Peking vereint in einem einzigen Aufenthalt, was nur wenige Städte der Welt bieten können: von der UNESCO gelistete Kaiserpaläste, sieben Jahrhunderte alte Gassen und Alltagsszenen, die Reiseführer meist nur streifen. Eine Woche ist das Minimum, um über die Pflichtprogramme hinauszugehen und die Seele der Stadt wirklich zu spüren.
Reiseversicherung Angebot einholenIn den Hutongs: das Peking, das sich behauptet
Das Wort Hutong stammt aus dem Mongolischen und bezeichnete ursprünglich einen Brunnen, um den sich unter der Yuan-Dynastie (13. Jahrhundert) jedes Viertel organisierte. Diese engen Gassen, gesäumt von Häusern mit quadratischem Innenhof (Siheyuan), bilden noch heute das lebendige Gefüge des alten Pekings.

Shichahai: authentisch und lebendig
Einst Endpunkt des Großen Kanals unter der Yuan-Dynastie und aristokratisches Rückzugsgebiet unter den Ming und Qing, ist das Viertel Shichahai (die Nordseen) das größte unter Schutz stehende Hutong-Gebiet Pekings. Das Wasser glitzert zwischen Trauerweiden. Die Bewohner üben Tai-Chi oder führen ihre Singvögel im Käfig schon in aller Frühe spazieren. Das Anwesen des Prinzen Gong (Gong Wang Fu) lässt die Palastarchitektur eines bedeutenden Qing-Aristokraten erahnen. Anders als Nanluoguxiang bewahrt Shichahai seine bewohnten Siheyuan, kleinen Nachbarschaftsläden und Mah-Jong-Runden mitten auf der Straße.
U-Bahn-Station: Shichahai (Linie 8).
Nanluoguxiang: sichtbare Gentrifizierung
Nanluoguxiang bewahrt seinen ursprünglichen Yuan-Grundriss mit acht fischgrätenartig abzweigenden Gassen. Die Hauptstraße verbindet Designläden, Cafés und Kunstgalerien. Die nördlicheren Höfe beherbergen Schätze wie das Gedenkhaus des Malers Qi Baishi. Ideal für einen belebten Bummel am späten Nachmittag, weniger für echtes Eintauchen. Komm an einem Werktag und möglichst morgens, um dem Viertelsleben näherzukommen.
U-Bahn-Station: Nanluoguxiang (Linien 6 und 8).
Wudaoying: das ehemalige Militärlager als Künstlerviertel
Der Wudaoying Hutong war einst ein Qing-Militärlager. Heute beherbergt dieser Korridor unabhängige Designerläden, Retro-Cafés und kleine, sorgfältig geführte Restaurants, unweit des Lama-Tempels (Yonghe Gong).
Merke: Der Zugang zu den Hutongs ist frei (offene Wohnviertel). Komm an einem Werktag, im Frühling oder Herbst. Früh am Morgen erwacht das Viertelsleben und du entfernst dich wirklich von den ausgetretenen Touristenpfaden.

Die Peking-Oper: warum man sie auch ohne Mandarin-Kenntnisse erleben sollte

Die Peking-Oper (jingju) vereint Gesang, Akrobatik, codierte Kampfkünste und bestickte Kostüme zu einem durch und durch visuellen Spektakel. Jede Figur ist an ihrer Schminke zu erkennen: Rot steht für Tapferkeit, Weiß für Verrat, Schwarz für Integrität. Der Code erschließt sich auch ohne ein einziges Wort Mandarin.
Das Liyuan-Theater (Hotel Jianguo Qianmen) zeigt Vorstellungen von Mittwoch bis Samstag um 19:30 Uhr, Dauer etwa 70 Minuten. Komm 30 Minuten früher, um den Schauspielerinnen und Schauspielern beim Schminken hinter der Bühne zuzuschauen. Tickets gibt es ab ¥ 280 und sind online buchbar.
Wer ein anspruchsvolleres Erlebnis sucht: Das Mei Lanfang Grand Theatre und das Chang’an Grand Theatre bieten vollständige, längere Programme, die stärker auf ein kundiges lokales Publikum ausgerichtet sind.
Die Verbotene Stadt: 72 Hektar, eine Strategie gegen die Erschöpfung

Die Verbotene Stadt (Gugong), UNESCO-Weltkulturerbe, erstreckt sich über 72 Hektar und umfasst mehr als 980 Gebäude. Fünf Jahrhunderte lang war sie die Residenz der Ming- und Qing-Kaiser.
Plane mindestens 3 bis 4 Stunden ein. Meide die überfüllte Mittelachse und erkunde die Seitenflügel, die oft ruhiger sind und die Sammlungen kaiserlicher Uhren und Keramiken beherbergen. Der Kaiserliche Garten im Norden des Komplexes bietet am Ende des Besuchs einen ruhigen Rückzugsort. Die Eintrittskarten gibt es ausschließlich online mit einem Tageskontingent: In der Hochsaison solltest du mehrere Tage im Voraus kaufen.
Um Peking in eine größere Reiseroute einzubinden, hilft dir unser Komplettreiseführer Was tun in China beim Zusammenstellen deiner Reiseroute.
Der Platz des Himmlischen Friedens: die Flaggenzeremonie bei Sonnenaufgang

