Tokyo erkundest du am besten Viertel für Viertel: Jedes hat seine eigene Persönlichkeit, manchmal nur wenige U-Bahn-Stationen entfernt. In drei bis fünf Tagen kannst du Asakusa mit seinen historischen Gassen, Shibuya mit seiner ikonischen Kreuzung, Harajuku, Akihabara und Ueno miteinander verbinden, ohne dass Langeweile aufkommt. Wenn du eine größere Japanreise planst, geben dir unsere Gründe für eine Reise nach Japan die ersten Impulse für deine Route.
Asakusa und der Senso-ji-Tempel: die historische Seele Tokyos
Der Senso-ji-Tempel, im 7. Jahrhundert gegründet, ist der älteste Tempel Tokyos. Das äußere Gelände ist rund um die Uhr zugänglich und der Eintritt ist kostenlos. Das Hauptgebäude öffnet von April bis September um 6 Uhr (im Rest des Jahres um 6:30 Uhr) und schließt um 17 Uhr.
Komm früh morgens, um die Nakamise-dori fast menschenleer zu erleben: Diese Einkaufsstraße mit rund 90 Läden führt zum Tempel und bietet bemalte Fächer, Ningyo-Puppen und traditionelle Süßigkeiten. Abends ist das Gelände bis 23 Uhr beleuchtet und verströmt eine ganz andere Atmosphäre.
Das Kaminarimon-Tor mit seiner großen roten Laterne markiert den Eingang zum Gelände. Es ist gleichzeitig die beste Eintrittspforte ins Kunsthandwerk und die Architektur des alten Tokyos.

Shibuya: die meistgefilmte Kreuzung der Welt
Der Shibuya Crossing gehört zu den meistfrequentierten Fußgängerkreuzungen der Welt: Wenn die Ampeln auf Grün schalten, überqueren mehrere Tausend Menschen gleichzeitig die Kreuzung. Den besten Blick hast du von oben, aus den oberen Etagen der umliegenden Gebäude.
Die Hachiko-Statue, ein Akita-Hund, der für seine Treue berühmt wurde, steht direkt vor dem Bahnhofsausgang und dient als typischer Treffpunkt. Ringsherum konzentrieren Shibuya 109 und die angrenzenden Straßen Jugendmode; Bars und Clubs beleben das Viertel bis in die frühen Morgenstunden.

Der Ueno-Park: Museen, Kirschblüten und Zoo
Der Ueno-Park beherbergt das Nationalmuseum Tokyo (das größte Japans), das Nationalmuseum für Natur und Wissenschaft sowie den Ueno Zoo, den ältesten Zoo Japans. Je nach Interesse kannst du hier problemlos einen ganzen Tag verbringen.
Im Frühling wird der Park zu einem der begehrtesten Hanami-Spots der Hauptstadt. Die Kirschblüte in Tokyo wird in der Regel um den 21. März erwartet, mit voller Blüte in der darauffolgenden Woche. Das Ueno Sakura Matsuri-Festival versammelt Tausende von Besuchern unter den blühenden Alleen.
Ein weiterer bemerkenswerter Hanami-Spot: die Ufer des Meguro-Flusses in Nakameguro, wo 800 Kirschbäume einen rosa Tunnel bilden, der abends von Laternen beleuchtet wird.

Gastronomie: Was du in Tokyo essen wirst
Der Außenmarkt von Tsukiji ist trotz der Verlagerung des Großmarkts nach Toyosu weiterhin in Betrieb: Stände servieren dort ab dem frühen Morgen frisch zubereitete Sushis, Tamagoyaki und gegrillte Meeresfrüchte. Die Ameya-Yokocho-Straße nahe Ueno ist ein weiterer beliebter Markt zum Snacken im Stehen zwischen den Ständen.
Abends ist ein Izakaya der geselligste Ort, um die japanische Tafelkultur kennenzulernen: Man bestellt Gericht für Gericht, teilt alles und begleitet es mit Sake oder japanischem Bier. Ramen, Yakitori und Tempura runden das Angebot in oft winzigen, rappelvollen Restaurants ab.


Tokyo bei Nacht: Shinjuku und seine leuchtenden Gassen
Shinjuku Kabukicho bündelt Bars, Restaurants, Karaoke-Lokale und Spielhallen auf wenigen Häuserblocks. Die Leuchtreklamen verwandeln das Viertel bei Einbruch der Dunkelheit in eine Science-Fiction-Filmkulisse. Gleich nebenan bietet das Golden Gai Dutzende winzige Themenbars, die oft nur von einem einzigen Barkeeper geführt werden.
Omoide Yokocho, die „Gasse der Erinnerungen“, ist ein weiterer emblematischer Durchgang: eine Reihe kleiner Yakitori-Restaurants aus den 1950er Jahren, erfüllt von Rauchschwaden und einer einzigartigen Retro-Atmosphäre.

