Auf gerade einmal 10.500 km² vereint der Libanon sechs UNESCO-Welterbestätten, einige der imposantesten römischen Tempel der Welt, eine unterirdische Tropfsteinhöhle mit spektakulären Formationen, jahrtausendealte Zedernwälder und eine von phönizischen Städten gesäumte Mittelmeerküste. Hier sind die 20 Orte und Erlebnisse, die in deinen Reiseplan gehören.
Archäologische und historische Stätten
Von Byblos’ altem Hafen bis zu den Säulen von Baalbek, durch kreuzritterliche und umayyadische Städte: Der Libanon vereint auf wenigen hundert Kilometern eine archäologische Dichte, die ihresgleichen sucht.
1. Baalbek: Die gewaltigsten römischen Tempel des Nahen Ostens
Im Bekaa-Tal zählen die Tempel von Baalbek zu den größten und besterhaltenen des gesamten Römischen Reiches. Der Jupitertempel und der Bacchustempel bilden ein monumentales Ensemble, das seit 1984 zum UNESCO-Welterbe gehört. Plane zwei Stunden ein, am besten früh morgens, um der Hitze zu entgehen und das schräge Licht auf den Säulen zu genießen.

2. Byblos: Seit mehr als 10.000 Jahren am Mittelmeer
Byblos, ebenfalls UNESCO-Welterbe, gilt als eine der ältesten dauerhaft bewohnten Städte der Welt, mit archäologischen Spuren, die bis ins Jahr 8.800 vor unserer Zeitrechnung zurückreichen. Die phönizischen Ruinen, die Kreuzfahrerburg und der malerische alte Hafen liegen eng beieinander, ein halber Tag ab Beirut genügt.

3. Tyros (Sur): Die antike phönizische Stadt am Meer
Die UNESCO-Welterbestätte Tyros zeigt ihre römischen Überreste direkt an der Küste: Triumphbogen, Hippodrom und Nekropole lassen sich in zwei Stunden erkunden. Das angrenzende Fischerviertel lädt dazu ein, den Tag bei einem frischen Fischgericht ausklingen zu lassen.

4. Sidon (Saïda) und die Seeburg
Auf halbem Weg zwischen Beirut und Tyros verbindet Sidon eine Kreuzfahrerburg auf einer kleinen Insel, die durch einen schmalen Damm mit dem Ufer verbunden ist, eine mamelukische Altstadt und einen der belebtesten Gewürzbasare des Landes. Ein Tag reicht, um alles zu erkunden.

5. Anjar: Die einzige umayyadische Stadt des Libanon
Anjar, seit 1984 UNESCO-Welterbe, stammt aus dem 8. Jahrhundert und ist eines der seltenen Zeugnisse umayyadischer Stadtplanung in der Levante. Sein überraschend regelmäßiges Raster, die Paläste und die Moschee bilden ein wenig besuchtes Ensemble, das sich in aller Ruhe an einem halben Tag erkunden lässt.

6. Schloss Beiteddine: Das Juwel der Bergarchitektur
Im Herzen des Chouf-Gebirges, etwa eine Stunde von Beirut entfernt, gilt Schloss Beiteddine als eines der schönsten Beispiele osmanischer Architektur im Libanon. Seine mit Steinarkaden verzierten Innenhöfe, die Hammams und die unterirdisch aufbewahrte Sammlung byzantinischer Mosaiken machen diesen Besuch zu einem Erlebnis für sich.

Beirut: Zwischen Erinnerung und lebendiger Gegenwart
7. Das Stadtzentrum und seine Viertel: Eine Stadt mit vielen Gesichtern
Beirut ist eine Stadt der starken Kontraste: der Märtyrerplatz, die restaurierten osmanischen Fassaden des Stadtzentrums, das Viertel Mar Mikhael mit seinen Galerien in Häusern aus den 1930er Jahren und die noch sichtbaren Spuren des Bürgerkriegs ergeben eine Hauptstadt, deren Energie im Nahen Osten einzigartig ist. Plane mindestens zwei Tage ein, um sie wirklich zu erfassen.

8. Das Nationalmuseum von Beirut
Als wichtigstes archäologisches Museum des Landes führt das Nationalmuseum durch die Geschichte des Libanon von der Vorgeschichte bis zur osmanischen Epoche. Die Sammlung phönizischer anthropoider Sarkophage ist besonders bemerkenswert. Der Besuch dauert etwa zwei Stunden und lässt sich gut mit einem Spaziergang auf der Corniche oder im Viertel Hamra verbinden.

Küstenstädte und mediterranes Lebensgefühl
9. Harissa und die Bucht von Jounieh von oben
Rund 25 km nördlich von Beirut thront in Harissa die Statue Unserer Lieben Frau vom Libanon auf einem Felsvorsprung mit Blick über die Bucht von Jounieh. Die Seilbahn ab Jounieh bietet einen der spektakulärsten Ausblicke der libanesischen Küste. Harissa ist ein bedeutender Wallfahrtsort, der jedes Jahr Tausende von Gläubigen und Neugierigen anzieht.