Der Platz des Himmlischen Friedens (Tian’anmen) gehört zu den größten öffentlichen Plätzen der Welt. Die Flaggenhissungszeremonie findet jeden Morgen auf die Minute genau zur Sonnenaufgangszeit statt. Komm 30 Minuten früher. Die Zeremonie dauert nur wenige Minuten, zieht Hunderte von Chinesinnen und Chinesen an und der Eintritt ist kostenlos.
Die Chinesische Mauer: Mutianyu statt Badaling

Der Abschnitt Badaling, etwa 70 km von Peking entfernt, ist der zugänglichste und meistbesuchte. Mutianyu, etwas weiter gelegen, bietet wildere Landschaften, weniger Gedränge und eine Seilbahn, die einen ohne den Aufwand des Fußaufstiegs nach oben bringt. Beide Abschnitte lassen sich als Tagesausflug von Peking aus unternehmen.
Pekings Parks: zwischen 6 und 9 Uhr gehört die Stadt sich selbst
Ein frühmorgendlicher Besuch im Park des Himmelstempels oder im Jingshan-Park (Kohlehügel, direkt gegenüber der Verbotenen Stadt) offenbart eine Seite, die Touristinnen und Touristen oft verpassen: Gruppen beim Freilufttanz, Tai-Chi-Praktizierende, Amateurmusiker, Mah-Jong-Spieler. Diese Parks sind das kollektive Wohnzimmer der Pekinger. Man kauft hier nichts, man trifft sich.
Das zeitgenössische Peking: die andere Seite der Hauptstadt

Peking beschränkt sich nicht auf seine Paläste. Das Viertel Sanlitun, die Umgebung des 798 Art Districts (ehemaliges Militärwerk, heute Galerien für zeitgenössische Kunst) und das CBD zeigen eine Hauptstadt im ständigen Wandel. Dieser Kontrast zwischen imperialem und modernem Peking ist eine der Besonderheiten der Stadt: Beide Welten koexistieren, ohne dass eine die andere verdrängt.
Peking-Ente: die Adresse, die zählt

Peking-Ente (Běijīng kǎoyā) ist das Gericht Pekings schlechthin. Die knusprige Entenhaut wird in dünne Pfannkuchen gerollt, mit Hoisin-Sauce, Frühlingszwiebeln und Gurke.
- Quanjude, gegründet 1864, ist die historische Institution, bekannt für die Garmethode über Obstbaumholzfeuer.
- Da Dong bietet eine leichtere Variante mit einer Haut, die als noch knuspriger gilt.
In beiden Fällen: Reserviere für das Abendessen, denn die Warteschlangen ohne Reservierung sind lang.
Wenn du eine größere Asienrundreise planst, können unsere Reiseführer Was tun in Tokio und Was tun in Seoul deine Route ergänzen.
FAQ
Wie viele Tage sollte man für Peking einplanen?
Plane mindestens 5 bis 7 Tage ein, um die Highlights (Verbotene Stadt, Chinesische Mauer, Platz des Himmlischen Friedens), einen halben Tag in den Hutongs und einen Abend bei der Peking-Oper zu verbinden. Eine weitere Woche ermöglicht es, weniger touristische Viertel, Lokalmärkte und Stadtteilparks zu entdecken.
Sind die Hutongs in Peking kostenpflichtig?
Nein. Die Hutongs sind offene Wohnviertel, der Zutritt ist kostenlos. Rikscha-Touren (Rickshaw) werden von lokalen Anbietern angeboten, aber durch die Gassen zu schlendern kostet nichts.
Wo kann man als Tourist die Peking-Oper sehen?
Das Liyuan-Theater (Hotel Jianguo Qianmen) ist für ausländische Besucherinnen und Besucher am zugänglichsten: Vorstellungen von Mittwoch bis Samstag um 19:30 Uhr, Dauer etwa 70 Minuten, Tickets ab ¥ 280. Komm 30 Minuten früher, um den Schauspielerinnen und Schauspielern beim Schminken zuzuschauen.
Wann ist die beste Reisezeit für Peking?
Frühling (April/Mai) und Herbst (September/Oktober) bieten die besten klimatischen Bedingungen. Der Sommer ist heiß und feucht, der Winter kalt und trocken, aber die Chinesische Mauer im Schnee ist einen Abstecher wert.
Wie kommt man in Peking am besten voran?
Pekings U-Bahn ist weitläufig, erschwinglich und einfach zu nutzen, mit Durchsagen auf Englisch. In den Hutongs sind Fußwege oder das Fahrrad Pflicht: Die Gassen sind zu eng für Autos.





