Sardinien vereint auf einer einzigen Insel einige der schönsten Strände des Mittelmeers, ein nahezu unberührtes Bergland und eine prähistorische Zivilisation ohne Vergleich in Europa. Ob du zehn Tage zwischen Meer und Wandern planst oder einen Kulturtrip außerhalb der Saison, hier bekommst du alles, was du für den richtigen Zeitpunkt und eine unvergessliche Reise brauchst.
Sardinien sorgenfrei erlebenStrände, die zu den schönsten des Mittelmeers zählen
Sardinien wechselt zwischen Kalksteinbuchten im Osten, rosa Granitküsten im Nordosten und weißen Sandstränden im Nordwesten. Drei Regionen konzentrieren die spektakulärsten Orte der Insel.

Der Golf von Orosei (Ostküste) beherbergt Buchten, die nur per Boot oder nach stundenlanger Wanderung erreichbar sind. Cala Goloritzé, zu Füßen eines gewaltigen Felsbogens, wird regelmäßig zu den schönsten Stränden Italiens gezählt. Im Sommer sind die Fährverbindungen ab Cala Gonone unverzichtbar: Der Zugang zu Fuß ist genehmigungspflichtig und auf eine bestimmte Personenzahl begrenzt.
Die Costa Smeralda und der Archipel La Maddalena (Nordosten): rosa Granitstrände mit türkisblauem Wasser, Spiaggia del Principe, Cala di Volpe, Liscia Ruja. Per Fähre ab Palau erreichbar, umfasst der Archipel La Maddalena sieben geschützte Inseln mit vom Meer polierten Granitbuchten. Porto Cervo, die Hauptstadt der Costa Smeralda, zählt mit zu den teuersten Orten Italiens, besonders im Juli und August.

La Pelosa bei Stintino (Nordwesten) gehört zu den meistzitierten Traumstränden des Mittelmeers: flaches Wasser, weißer Sand, Blick auf den aragonesischen Turm und die Insel Asinara. Der Eintritt kostet 3,50 € vom 15. Mai bis 15. Oktober; eine Online-Reservierung wird empfohlen, um diesen empfindlichen Ort zu schützen.
Granit, Kalkstein und Gipfel: das Landesinnere
Im Norden und Nordosten formt rosa Granit zerklüftete Küsten und rundliche Felsinseln, wie sie für die Gallura und den Archipel La Maddalena typisch sind.

Im Herzen der Insel dominiert das Gennargentu-Massiv mit seinem höchsten Gipfel: Punta La Marmora (1.834 m), dem Dach Sardiniens. Die Wege dorthin starten ab Bruncu Spina, wo sich auch das einzige Skigebiet der Insel befindet. Besondere technische Kenntnisse sind nicht erforderlich, und der Rundblick über die gesamte Insel entschädigt für jede Mühe.
Angrenzend an das Gennargentu erstreckt sich das Supramonte, ein Kalksteinplateau zwischen Orgosolo, Oliena und Dorgali, das bis zum Golf von Orosei reicht. Es hält seine schönsten Landschaften für Wanderer bereit: die schwindelerregenden Gorroppu-Schluchten, die Quellen von Su Gologone und Dörfer, in denen Hirtentraditionen noch lebendig sind. Zusammen bilden beide Massivs ein anspruchsvolles, aber zugängliches Terrain, besonders empfehlenswert von Mai bis Juni und im September.
Die Neptungrotten bei Capo Caccia nahe Alghero sind per Boot vom Hafen aus oder über eine lange, in die Klippe gehauene Treppe erreichbar. Dieses Höhlensystem mit außergewöhnlichen Kalksteinformationen gehört zu den beeindruckendsten Naturwundern der Insel.
Wanderungen, die die Reise lohnen
Sardinien ist eines der anspruchsvollsten und lohnendsten Wanderziele Italiens.
- Cala Goloritzé ab Baunei: 4 bis 5 Stunden hin und zurück, mit Blick auf den Strand und den Felsbogen.
- Punta La Marmora (Gennargentu): 3 bis 4 Stunden ab Bruncu Spina, 360-Grad-Panorama ohne technische Schwierigkeit.
- Gorroppu-Schlucht (Supramonte): 5 bis 7 Stunden durch eine der tiefsten Schluchten Europas.
- Selvaggio Blu: 7 Tage in der Wildnis entlang der Klippen des Golfs von Orosei, gilt als einer der schwierigsten und schönsten Wanderwege Italiens. Nur für erfahrene Wanderer mit sicheren Kenntnissen in Navigation und Klettern geeignet.

