Guinea ist eines der reichsten und unbekanntesten Reiseziele Westafrikas: eine lebhafte Hauptstadt am Atlantik, ein türkisfarbener Archipel in weniger als einer Stunde per Piroge, ein Gebirge voller Wasserfälle und Höhlen sowie Urwälder mit Schimpansen und Waldelefanten. Hier sind die 20 Orte und Erlebnisse, die du bei deiner Entdeckungsreise durch dieses Land auf keinen Fall verpassen solltest.
In Conakry
1. Die Küste und das Viertel Kaloum
Auf einer 36 Kilometer langen Halbinsel zwischen dem Atlantik und der Mündung des Konkouré gelegen, richtet sich Conakry nach dem Meer aus. Das historische Viertel Kaloum beherbergt Verwaltungsgebäude, den Fischereihafen und die Gassen, in denen Fischer, Straßenhändler und Musiker aufeinandertreffen. Ein Spaziergang am Meer in der Abenddämmerung, wenn die Pirogen in den Hafen zurückkehren, gibt den perfekten Auftakt für einen Guinee-Aufenthalt.

2. Plätze und Gedenkstätten
Das Stadtzentrum von Conakry ist von Plätzen geprägt, die die Geschichte des Landes seit der Unabhängigkeit 1958 widerspiegeln. Die Gedenkstätten und Grünflächen im Herzen der Stadt bieten eine zugleich nüchterne und farbenfrohe Kulisse, ideal für einen Spaziergang zwischen zwei Quartierserkundungen.


3. Das Nationalmuseum von Guinea
Im Viertel Kaloum versammelt das Nationalmuseum zeremonielle Masken, rituelle Skulpturen und traditionelle Musikinstrumente aus allen Volksgruppen des Landes. Eine Stunde hier genügt, um die kulturelle Vielfalt Guineas zu erfassen: von den Fula des Fouta Djallon bis zu den Mandinka in Oberguinea.

4. Die Große Fayçal-Moschee
Zwischen 1979 und 1981 erbaut und vom saudischen König Fahd finanziert, ist die Große Fayçal-Moschee die größte Moschee Guineas und die größte in Subsahara-Afrika. Ihre vier Minarette und goldenen Kuppeln prägen die Silhouette von Conakry. Sie fasst mehr als 12.500 Gläubige, und ihre Architektur verbindet orientalische Einflüsse mit dem Rationalismus der 1980er Jahre. Nicht-muslimische Besucher können sie vom umliegenden Platz aus bewundern.

5. Der Madina-Markt
Als einer der größten Märkte Westafrikas erstreckt sich der Madina-Markt über mehrere Häuserblocks im Herzen von Conakry. Gewürze, Indigostoffe, aufgearbeitete Elektronik, Goldschmuck, tropisches Gemüse: Hier findet sich alles, und alles wird verhandelt. Komm früh morgens, um dem Gedränge der heißen Mittagsstunden zu entgehen, und behalte deine Sachen in den engsten Gassen immer im Blick.

Die Los-Inseln
6. Kassa, Tamara und Roume
Der Archipel der Los-Inseln umfasst drei Inseln mit sehr unterschiedlichem Charakter, erreichbar per Motorpiroge vom Hafen Boulbinet in Conakry in 25 bis 45 Minuten je nach Ziel. Kassa ist die nächstgelegene und beliebteste, mit roten Sandstränden und historischen Ruinen. Roume besticht durch Ruhe und dichte Wälder. Tamara, die wildeste mit ihren 54 km², belohnt Entdecker mit kaum frequentierten Stränden. Der Meeresgrund ist in der Trockenzeit kristallklar und lädt zum Schnorcheln ein.


Zwischen Küste und Gebirge: die Region Kindia
7. Die Soumba-Wasserfälle
Etwa 50 Kilometer von Conakry entfernt stürzt die Soumba in mehreren Stufen durch dichten Bewuchs. Das Gebiet ist ein klassisches Wochenendausflugsziel: Familien picknicken am Fuß der Fälle, Wanderer erklimmen die Ufer, um die oberen Becken zu erreichen. In der Regenzeit ist der Zugang zu den spektakulärsten Abschnitten nur mit ortskundigem Führer möglich.

8. Die Stadt Kindia und ihre Umgebung
Zwei Stunden Fahrt von Conakry markiert Kindia den Übergang zwischen der Küste und den Ausläufern des Fouta Djallon. Der zentrale Markt quillt über vor Tropenfrüchten, Stoffen und einheimischem Kunsthandwerk. Die Umgebung birgt weitere Wasserfälle, darunter den Brautschleierwasserfall, und die Felsformationen des Mont Gangan bieten weite Ausblicke über die Ebene.

