Norwegen vereint auf einer einzigen Reise UNESCO-Fjorde, riesige Gletscher, Nordlichter und arktische Inselwelten, die in Europa ihresgleichen suchen. Ob du wandern, segeln, fotografieren oder einfach staunen willst: Diese 20 Erlebnisse zeigen dir, was dieses nordische Land wirklich ausmacht.
1. Den Geirangerfjord befahren
Der Geirangerfjord und der Nærøyfjord gehören zum UNESCO-Welterbe. Der Geirangerfjord erstreckt sich zwischen Felswänden, die senkrecht ins Wasser stürzen, und ist von hängenden Wasserfällen gesäumt, darunter die berühmten Sieben Schwestern. Von der Reling einer Fähre oder eines Ausflugsschifffes begreifst du die wahre Dimension dieser Klippen, die von den Küstenstraßen aus nie spürbar wird.

2. Oslo zwischen Museen und Fjord entdecken
Oslo lebt zwischen Fjord, den bewaldeten Hügeln der Nordmarka und einer lebendigen Kulturszene. Der Vigeland-Park zeigt 212 Skulpturen von Gustav Vigeland unter freiem Himmel. Das Munch-Museum, 2021 direkt gegenüber dem Opernhaus eröffnet, präsentiert das Werk des Malers in einem modernen Gebäude am Wasser. Auf der Halbinsel Bygdøy zeigt das Wikingerschiffsmuseum drei vollständig erhaltene Langschiffe aus dem 9. Jahrhundert.

3. Die Festung Akershus erkunden
Die im 14. Jahrhundert zum Schutz des Osloer Hafens erbaute Akershus ist eine der wenigen noch erhaltenen mittelalterlichen Festungen des Landes. Von den Wällen aus hast du einen direkten Blick auf den Oslofjord. Im Inneren dokumentieren zwei Museen den norwegischen Widerstand im Zweiten Weltkrieg.

4. Durch Bryggen, das alte Bergen, schlendern
Bryggen ist das Hanseviertel Bergens und UNESCO-Welterbe. Die bunten Holzhäuser wurden nach dem Brand von 1702 im Stil der mittelalterlichen Originalarchitektur getreu wiederaufgebaut. In den verwinkelten Innengassen finden sich Handwerksateliers, Galerien und Cafés. Bergen ist außerdem das natürliche Eingangstor zu den norwegischen Fjorden.

5. Auf den Fløyen hinauffahren
Die Standseilbahn Fløibanen verbindet das Zentrum Bergens in wenigen Minuten mit dem Gipfel des Fløyen. Von dort oben überblickst du die Stadt, ihre sieben Berge und die umliegenden Fjorde. Markierte Wanderwege führen anschließend zu Seen und Wäldern, oder du steigst direkt in die Stadt hinunter.

6. Eine nationale Panoramastraße fahren
Norwegen hat 18 nationale Touristenstraßen ausgezeichnet, die sich durch besondere Landschaften auszeichnen. Die Aurlandsvegen (oberhalb von Aurland) und die Trollstigen gehören zu den bekanntesten, mit engen Kehren, Wasserfällen und Aussichtsplattformen hoch über den Tälern. Am besten sind diese Straßen zwischen Mai und September zu erkunden, wenn die Pässe schneefrei sind.
Wenn du noch zwischen mehreren nordischen Reisezielen für den Sommer schwankst, bietet der Artikel Sommerreise: Portugal, Kroatien oder Norwegen eine hilfreiche Orientierung.

7. Die Fjorde im Kajak erkunden
Die Fjorde erlebst du aus einer ganz anderen Perspektive, wenn du auf dem Wasser paddeltst und die Felswände direkt über dir aufragen. Im Mai und Juni sind die Wasserfälle auf ihrem Höhepunkt, und die Vegetation erwacht in einem Licht von seltener Qualität. Lokale Anbieter organisieren geführte Touren ab Flåm, Aurland oder Balestrand, die für Anfänger ebenso geeignet sind wie für erfahrene Paddler.