Wer sich von mediterranen Küstenwanderungen begeistern lässt, findet in Was du auf Kreta erleben kannst eine weitere Insel, deren Schluchten und Küstenpfade es mit Sardinien aufnehmen können.
Städte und kulturelles Erbe
Cagliari
Die Inselhauptstadt erkundet man am besten vom mittelalterlichen Viertel Castello aus, das auf einem Felsvorsprung thront und den Blick auf den Golf und die Lagunen freigibt, in denen Flamingos leben. Der überdachte Markt San Benedetto, einer der größten Europas, ist der ideale Ort für Pecorino, geräucherte Ricotta und lokale Wurstwaren. Die Atmosphäre hier ist deutlich authentischer als im Norden der Insel.

Alghero
Im 14. Jahrhundert von Katalanen gegründet, spricht Alghero noch heute einen lokalen iberischen Dialekt und bewahrt eine Altstadt, deren Stadtmauern direkt ans Meer grenzen. In den Gassen reihen sich Trattorien, Fischhändler und Kunsthandwerksläden aneinander. Die Stadt ist idealer Ausgangspunkt für die Erkundung des Nordwestens: Neptungrotten, Capo Caccia, Naturpark Asinara.

Die nuragische Zivilisation: ein einzigartiges Erbe
Rund 7.000 Nuraghes (Türme aus behauenem Stein) sind auf Sardinien noch erhalten, Zeugen einer eigenständigen Zivilisation, die sich zwischen 1.800 und 500 vor Christus entfaltete. Die Anlage Su Nuraxi di Barumini, UNESCO-Welterbe, ist die vollständigste und am leichtesten zugängliche: Etwa 50 km nördlich von Cagliari genügt eine Stunde Führung, um die Organisation dieses prähistorischen Wehrdorfs zu verstehen. Unter den Stätten des Supramonte lohnt auch das Höhlendorf Tiscali, in eine natürliche Grotte gegraben, einen Abstecher für Archäologiebegeisterte.
Wann nach Sardinien reisen?
Mai/Juni ist objektiv das beste Reisefenster: Das Meer hat im Juni rund 20 bis 22°C, die Temperaturen liegen bei 25 bis 28°C, die Strände sind noch ohne Wartezeiten zugänglich und die Unterkunftspreise liegen deutlich unter dem Sommerniveau. Das Sant’Efisio-Fest in Cagliari (Anfang Mai) ist die größte katholische Prozession der Insel.
September bietet dieselben Vorteile, dazu noch ein rund 24°C warmes Meer und besonders schönes Abendlicht.
Juli/August: maximaler Andrang an den Stränden der Costa Smeralda, Staus auf den Küstenstraßen, Höchstpreise rund um den 15. August (Ferragosto). Wer im Sommer reist, findet im Süden (Cagliari, Villasimius) und im Landesinneren deutlich mehr Ruhe als im Norden.
März/April: ideal für Kulturentdeckungen und Wanderungen, das Meer ist fürs Baden jedoch noch zu frisch.
Wenn du zwischen mehreren Mittelmeerzielen für den Sommer schwankst, hilft dir unsere Auswahl der besten Südeuropa-Reiseziele bei der Entscheidung.
So kommst du auf Sardinien zurecht
Sardinien hat drei Flughäfen: Cagliari-Elmas (Süden), Olbia Costa Smeralda (Nordosten) und Fertilia bei Alghero (Nordwesten). Im Sommer gibt es Direktflüge von mehreren deutschen Städten nach Olbia und Cagliari.

