Budapest vereint tausendjährige Geschichte, eklektische Architektur und ein lebendiges Nachtleben. In 3 bis 4 Tagen erkundest du das ruhigere, grüne Budaer Ufer und das belebte Pester Ufer mit seinen großen Monumenten. Hier sind die Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten, die in der ungarischen Hauptstadt wirklich deiner Zeit wert sind.
Reiseversicherung jetzt abschließenDas Budapester Parlament: ein neogotisches Meisterwerk an der Donau
Zwischen 1885 und 1904 vom Architekten Imre Steindl erbaut, erstreckt sich das ungarische Parlament über 268 Meter entlang der Donau. Seine von Türmchen übersäte Fassade mit zentraler Kuppel gehört zu den markantesten Bauwerken Mitteleuropas. Eine Führung öffnet die Türen zu den Prunkräumen und zur Heiligen Stephanskrone, dem Herzstück des nationalen Erbes. Am Abend spiegelt sich die beleuchtete Fassade im Fluss: Das Schauspiel lässt sich wunderbar vom Budaer Ufer oder von einem Ausflugsboot aus genießen.
Die Führungen sind kontingentiert; buche online mehrere Tage im Voraus, besonders im Frühling und Sommer.

Die Thermalbäder: ein Herzstück des Budapester Lebens
Budapest ruht auf mehr als 118 natürlichen Thermalquellen und Bohrungen, ein geologisches Erbe, das eine Badekultur geprägt hat, die bis in die osmanische Besatzungszeit zurückreicht. Das Ergebnis: Die Stadt zählt Dutzende von Thermalkomplexen, jeder mit ganz eigenem Charakter.
Die Széchenyi-Bäder, 1913 im neobarocken Stil erbaut, gehören zu den größten Thermalkomplexen Europas: Außen- und Innenbecken, Saunas, Becken mit verschiedenen Temperaturen. An Wochenendabenden verwandeln die sogenannten „Sparty“-Events das Bad in eine Party mit DJ und bunten Lichtern. Die eleganteren Gellért-Bäder und die Rudas-Bäder, die teilweise noch aus osmanischer Zeit stammen, bieten ganz andere Atmosphären: Wähle je nach deinen Vorlieben für Trubel und Architektur.

Die Budaer Burg: Kulturerbe und Panorama über die Donau
Hoch oben auf dem Burgberg thront die Königliche Burg mit der Ungarischen Nationalgalerie, dem Budapester Historischen Museum und der Széchényi-Bibliothek. Zu Fuß erreichst du sie durch die gepflasterten Gassen des Burgviertels oder per Standseilbahn vom Clark-Ádám-Platz. Von den Bastionen schweift der Blick über die Donau, die Kettenbrücke und die Silhouette Pests bis hin zum Parlament. Nachts, vom Pester Ufer aus beleuchtet betrachtet, bietet die Burg eines der eindrucksvollsten Panoramen der Stadt.

Die Fischerbastei: die natürliche Aussichtsterrasse Budapests
Ende des 19. Jahrhunderts auf dem Burgberg errichtet, hat die Fischerbastei nie als militärische Befestigung gedient. Ihre sieben spitzen Türme symbolisieren die sieben magyarischen Gründerstämme Ungarns. Die Galerien und Terrassen öffnen den Blick auf die Donau, das gegenüberliegende Parlament und die Dächer Pests in der Tiefe. Gleich nebenan lohnt die Matthiaskirche mit ihrem bunten glasierten Ziegeldach einen Abstecher.
Komm früh morgens, um den Ort vor dem Mittagsansturm zu genießen: Das sanfte Morgenlicht eignet sich auch hervorragend für Fotos.

Die Kettenbrücke: die historische Achse zwischen zwei Ufern
Die Kettenbrücke (Széchenyi Lánchíd), 1849 eingeweiht, ist die älteste Brücke zwischen Buda und Pest und die erste Hängebrücke Mitteleuropas. Mit einer Länge von 375 Metern bietet ihr Deck direkten Blick auf den Burgberg auf der einen und das lebhafte Pester Ufer auf der anderen Seite. Nachts machen die beleuchteten Kabel und Pylone sie zum meistfotografierten Motiv Budapests. Gleichzeitig ist sie der natürliche Ausgangspunkt für die Einkaufs- und Kulturviertel Pests.

Der Große Markt: essen und einkaufen wie ein Einheimischer
Der Große Markt (Nagyvásárcsarnok), 1897 in einem roten Backsteingebäude im Stil eines Bahnhofs eröffnet, ist einer der größten überdachten Märkte Budapests. Im Erdgeschoss bieten die Stände Wurstwaren, Käse, Gemüse und Paprika in allen Variationen an. Im Obergeschoss servieren Stände Lángos (frittierter Teig mit Sauerrahm und geriebenem Käse) und Gulaschsuppe. Ein preiswertes Mittagessen in authentischer Atmosphäre, weit entfernt von den Touristenpreisen auf den Terrassen ringsum.