Das Fouta Djallon
Als „Wasserturm Westafrikas“ bekannt, ist das Fouta Djallon ein Hochebenengebirge, das zwischen 800 und 1.500 Metern gipfelt und die großen Flüsse des Kontinents speist. Es ist das Herzstück einer Guinea-Reise: atemberaubende Landschaften, Wasserfälle, Kalksteinhöhlen und gastfreundliche Fula-Gemeinschaften.
9. Wanderungen auf den Hochebenen
Von Dalaba oder Pita aus führen ein- oder mehrtägige Touren entlang der Felsklippen, durch Fula-Dörfer und bieten atemberaubende Ausblicke auf tief eingeschnittene Täler. Ein lokaler Führer ist für Orientierung, Sicherheit und die Achtung der Gepflogenheiten der durchquerten Gemeinschaften unerlässlich.

10. Labé, das Herz des Fouta Djallon
Labé ist die größte Stadt des Fouta Djallon, auf mehr als 1.000 Metern Höhe gelegen. Der Wochenmarkt vereint Fula-Bauern aus der gesamten Region, die Joghurt, Honig, bearbeitetes Leder und bestickte Stoffe anbieten. Das Altstadtviertel mit Häusern unter roten Blechdächern und einer Kathedrale bietet ein typisches Panorama der Region.

11. Die Kambadaga-Wasserfälle
In der Präfektur Pita stürzt Kambadaga in drei aufeinanderfolgenden Stufen über den Fluss Kokoulo, mit Höhenunterschieden von mehr als 60 Metern. Die smaragdgrünen Becken am Fuß der Fälle sind von tropischer Vegetation eingerahmt, die äußerst seltene Wasserpflanzenarten beherbergt, die nur an diesem Ort nachgewiesen wurden. Der Zugang erfolgt über eine unbefestigte Piste und anschließend 30 bis 60 Minuten Wanderung in unwegsamem Gelände.

12. Die Guélakh-Höhlen
In den Kalkstein des Fouta Djallon gegraben, öffnen sich die Guélakh-Höhlen in ein unterirdisches Kammernetz, das mit Stalaktiten und Stalagmiten bedeckt ist. Die natürliche Kühle der Gänge bildet einen wohltuenden Kontrast zur Hitze draußen. Die Erkundung erfolgt mit Stirnlampe und Führer, der die Durchgänge und die Geologie jeder Kammer kennt.

Das Naturschutzgebiet Mont Nimba
13. Wandern am Fuß des Mont Nimba
An der Grenze zwischen Guinea, Côte d’Ivoire und Liberia ragt der Mont Nimba auf 1.752 Meter. Das strenge Naturreservat, seit 1981 UNESCO-Welterbe und Biosphärenreservat, umfasst 12.540 Hektar auf guineischer Seite. Es beherbergt mehr als 317 Wirbeltierearten mit einem bemerkenswerten Endemismusgrad. Das Gebiet steht wegen Bergbaudrucks auf der Liste des gefährdeten Welterbes, was einen Besuch umso wertvoller macht.

Die Nationalparks
14. Der Nationalpark Haut-Niger
1997 gegründet und 2002 von der UNESCO als Biosphärenreservat ausgezeichnet, erstreckt sich der Nationalpark Haut-Niger auf knapp 1.200.000 Hektar entlang des Niger. Er ist das bedeutendste Schutzgebiet Guineas. Schimpansen, Löwen, Leoparden, Elefanten und Flusspferde leben hier, und mehr als 300 Vogelarten wurden nachgewiesen. Das Mafou-Gebiet ist für Safari-Wanderungen und Pirogentouren am besten zugänglich.

15. Der Nationalpark Badiar
Zwischen Guinea und dem Senegal gelegen, erstreckt sich der Nationalpark Badiar in einer Zone aus Savanne und Galeriewäldern am Rand des Fouta Djallon. Flusspferde, Paviane, Warzenschweine und Büffel lassen sich von den Pisten entlang der Flüsse aus beobachten. Für Reisende, die ihre Reise in den benachbarten Senegal verlängern, ist dieser Park ein natürliches Eingangstor: Unser Guide Was tun im Senegal stellt die 20 Highlights des Landes vor.

Die Städte des Ostens
16. Kankan, die zweite Stadt Guineas
Am Ufer des Niger gelegen, ist Kankan die zweitgrößte Stadt des Landes und das Handels- und Kulturzentrum Oberguineas. Die Mandinka-Traditionen und die Jaliya-Musik der Griots sind hier lebendig: Bei Festen erklingen Koras und Balaphone durch die ganze Stadt. Die Flussmärkte, belebt von Pirogen und Fischern, bieten ein Eintauchen in den ruhigen Rhythmus Oberguineas.