Mietwagen: unverzichtbar, um abgelegene Buchten, Bergdörfer und Nuraghen-Stätten zu erreichen. Für den Sommer mehrere Wochen im Voraus buchen, die Verfügbarkeit sinkt schnell.
Fähren: Mehrere Reedereien verbinden Genua, Civitavecchia und Livorno sowie Marseille und Toulon mit Cagliari, Olbia oder Golfo Aranci. Eine praktische Option, um das eigene Auto mitzunehmen und auf eine Mietwagenreservierung vor Ort zu verzichten.
Lokale Busse: Das ARST-Netz verbindet die meisten Gemeinden mit akzeptablen Taktungen zwischen den größeren Städten, bietet aber sehr eingeschränkte Verbindungen zu den wilden Küstenabschnitten. Ideal für die Fahrt vom Flughafen ins Stadtzentrum, für die Erkundung abgelegener Buchten jedoch unzureichend.
Gastronomie: Das musst du probiert haben
Die sardische Küche unterscheidet sich deutlich von der kontinentalitalienischen und ist geprägt von Hirtentraditionen sowie katalanischen und aragonesischen Einflüssen.
- Pecorino sardo: gereifter Schafskäse, von frisch bis sehr würzig, je nach Region unterschiedlich.
- Porceddu: langsam über Myrtenholz gegrilltes Spanferkel, ein klassisches Festtagsgericht.
- Culurgiones: Ravioli gefüllt mit Kartoffeln, Minze und Pecorino, Spezialität der Ogliastra.
- Malloreddus: kleine gerippte Pasta mit Wurst-Safran-Sauce.
- Cannonau: IGP-Rotwein aus Grenache-Trauben, auf Sardinien angebaut und oft zu Grillgerichten gereicht.
FAQ
Brauche ich ein Visum für Sardinien?
Nein. Sardinien ist eine Region Italiens. Als EU-Bürger reicht dein gültiger Personalausweis.
Wann ist die beste Reisezeit für Sardinien?
Mai/Juni und September bieten die besten Bedingungen: angenehmes Meerwasser, zugängliche Strände und deutlich günstigere Unterkünfte als im Juli/August. Juli/August eignet sich für alle, die Andrang und höhere Preise in Kauf nehmen, vor allem an der Costa Smeralda.
Brauche ich einen Mietwagen auf Sardinien?
Ja, um die Insel wirklich zu entdecken. Der öffentliche Nahverkehr verbindet die größeren Städte, aber die einsamen Buchten des Golfs von Orosei, die Bergdörfer und die Nuraghen-Stätten sind nur mit dem Auto oder nach langen Fußmärschen erreichbar.
Sardinien Nord oder Süd: Was lohnt sich für einen ersten Besuch?
Der Norden (Costa Smeralda, Maddalena, Alghero) konzentriert die bekanntesten Strände und den stärksten Tourismus. Der Süden (Cagliari, Villasimius, Sulcis) ist authentischer, mit ebenso schönen, weniger überlaufenen und meist günstigeren Stränden. Für zwei Wochen ermöglicht eine Nord-Süd-Route das Beste aus beiden Welten.
Deckt meine Yupwego-Versicherung einen Sardinienaufenthalt ab?
Sardinien gehört zu Italien und zum europäischen Raum. Je nach Vertrag übernimmt Yupwego deine Arztkosten und die Rückholung, falls du während deines Aufenthalts ins Krankenhaus musst. Die genauen Konditionen findest du in den Yupwego-FAQ oder in deinen Allgemeinen Vertragsbedingungen.





