Gran Canaria vereint auf engem Raum Landschaften, die kaum gegensätzlicher sein könnten: goldene Küste und Sahara-Dünen im Süden, Vulkangrate und Lorbeerwälder im Inselinneren und Norden, weiße Dörfer über tiefen Schluchten. Ob du drei Tage oder zwei Wochen hast, hier erfährst du, wie du das Beste aus jedem Winkel der Insel herausholst.

Strände und Buchten, die du nicht verpassen solltest
Von braunem Sand bis karibisch-klarem Wasser
Die Strände im Süden sind das ganze Jahr über sonnenverwöhnt. Playa del Inglés und San Agustín bilden ein langes Band aus hellem, braunem Sand, das von den meisten Hotels in der Gegend leicht zu erreichen ist. Weiter westlich liegt Playa de Amadores mit einer Bucht und fast spiegelglattem Wasser, ideal zum Schwimmen mit Kindern.
Anfi del Mar überrascht mit weißem Sand, der in den 1990er Jahren aus den Bahamas importiert wurde. Die von einem Wellenbrecher geschützte Bucht bietet ruhiges, klares Wasser, das morgens früh perfekt zum Schnorcheln und Stand-up-Paddeln einlädt.
Tauchen und Wassersport
Gran Canaria lässt sich das ganze Jahr über auf und unter der Wasseroberfläche erkunden. Kitesurfen, Windsurfen, Jetski, Wakeboard, Gerätetauchen: Jeder Sport findet seinen Strand. Wer die besten Tauchbedingungen in Europa sucht, findet in unserem Artikel über die besten Reiseziele zum Tauchen Gran Canaria im Vergleich mit anderen Top-Spots.
Die Dünen von Maspalomas, eine Wüste am Atlantik

An der Südspitze der Insel erstrecken sich die Dünen von Maspalomas auf 400 Hektar zwischen dem Leuchtturm und der Playa del Inglés. Seit 1994 als Sondernaturschutzgebiet ausgewiesen, entstand diese Sandfläche über Millionen von Jahren aus zermahlenen Muscheln und Korallen. Im Inneren erreichen die Sicheldünen Höhen von 8 bis 10 Metern.
Die Lagune von Maspalomas im Nordwesten des Schutzgebiets dient als Rastplatz für Zugvögel auf ihrem Weg zwischen Afrika und Europa: Flamingos, Reiher und Bekassinen machen hier jede Saison Halt. Der Zutritt ist frei, aber das Verlassen der markierten Wege ist verboten, um Fauna und Vegetation zu schützen. Wer vor 9 Uhr kommt, genießt die Schattenspiele auf dem Sand noch vor dem großen Besucherandrang.
Puerto de Mogán und die Buchten des Südwestens

Puerto de Mogán verdient einen halben Tag für sich allein. Das Fischerdorf, das wegen seiner von kleinen blauen Brücken überspannten Kanäle als „Kleines Venedig der Kanaren“ bekannt ist, versprüht einen ganz eigenen Charme. Fischerboote und Segelschiffe liegen im Hafen Seite an Seite, und auf den Terrassen kommt frischer Fisch einfach und ehrlich auf den Tisch.
An der Ostküste ist Pozo Izquierdo regelmäßiger Austragungsort internationaler Kitesurf- und Windsurfwettbewerbe. Mehrere Schulen bieten Einsteigerkurse an, dank des zuverlässig konstanten Windes das ganze Jahr über.
Meinen Aufenthalt auf Gran Canaria versichernDas Inselinnere: Berge, Schluchten und Bergdörfer

Anders als das Badeort-Image vermuten lässt, verbirgt Gran Canaria ein spektakuläres Bergland im Inneren. Die Straße nach Tejeda, einem der schönsten Dörfer Spaniens, führt durch Schluchten und Kiefernwälder, bevor sie in einem weißen Dorf mündet, das dem Roque Nublo gegenüberliegt.
Der Pico de las Nieves (1.949 m), der höchste Punkt der Insel, ist von Tejeda aus mit dem Auto erreichbar. Sein Aussichtspunkt bietet einen Blick auf das Tejeda-Tal, den Roque Nublo und bei klarem Wetter die Silhouette des Teide auf Teneriffa.
Einen Überblick über den gesamten Archipel liefert unser Artikel darüber, was man auf den Kanaren unternehmen kann, mit den Highlights jeder einzelnen Insel.
Roque Nublo: Die Kult-Wanderung der Insel

