom Rest der Insel abweichende Küche und El Yunque, der Tafelberg, der die Bucht von jedem Punkt der Stadt aus überragt.

Natur und Abenteuer auf Kuba
15. Die Halbinsel Zapata: Das größte Feuchtgebiet der Karibik
Die Ciénaga de Zapata ist das größte Feuchtgebiet der Karibik und von der UNESCO als Biosphärenreservat anerkannt. Über 200 Vogelarten sind hier heimisch, darunter eine auf rund 25.000 Tiere geschätzte Flamingopopulation, die vor allem zwischen November und April die Laguna de las Salinas aufsucht. Rund 40 Prozent aller in Kuba vorkommenden Vogelarten leben in diesem Reservat, was es zu einem der vogelreichsten Reiseziele der Antillen macht.


16. Playa Girón: Tauchen in der Schweinebucht
Playa Girón ist in den Geschichtsbüchern als Schauplatz des gescheiterten Invasionsversuchs in der Schweinebucht 1961 bekannt. Unter Wasser ändert sich die Atmosphäre grundlegend: Die Bucht birgt Unterwasserhöhlen, Korallenabbrüche und eine dichte Meeresfauna, was sie zu einem der besten Küstentauchplätze des Landes macht.

17. Tauchen: Wracks und Steilwände rund um die Isla de la Juventud
Die Isla de la Juventud vor der Südwestküste zählt 56 erfasste Tauchplätze: korallenbewachsene Wracks, Unterwassertunnel und Tiefwandabbrüche mit vielfältiger Meeresfauna. María la Gorda an der Westspitze der Hauptinsel ist ebenfalls für die außergewöhnliche Wasserklarheit bekannt.

Drei unverzichtbare kubanische Erlebnisse
18. Musik: Eine Session in einer Casa de la Trova
Auf Kuba wird Musik nicht in Konzertsälen konsumiert, sie spielt sich in Cafés, Innenhöfen und Gassen ab. Die Casas de la Trova, die es in fast allen größeren Städten gibt, veranstalten mehrmals wöchentlich Konzerte vor einem Publikum aus Einheimischen und Reisenden. Eine Stunde dort ist mehr wert als jede organisierte Show.
19. Rum, Mojito und Daiquiri auf Kuba
Kuba ist die Heimat des Mojito und des Daiquiri. In einer Paladar (einem privaten kubanischen Restaurant) ist ein frisch gemischter Mojito mit frischer Minze und einheimischen Limetten eine ganz andere Erfahrung als alle exportierten Varianten. Die Preise bleiben im Vergleich zu europäischen Maßstäben sehr erschwinglich.
20. Isla de la Juventud: Entschleunigung und Tauchen abseits der Touristenpfade
Vor der Südwestküste liegt die Isla de la Juventud, die in den meisten Standardreiserouten fehlt, was genau ihren Reiz ausmacht. Das Leben ist langsam, die Strände wenig besucht, und ihre 56 Tauchplätze zählen zu den besten der Karibik. Für alle, die karibische Inseln abseits des Mainstreams entdecken möchten, ist das eine Adresse, die man sich merken sollte.
Vor der Abreise: Die Kubareise gut vorbereiten
Kuba hält einige praktische Überraschungen für schlecht vorbereitete Reisende bereit. Alles zu Einreiseformalitäten, Gesundheitsempfehlungen und medizinischer Versorgung vor Ort findet sich in unserem Ratgeber Reiseversicherung Kuba mit aktuellen Informationen. Medizinische Kosten für Ausländer können erheblich sein; eine passende Absicherung erspart es, im Ernstfall hohe Beträge vorstrecken zu müssen.
Wer Lateinamerika liebt, findet auch in unserem Ratgeber Was tun in Chile weitere Inspiration, einem Reiseziel mit ebenso faszinierenden Kontrasten zwischen Kolonialstädten und wilder Natur.
FAQ
Wann ist die beste Reisezeit für Kuba?
Die Trockenzeit von November bis April bietet angenehme Temperaturen und wenig Niederschlag. Juli und August ermöglichen den Besuch des Karnevals von Santiago de Cuba (Ende Juli), sind aber heiß und feucht. September und Oktober fallen mitten in die Hurrikansaison und sollten nach Möglichkeit gemieden werden.
Wie viele Tage braucht man für Kuba?
Zwei Wochen reichen für Havanna (2 bis 3 Tage), Viñales, Trinidad, Cienfuegos und ein oder zwei Strände. Wer Santiago de Cuba und Baracoa hinzufügen möchte, sollte 18 bis 21 Tage einplanen. Ein erster Aufenthalt von einer Woche mit Schwerpunkt Havanna und Varadero ist eine gängige Option, um die Insel kennenzulernen.
Was ist die schönste Stadt Kubas?
Trinidad wird am häufigsten genannt, mit seinem intakten Kolonialzentrum als UNESCO-Welterbe und seiner allgegenwärtigen Musikatmosphäre. Die Altstadt von Havanna beeindruckt durch Größe und Energie; Cienfuegos besticht durch seine elegante neoklassizistische Architektur französischen Ursprungs.
Ist Kuba auch für Strandmuffel geeignet?
Absolut. UNESCO-geschützte Kolonialstädte, afrokubische Musik, Vogelbeobachtung auf der Halbinsel Zapata, Tauchen und Gedenkstätten der Revolutionsgeschichte bieten zwei Wochen Programm, ohne auch nur einmal den Sand zu betreten.
Wie kommt man zwischen den Städten auf Kuba voran?
Die Viazul-Busse und Sammeltaxis (Colectivos) verbinden die größten Städte zuverlässig. In der Stadt sind die Almendrones (historische Sammeloldtimer) das typische Fortbewegungsmittel. Ein Mietwagen mit Fahrer bleibt die flexibelste Lösung für Nebenstraßen.