Die Tokyo Skytree: die Stadt aus 450 Metern erleben
Mit 634 Metern ist die Tokyo Skytree der höchste Turm Japans. Sie verfügt über zwei Aussichtsplattformen: das Tembo Deck auf 350 m (Erwachsenenticket: 2.100 Yen) und die Tembo Galleria auf 450 m (Aufpreis: 1.000 Yen), von der aus du bei klarem Wetter bis zum Fuji blicken kannst. Wintermorgen gelten als besonders sichtklar.
Der Turm beherbergt außerdem Läden, Restaurants und ein Aquarium. Empfehlenswert: Tickets online im Voraus kaufen, um die Warteschlange zu umgehen. Die aktuellen Preise findest du auf der offiziellen Website tokyo-skytree.jp.
Der Kaiserpalast und seine Gärten
Der Kaiserpalast steht auf den Grundmauern des ehemaligen Edo-Schlosses. Der Zutritt zum Inneren ist sehr eingeschränkt, doch die Ostgärten (Higashi Gyoen) sind kostenlos und an den meisten Tagen geöffnet.
Der Chidorigafuchi-Weg am Nordufer des Burggrabens bildet im Frühling einen 700 Meter langen Kirschblüten-Tunnel: eines der meistfotografierten Frühlingsmotive der Stadt.

Harajuku und Omotesando: exzentrische Mode und edle Prachtstraßen
Die Takeshita-dori ist Tokyos Straße für junge, exzentrische Mode: japanische Crêpes, Vintage-Secondhand und ausgefallene Accessoires reihen sich auf wenigen hundert Metern aneinander. Die Atmosphäre ändert sich schlagartig, sobald du auf die Omotesando wechselst, eine von Architekten-Flagshipstores und Kunstgalerien gesäumte Allee. Die Omotesando Hills lohnen sich allein schon wegen ihrer spiralförmigen Innenarchitektur.

Der Meiji-Schrein: Stille mitten in der Großstadt finden
Der Meiji-Schrein, geweiht Kaiser Meiji und Kaiserin Shoken, ist von einem weitläufigen Wald mitten im Herzen von Harajuku umgeben. Sobald du das große hölzerne Torii durchschreitest, verblasst der Trubel des Viertels augenblicklich.
An Wochenenden finden im Schrein regelmäßig traditionelle Shinto-Hochzeiten statt: Wenn du zufällig auf eine triffst, kannst du ihr in der stillen Atmosphäre der Anlage vom Weg aus beiwohnen.

Akihabara: die Welt von Manga, Videospielen und Elektronik
Akihabara ist das Zentrum der Otaku-Kultur: Manga, Anime, Videospiele, Sammelfiguren und Unterhaltungselektronik koexistieren auf mehreren Etagen. Maid-Cafés, in denen Kellnerinnen in Dienstmädchenkostümen die Gäste in einer Rollenspielwelt empfangen, gehören zu den bekanntesten Besonderheiten des Viertels.
Spezialisierte Läden führen limitierte Editionen und Retrogaming, die man anderswo kaum findet. Auch ohne zu kaufen lohnt sich ein Bummel durch die beleuchteten Straßen.

Wann nach Tokyo reisen?
Zwei Reisezeiten stechen heraus:
- Der Frühling (Ende März bis Anfang April): Das ist die Hanami-Saison. Die Kirschblüte wird in Tokyo um den 21. März erwartet, mit voller Blüte in den darauffolgenden Tagen. Es ist die festlichste, aber auch die belebteste Zeit.
- Der Herbst (November): Rote Laubfärbung (Koyo), angenehme Temperaturen und weniger Trubel machen diese Jahreszeit zu einer ernsthaften Alternative.
Der Sommer (Juli/August) ist heiß und feucht; der Winter (Dezember bis Februar) ist kalt, aber trocken, mit oft weniger überfüllten Tempeln.
Für eine größere Japanreise findest du in unseren 20 unverzichtbaren Erlebnissen in Japan weitere Inspiration, oder bereitest deine Etappe in Kyoto vor, das mit dem Shinkansen von Tokyo aus in weniger als 3 Stunden erreichbar ist.
FAQ
Wie viele Tage braucht man für Tokyo?
An drei Tagen lassen sich die wichtigsten Viertel erkunden (Asakusa, Shibuya, Harajuku, Akihabara). Mit fünf bis sieben Tagen kannst du Tokyo in der Tiefe entdecken und noch den Meiji-Schrein, den Kaiserpalast und die Tokyo Skytree dazunehmen.
Kostet der Senso-ji-Tempel Eintritt?
Nein, der Eintritt ist kostenlos. Lediglich die Omikuji (kleine Glücksorakel) kosten 100 Yen. Das äußere Gelände ist rund um die Uhr zugänglich; die Anlage ist bis 23 Uhr beleuchtet.
Welches ist das beste Viertel für eine Unterkunft in Tokyo?
Shinjuku und Shibuya sind zentral gelegen und bestens angebunden. Asakusa eignet sich für alle, die eine traditionellere Atmosphäre bevorzugen. Da das U-Bahn-Netz sehr dicht ist, hat die Lage deines Hotels kaum Einfluss auf deine Bewegungsfreiheit.
Kann man von Tokyo aus einen Tagesausflug nach Kyoto machen?
Ja. Der Shinkansen verbindet beide Städte in weniger als 3 Stunden. Ein Tagesausflug ist möglich, aber eine Übernachtung vor Ort ist vorzuziehen, um die Tempel gleich bei der Öffnung zu besuchen. Erfahre in unserem Artikel Was tun in Kyoto, wie du deinen Aufenthalt planst.
Wann blühen die Kirschbäume in Tokyo?
Die Blüte wird in Tokyo in der Regel um den 21. März erwartet, mit voller Blüte in der darauffolgenden Woche. Die besten Spots: der Ueno-Park (Festival Ueno Sakura Matsuri), die Ufer des Meguro-Flusses in Nakameguro (800 Kirschbäume) und der Chidorigafuchi-Weg (700 m Kirschblüten) nahe dem Kaiserpalast.