Eine Donaufahrt: Budapest vom Wasser aus erleben
Vom Fluss aus reihen sich die Fassaden des Parlaments, der Budaer Burg und der Fischerbastei auf beiden Ufern aneinander. Eine Tagesfahrt lässt jeden Blickwinkel auf die Sehenswürdigkeiten entdecken; eine Abendfahrt zeigt die beleuchtete Stadt in einem völlig anderen Licht. Manche Angebote schließen ein Abendessen an Bord oder ein Konzert ein. Es ist auch der wirkungsvollste Weg, die Geografie Budapests zu begreifen, mit der natürlichen Trennung der beiden Ufer, verbunden durch ihre historischen Brücken.

Die Stephansbasilika: Panorama und nationales Heiligtum
Mit 96 Metern Höhe ist die Stephansbasilika exakt so hoch wie das Parlament: eine von den Architekten gewollte symbolische Übereinstimmung, erbaut zwischen 1851 und 1905. Im Inneren schmücken Mosaike, Fresken und Glasfenster einen Raum, der für mehrere Tausend Gläubige ausgelegt ist. Die Schatzkammer bewahrt die Heilige Rechte, die mumifizierte rechte Hand des heiligen Stephan, des ersten Königs von Ungarn, die als wertvollste Nationalreliquie gilt. Die Kuppelterrasse, per Fahrstuhl erreichbar, bietet einen 360-Grad-Panoramablick über die Dächer Pests. In der Basilika finden regelmäßig Orgelkonzerte statt.

Das jüdische Viertel und die Ruinenbars
Der VII. Bezirk (Erzsébetváros) ist das historische jüdische Viertel Budapests. Er beherbergt die Große Synagoge in der Dohány-Straße, die größte Synagoge Europas mit einem Fassungsvermögen von 3.000 Personen. Ihre Architektur ist vom maurischen Stil der Alhambra in Granada inspiriert. Das Mahnmal der Trauerweide im angrenzenden Garten erinnert an die Opfer der Shoah in Ungarn.
Im selben Viertel entstanden in den 2000er-Jahren die Ruinenbars: Lokale, die in Innenhöfen, Fabriken oder verfallenen Gebäuden eingerichtet und mit Flohmarktmöbeln sowie Wandkunst dekoriert sind. Das Szimpla Kert, 2002 eröffnet, ist das älteste und bekannteste. Auch wenn der Touristenandrang mittlerweile hoch ist, bleiben Atmosphäre und Originalität des Ortes ein durch und durch Budapester Erlebnis.
Wann nach Budapest reisen?
Budapest lässt sich das ganze Jahr über besuchen. Frühling (April/Mai) und Herbst (September/Oktober) verbinden angenehmes Klima mit moderatem Andrang: die besten Bedingungen, um beide Ufer zu Fuß zu erkunden. Der Sommer ist die belebteste Zeit, besonders mit dem Sziget-Festival im August auf der Insel Óbudai-sziget. Im Winter locken die Weihnachtsmärkte, besonders rund um die Stephansbasilika und den Vörösmarty-Platz. Wer sich von festlichen Illuminationen begeistern lässt, findet in unserer Auswahl der schönsten Weihnachtsbeleuchtungen in Europa weitere Anregungen.
Budapest ist nur ein Tor zu Ungarn: Unser Reiseführer Was tun in Ungarn listet 20 Erlebnisse im ganzen Land auf, weit über die Hauptstadt hinaus. Wer weitere europäische Hauptstädte mit besonderem Charakter für den nächsten Aufenthalt sucht, findet Inspiration in unseren Reiseführern Was tun in Florenz und Was tun in Rom.
FAQ
Wie viele Tage braucht man für Budapest?
3 bis 4 Tage reichen, um die Highlights beider Ufer zu entdecken: den Burgberg mit Burg und Fischerbastei sowie das Pester Ufer mit Parlament, Basilika und jüdischem Viertel. Ein verlängertes Wochenende lässt außerdem Zeit, entspannt ein Thermalbad zu genießen, ohne zu hetzen.
Sind die Thermalbäder das ganze Jahr geöffnet?
Ja. Die meisten großen Thermalkomplexe, darunter die Széchenyi-Bäder, sind 7 Tage die Woche das gesamte Jahr über geöffnet. Die Morgenstunden unter der Woche sind deutlich ruhiger als ein Samstagnachmittag.
Muss man für das Budapester Parlament im Voraus buchen?
Die Führungen durch das Parlament sind kontingentiert. Es empfiehlt sich, online mehrere Tage im Voraus zu buchen, besonders im Frühling, Sommer und an ungarischen Feiertagen.
Was ist ein Ruinenbar in Budapest?
Ein Ruinenbar (auf Ungarisch romkocsma) ist ein Lokal, das in einem verlassenen Gebäude oder Innenhof eingerichtet und bewusst im Verfallszustand belassen sowie mit gemischtem Mobiliar dekoriert ist. Das Szimpla Kert, 2002 im VII. Bezirk eröffnet, ist das älteste und hat das Konzept in ganz Europa bekannt gemacht.
Ist der Besuch der Großen Synagoge in Budapest kostenpflichtig?
Die Große Synagoge in der Dohány-Straße ist gegen Eintritt für Besucher geöffnet. Sie beherbergt ein Museum über die jüdische Gemeinde Budapests und ein Mahnmal für die Opfer der Shoah. Preise und Öffnungszeiten können variieren; am besten vor deinem Besuch direkt beim Ort nachfragen.