8. Mit der Flåmsbahn fahren
Die Flåmsbana ist eine 20 Kilometer lange Eisenbahnlinie zwischen Flåm und Myrdal, erbaut zwischen 1924 und 1940. Sie überwindet einen Höhenunterschied von fast 900 Metern mit einer maximalen Steigung von 5,5 %. Der Zug hält vor dem Wasserfall Kjosfossen. Für die besten Ausblicke setzt du dich in Fahrtrichtung Myrdal nach Flåm auf die rechte Seite.

9. Den Jostedalsbreen erleben
Der Jostedalsbreen ist der größte Festlandgletscher Europas, mit einer Fläche von 487 Quadratkilometern, eingebettet in einen 1991 gegründeten Nationalpark. Von einem Hochplateau zieht er mehrere Gletscherzungen ins Tal hinab. Die Gletscherzentren in Mundal und Jostedal bieten Ausstellungen zur Entwicklung des Gletschers und je nach Jahreszeit geführte Touren auf dem Eis.

10. Zum Briksdal-Gletscher wandern
Der Briksdal ist eine der zugänglichsten Gletscherzungen des Jostedalsbreen. Vom Briksdalsbreen Mountain Lodge führt ein Kiesweg in etwa 5,5 Kilometern Hin- und Rückweg zur Gletscherzunge und ihrem türkisfarbenen Gletschersee. Die Tour ist als moderat eingestuft. Um dem Andrang im Juli und August zu entgehen, empfiehlt sich ein früher Aufbruch.

11. Durch Stavanger und seine Altstadt bummeln
Stavanger ist die viertgrößte Stadt Norwegens und idealer Ausgangspunkt für den Preikestolen. Das Viertel Gamle Stavanger zählt mehr als 170 autofreie, weiß getünchte Holzhäuser aus dem 18. Jahrhundert, die bestens erhalten sind. Das Erdöl- und das Konservierungsmuseum erzählen zwei Jahrhunderte Industriegeschichte der Region.

12. Den Preikestolen besteigen
Der Preikestolen, auch Kanzelstein genannt, ist ein ebener Felsvorsprung, der 604 Meter über dem Lysefjord thront. Die Wanderung ab dem Preikestolen Mountain Lodge dauert auf einem gut markierten Pfad etwa 4 Stunden hin und zurück. Der Blick von der flachen Kante, ohne Geländer, zählt zu den meistfotografierten Norwegens. Am besten besuchst du ihn zwischen Mai und September.

13. Den Nationalpark Rondane durchqueren
Der Rondane ist Norwegens erster Nationalpark, 1962 gegründet, um seine Hochgebirgslandschaften und Wildtiere zu schützen. Er beherbergt eine der wenigen wildlebenden Rentierpopulationen Europas. Das Hüttennetz des DNT (norwegischer Wanderverband) ermöglicht mehrtägige Touren von Hütte zu Hütte mit teilweiser Selbstversorgung.

14. Die Lofoten auf dich wirken lassen
Der Lofoten-Archipel nördlich des Polarkreises gehört zu den meistfotografierten Reisezielen Nordeuropas. Spitze Bergmassive ragen direkt aus dem Meer empor, weiße Sandstrände säumen die Buchten, und Fischerdörfer klammern sich an die Felsen. Im Sommer beleuchtet die Mitternachtssonne die Landschaft rund um die Uhr. Im Winter machen Nordlichter und Walbeobachtungen den Archipel zu einem arktischen Ausnahmeziel.

15. Im Reinefjord in Reine verweilen
Reine gilt als eines der schönsten Dörfer Norwegens: Die Rorbu, traditionelle rote Fischerhütten auf Stelzen, schmiegen sich zwischen die Fjordgewässer und nahezu senkrechte Felswände. Die Wanderung auf den Reinebringen bietet einen Blick von oben auf das Dorf und die umliegenden Inseln. Bootsausflüge führen zu abgelegenen Stränden, die nur übers Wasser erreichbar sind.

16. Von Tromsø aus die Arktis erkunden
Tromsø liegt weit jenseits des Polarkreises im Norden Norwegens und ist die bequemste Basis für arktische Aktivitäten im Winter: Schneemobil, Hundeschlittenfahrten, Walbeobachtung und Nordlichtjagd. Im Sommer locken Wanderungen unter der Mitternachtssonne. Die Arktische Kathedrale mit ihren markanten Glas- und Betondreiecken ist das Wahrzeichen der Stadt.