17. Siguiri und die Niger-Ufer
Im Nordosten Guineas ist Siguiri die Hauptstadt des handwerklichen Goldabbaus. Die Stadt lebt im Rhythmus des Niger und der Bergbauaktivitäten, die ihr soziales Gefüge und ihre Architektur geprägt haben. Flussmärkte, Fischerdörfer und mit Waren beladene Pirogen bieten ein authentisches Erlebnis abseits der üblichen Touristenpfade.

Das Waldguinea
18. Das Naturschutzgebiet Ziama
Im Südosten des Landes ist das Ziama-Reservat ein seit 1980 von der UNESCO als Biosphärenreservat eingestufter Wald. Er umfasst mehr als 116.000 Hektar und beherbergt die letzte Waldelefantenpopulation Guineas sowie Schimpansen, Zwergflusspferde und 287 nachgewiesene Vogelarten. Geführte Trekkingrouten ermöglichen ein Eintauchen in ein noch weitgehend intaktes Ökosystem.

19. Nzérékoré, Tor zum Waldguinea
Nzérékoré ist die größte Stadt der Waldregion, ein Handelskreuzweg zwischen Guinea, Liberia und Côte d’Ivoire. Sein lokaler Markt, einer der authentischsten des Landes, vereint Händler aus drei Ländern. Die Stadt ist auch Ausgangspunkt für Ausflüge in die dichten Wälder der Umgebung.
20. Der Wald von Diécké
In der Umgebung von Nzérékoré ist der Wald von Diécké ein kaum von ausländischen Touristen besuchtes Waldreservat. Seine Pfade, die sich unter einem dichten Blätterdach entlangschlängeln, bieten ein Eintauchen in ein Waldökosystem, das daran erinnert: Guinea ist zugleich Gebirge, Savanne und tropischer Regenwald.
Wann nach Guinea reisen
Die beste Reisezeit für Guinea erstreckt sich von November bis April, in der Trockenzeit. Die Straßen sind befahrbar, Wanderungen im Fouta Djallon und am Mont Nimba sicherer und die Inseln bei ruhiger See gut zugänglich. Die Regenzeit (Mai bis Oktober) verwandelt die Vegetation des Landes in ein intensiv grünes Schauspiel, kann aber einige Erdpisten unpassierbar machen.
Bevor du aufbrichst, schau dir die Seite Reiseversicherung Guinea an für die wichtigsten praktischen Informationen: Einreiseformalitäten, Gesundheitsempfehlungen und eine auf deinen Aufenthalt zugeschnittene medizinische Absicherung.
Wenn dich Subsahara-Afrika über Guinea hinaus begeistert, ergänzen unsere Guides Was tun in Kamerun und Was tun auf Madagaskar diesen Reiseplan um zwei Ziele mit ebenso bemerkenswerter Biodiversität.
FAQ
Was ist die beste Reisezeit für Guinea?
Die Trockenzeit von November bis April ist die empfohlene Periode. Befahrbare Straßen, angenehmere Temperaturen, zugängliche Wasserfälle im Fouta Djallon. Die Regenzeit (Mai bis Oktober) kann Reisen auf Pisten erschweren, bietet aber eine spektakuläre Vegetation.
Wie viel Zeit sollte man für Guinea einplanen?
Zwei Wochen reichen, um Conakry, die Los-Inseln, das Fouta Djallon und den Mont Nimba zu erkunden. Drei Wochen sind nötig, um auch Kankan, Siguiri und das Waldguinea ohne Hetze zu erreichen.
Sind die Los-Inseln von Conakry aus leicht erreichbar?
Ja. Motorpirogen verbinden Conakry mit den Los-Inseln vom Hafen Boulbinet aus in 25 bis 45 Minuten, je nach Insel. Die drei Inseln (Kassa, Tamara, Roume) passen zu verschiedenen Reiseprofilen: gesellig, abenteuerlustig oder erholungssuchend.
Braucht man in Guinea einen lokalen Führer?
Ein lokaler Führer ist für Wanderungen im Fouta Djallon, Besuche in Nationalparks und abgelegenen Gebieten sehr empfehlenswert. Er erleichtert den Zugang zu Dorfgemeinschaften, erhöht die Sicherheit auf Pisten und vereinfacht die praktischen Abläufe vor Ort.
Was kann man in Guinea in nur einer Woche sehen?
In einer Woche empfehle ich, dich auf Conakry zu konzentrieren (Nationalmuseum, Fayçal-Moschee, Madina-Markt), einen Tagesausflug zu den Los-Inseln einzuplanen und dann zwei bis drei Tage im Fouta Djallon rund um Labé oder Pita für die Kambadaga-Wasserfälle und die Hochebenen zu verbringen.