Dieser 67 Meter hohe Basaltmonolith thront auf 1.813 Metern Höhe und ist bei klarem Wetter von fast überall auf der Insel zu sehen. Der Aufstieg von der Cruz de los Llanos dauert in ruhigem Tempo etwa 50 Minuten: eine Wanderung mittlerer Schwierigkeit, die für die meisten Wanderinnen und Wanderer gut machbar ist.
Das solltest du vorher wissen: Der Zugang ist geregelt. Die Online-Reservierung auf grancanariasenderos.com ist Pflicht, mit einem Kontingent von 60 Personen pro Stunde (montags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr). Das Parken in unmittelbarer Nähe ist verboten. Pendelparklätze gibt es im Dorf Tejeda und an der Cruz de los Llanos, mit einem Shuttlebus alle 30 Minuten zwischen 9:30 und 18 Uhr.
Las Palmas und das historische Viertel Vegueta

Las Palmas ist zugleich spanische Großstadt und Strandstadt. Die Playa de Las Canteras zieht sich an der Uferpromenade nördlich des Stadtzentrums entlang und lädt das ganze Jahr zum Schwimmen ein.
Im Viertel Vegueta führen gepflasterte Gassen zur Casa de Colón. Die ehemalige Residenz der Inselgouverneure war die letzte Etappe von Christoph Kolumbus, bevor er 1492 in See stach, um Amerika zu erreichen. Das Museum vereint dreizehn Ausstellungsräume über die Geschichte des Archipels und die großen Überfahrten von Kolumbus. Der Markt in Vegueta, nur wenige Schritte entfernt, ist der beste Startpunkt, um lokale Produkte zu kosten und Inselhandwerk zu kaufen.
Die kanarische Küche

Die Küche Gran Canarias dreht sich um einige unkomplizierte Gerichte, die Einheimische schon am ersten Abend empfehlen werden. Papas arrugadas sind Kartoffeln, die in stark gesalzenem Wasser gegart werden, serviert mit zwei Saucen: Mojo rojo (Chili, Kreuzkümmel) oder Mojo verde (Koriander, Knoblauch). Gofio, Mehl aus geröstetem Getreide, findet sich in Suppen, Desserts und sogar in Getränken wieder.
Die Restaurants an der Uferpromenade servieren den Fang des Tages. In Las Palmas sind der Markt in Vegueta und die Bars im Triana-Viertel gute Anlaufstellen für echte lokale Küche, weit weg von den Touristenmenüs der Hotelzonen.
FAQ
Wann ist die beste Reisezeit für Gran Canaria?
Gran Canaria genießt das ganze Jahr über ein mildes Klima. Der Süden bleibt selbst im Winter sehr sonnig. Juli und August sind die heißesten und am stärksten besuchten Monate; Frühling (März bis Mai) und Herbst (September bis November) bieten eine gute Balance aus angenehmen Temperaturen und geringerem Andrang.
Muss man für die Wanderung zum Roque Nublo reservieren?
Ja, die Reservierung auf grancanariasenderos.com ist Pflicht. Der Zugang ist auf 60 Personen pro Stunde begrenzt, montags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr. Das direkte Parken ist verboten; Pendelparklätze mit Shuttlebus (alle 30 Minuten) stehen in Tejeda und an der Cruz de los Llanos zur Verfügung.
Wie kommt man auf Gran Canaria ohne Mietwagen zurecht?
Öffentliche Busse verbinden die Küste und Las Palmas gut miteinander. Um das Inselinnere zu erreichen (Tejeda, Roque Nublo), bleibt der Mietwagen die flexibelste Lösung, um die Bergdörfer im eigenen Tempo zu erkunden.
Welche typischen Gerichte sollte man auf Gran Canaria probieren?
Die Klassiker: Papas arrugadas (in Salzwasser gegarte Kartoffeln) mit Mojo rojo oder verde, Gofio in Suppen oder als Dessert, frischer Fisch des Tages an der Uferpromenade, Cabrito (Zicklein) in Bergrestaurants.
Sind die Dünen von Maspalomas frei zugänglich?
Ja, der Eintritt ist kostenlos. Das Gebiet ist seit 1994 als Sondernaturschutzgebiet ausgewiesen: Das Verlassen der markierten Wege ist verboten, um Fauna und Vegetation zu schützen. Komm früh morgens, um die Dünen vor dem Andrang und im besten Licht zu erleben.