17. Nordlichter beobachten
Nordlichter leuchten während der Polarnacht, von Ende September bis Ende März. Tromsø, Alta und die Lofoten bieten in Norwegen die besten Beobachtungsbedingungen, da sie direkt unter dem Auroral-Oval liegen. Um deine Chancen zu maximieren: Entferne dich vom Stadtlicht, wähle eine wolkenlose Nacht und verfolge die Vorhersagen zur geomagnetischen Aktivität (Kp-Index).

18. Das Nordkap erreichen
Das Nordkap (Nordkapp) ist eine Steilküste auf der Insel Magerøya im Finnmark und wird oft als der nördlichste mit dem Auto erreichbare Punkt Europas bezeichnet. Auf dem Gipfelplateau ist eine Metallglobus-Skulptur zum Symbol des Ortes geworden. Die Straße E69, die dorthin führt, durchquert weite Flächen arktischer Tundra von eindrücklicher Kargheit.

19. Mit der Hurtigruten fahren
Die Hurtigruten verbindet Bergen mit Kirkenes entlang der norwegischen Küste und läuft dabei im Laufe der Tage dutzende Häfen an. Sie ist zugleich Versorgungsschiff für abgelegene Küstengemeinden und Kreuzfahrtschiff, was ihr eine ganz eigene Atmosphäre verleiht. Im Winter informiert die Besatzung die Passagiere sofort, wenn Nordlichter vom Deck aus sichtbar sind.

20. In einer Hytte übernachten
Die Hytte (ausgesprochen „Hütt-uh“) ist die Berghütte oder das Chalet, ein zentrales Element der norwegischen Outdoorkultur. Hunderte DNT-Hütten durchziehen die Gebirge, manche bewirtschaftet, andere frei zugänglich. Eine Nacht in der Höhe, am Ufer eines Bergsees, eröffnet dir ein Norwegen abseits des Trubels: Fliegenfischen, Wanderungen durch straßenlose Täler, Sonnenaufgang über den Gipfeln.

Wer auch die Nachbarländer entdecken möchte, findet in Was tun in Schweden und Was tun in Dänemark zwei Ziele, die sich hervorragend mit einer Skandinavienreise kombinieren lassen.
FAQ
Wann ist die beste Zeit für eine Norwegen-Reise?
Das hängt davon ab, was du suchst. Der Sommer (Juni bis August) ist ideal für die Fjorde, Bergwanderungen und die Mitternachtssonne auf den Lofoten. Der Winter (Ende September bis März) ist die einzige Zeit, um Nordlichter zu erleben und arktische Aktivitäten rund um Tromsø zu unternehmen.
Wie kommt man auf die Lofoten?
Die Lofoten sind per Flugzeug erreichbar (Verbindungen ab Oslo, Bergen oder Tromsø nach Svolvær oder Leknes) oder mit dem Auto vom Norden Norwegens über die E10 und die Brücken, die die Inseln mit dem Festland verbinden. Auch die Hurtigruten legt an mehreren Häfen des Archipels an.
Ist der Preikestolen für alle geeignet?
Die Wanderung ist als moderat eingestuft. Zwischen Mai und September ist keine spezielle Ausrüstung nötig, jedoch gutes Schuhwerk und eine solide Grundkondition. Da der Felsrand kein Geländer hat, ist die Tour für Kleinkinder nicht empfehlenswert.
Kann man von Bergen aus Nordlichter sehen?
Bergen liegt zu weit im Süden und ist zu oft bewölkt für regelmäßige Sichtungen. Tromsø, Alta und die Lofoten, jenseits des Polarkreises, sind die günstigsten Gebiete zwischen Ende September und Ende März.
Wie viel Zeit braucht man für Norwegen?
Zwei Wochen reichen, um Oslo, Bergen, die Fjorde und einen Abstecher auf die Lofoten zu verbinden. Wer Tromsø und das Nordkap dazunehmen möchte, plant drei Wochen ein oder verteilt die Reise auf mehrere Trips.