10. Die Strände und die Bucht von Jounieh
Die Bucht von Jounieh zählt zu den malerischsten der libanesischen Küste. Ihre Strandclubs und Meeresfrüchterestaurants direkt am Wasser kommen besonders am Abend in Fahrt, und der Blick von der Corniche auf die erleuchtete Bucht lohnt ein Abendessen im Freien.

11. Batroun: Die authentische phönizische Stadt im Norden
An der Nordküste gehört Batroun zu den charmantesten Städten des Libanon. Die teilweise erhaltene phönizische Stadtmauer, die gepflasterten Gassen mit ihren Häusern aus gelbem Kalkstein, der alte Fischerhafen und die Craft-Brauereien machen es zur idealen Station für ein bis zwei Nächte.

Die Caféterrassen mit ihren goldenen Steinfassaden laden zum Verweilen ein und zum Eintauchen in den libanesischen Lebensrhythmus.

12. Tripolis: Das mittelalterliche Juwel des Nordlibanon
Als zweitgrößte Stadt des Landes beherbergt Tripolis eines der bedeutendsten Ensembles mamelukischer Architektur in der Levante. Die Zitadelle von Raymond de Saint-Gilles, die mittelalterlichen Souks (Goldschmiedemarkt, Kürschnermarkt), die Khans und die Hammams sind einen vollen Tag wert. Und die Konditoreien von Tripolis, im ganzen Land berühmt, verdienen mehrere Stopps.

Natur und Wandern
13. Die Jeita-Grotte: Naturwunder 20 km vor Beirut
Die Jeita-Grotte gliedert sich in zwei Bereiche: eine obere Galerie, die zu Fuß durch imposante Stalaktiten- und Stalagmitenformationen führt, und eine untere Galerie, die man per Boot auf einem unterirdischen Fluss entdeckt. Es ist eines der spektakulärsten Naturerlebnisse im Libanon.

14. Die Gotteszedern bei Bcharré: Jahrtausendealte Symbole des Libanon
Der Gotteszedern-Wald im Nordteil des Libanongebirges beherbergt die letzten jahrtausendealten Zedern des Landes. Gemeinsam mit dem Qadisha-Tal zum UNESCO-Welterbe erklärt, ist dieses Gebiet sowohl ein außergewöhnlicher Naturraum als auch ein starkes Identitätssymbol für die Libanesen. Der Besuch lässt sich natürlich mit dem Abstieg in das Qadisha-Tal verbinden, das von Bcharré aus zugänglich ist.

15. Das Naturschutzgebiet Al-Shouf-Zedernwald: Das größte des Libanon
Das 2005 von der UNESCO zum Biosphärenreservat ernannte Schutzgebiet Al-Shouf beherbergt mehr als ein Drittel aller verbliebenen Zedern des Libanon. Es ist Heimat von 27 Wildtierarten, darunter Wölfe, Luchse und Hyänen, sowie 104 Vogelarten. Einige Zedern im Reservat sind über 2.000 Jahre alt. Die von April bis Oktober zugänglichen Wanderwege führen durch blühende Wiesen zwischen den jahrhundertealten Bäumen.

16. Das Qadisha-Tal: UNESCO-Welterbe aus Natur und Spiritualität
Das Qadisha-Tal ist eine spektakuläre, in den Fels des Libanongebirges gemeißelte Schlucht, durchzogen von in die Klippen gehauenen Klöstern aus vergangenen Jahrhunderten. Als UNESCO-Welterbe bietet es eine der schönsten Wanderungen des Landes: Plane einen vollen Tag ein, um von Bcharré bis zum Talboden zu wandern und zurück (mittleres Schwierigkeitsniveau).

17. Die Tannourine-Reservate: Die Route der stillen Wanderer
Im Nordteil des Libanongebirges bieten die Tannourine-Reservate Zedernwälder und Berglandschaften, die weniger frequentiert sind als die im Chouf oder bei Bcharré. Die Straße, die sich zwischen Klippen und mediterraner Vegetation hindurchschlängelt, ist ein beständiger Genuss für alle, die ruhigere Pfade bevorzugen.

Gebirge und Bergdörfer
18. Das Libanongebirge: Von Skipisten bis zu Frühlingswanderungen
Die Kette des Libanongebirges erreicht Gipfelhöhen von über 3.000 Metern. Im Winter warten Skigebiete (Faraya, Mzaar), im Frühling blühende Wanderwege und Bergwälder, und im Sommer bieten die Kalksteindörfer auf den Graten atemberaubende Ausblicke bis ans Mittelmeer.

19. Aley: Der Balkon des Libanongebirges
Aley, gerne als „Braut des Libanongebirges“ bezeichnet, bietet von seinen Caféterrassen in der Höhe Panoramablicke auf die Mittelmeerküste. Bei Familien aus Beirut beliebt, die im Sommer die Frische des Gebirges suchen, hat die Stadt auch gute Wanderwege und lebhafte Wochenmärkte zu bieten.

Bekaa-Tal und Weintourismus
20. Zahlé und die Weingüter der Bekaa
Zahlé ist die Gastronomiehauptstadt des Bekaa-Tals. Seine Restaurants am Ufer des Bardaouni, der Nachtmarkt und die lokalen Spezialitäten sind einen Stopp wert. Das umliegende Tal beherbergt die wichtigsten Weingüter des Landes: Château Ksara, Château Musar und Château Kefraya zählen zu den bekanntesten Namen des libanesischen Weinbaus.
Alles zu Einreiseformalitäten, empfohlenen Impfungen und Reisekrankenversicherung findest du in unserem Leitfaden Reiseversicherung Libanon, der alle praktischen Informationen vor der Abreise bündelt.
Wann in den Libanon reisen
Der Libanon lässt sich fast das ganze Jahr bereisen, doch zwei Zeiträume stechen deutlich hervor.
April bis Juni: Die beste Zeit für die meisten Reisenden. Die Temperaturen sind angenehm (18 bis 25 °C an der Küste), die Landschaft ist grün, auf den Bergwiesen blühen die Blumen und das Meer wird langsam badetauglich. Das ist das ideale Fenster, um archäologische Stätten, Wanderungen in der Qadisha oder dem Chouf und die ersten Strandtage zu verbinden.
September und Oktober: Ebenfalls eine ausgezeichnete Reisezeit. Das Meer ist noch warm, weniger Touristen sind unterwegs, und die Weingüter im Bekaa-Tal sind mitten in der Lese, was Weingutsbesuche besonders lebendig macht.
Juli und August: Hochsaison mit viel Betrieb. Die Festivals von Baalbek und Byblos empfangen internationale Künstlerinnen und Künstler in außergewöhnlichen Kulissen. Die Hitze (30 bis 35 °C in der Ebene) rät dazu, die Sehenswürdigkeiten am Morgen zu besichtigen und die Abende auf der Terrasse zu genießen.
Dezember bis März: Die Küste bleibt mild, und die Skigebiete Faraya und Mzaar bieten ein ungewöhnliches Erlebnis nur wenige Kilometer vom Mittelmeer entfernt.
Planst du eine große Reise an ein anderes geschichtsträchtiges Ziel, bieten unsere Reiseführer Was tun in Japan und Was tun in Serbien ebenso facettenreiche Länder mit bemerkenswerten Sehenswürdigkeiten.
FAQ
Können deutsche Reisende in den Libanon einreisen?
Deutsche Staatsangehörige können in den Libanon reisen. Informiere dich vor der Abreise über die aktuellen Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts, das die Sicherheitslagen nach Regionen aufschlüsselt. Alle Informationen zu Einreiseformalitäten, Gesundheit und Versicherung findest du auf unserer Seite Reiseversicherung Libanon.
Wie viele Tage braucht man, um die 20 wichtigsten Sehenswürdigkeiten zu sehen?
Eine Rundreise von 10 bis 14 Tagen erlaubt es, das Wesentliche zu erkunden: 2 Tage in Beirut, 1 Tag für die Nordküste (Byblos, Batroun), 1 Tag für Baalbek und Anjar, 1 Tag für Sidon und Tyros, 1 Tag für Beiteddine und den Chouf, 2 Tage für die Qadisha und die Zedern. Tripolis verdient eine Übernachtung, um es abseits der üblichen Besuchszeiten zu erleben.
Welche Stätten des Libanon gehören zum UNESCO-Welterbe?
Der Libanon zählt sechs UNESCO-Welterbestätten: Anjar, Baalbek, Byblos und Tyros (alle vier 1984 eingetragen), das Ensemble Ouadi Qadisha mit dem Gotteszedern-Wald (1998) sowie die Internationale Rachid-Karami-Messe in Tripolis.
Kann man im Libanon wandern?
Ja. Das Qadisha-Tal, das Naturschutzgebiet Al-Shouf-Zedernwald und die Tannourine-Reservate bieten markierte Wanderwege verschiedener Schwierigkeitsstufen. Die beste Saison erstreckt sich von April bis Juni und von September bis Oktober.
Was ist der beste Ausgangspunkt für eine Erkundung des Libanon?
Beirut ist die logische Basis: Hier befindet sich der internationale Flughafen, und die meisten wichtigen Sehenswürdigkeiten sind in ein bis zwei Fahrstunden erreichbar. Ein Mietwagen bleibt die praktischste Lösung, um das Gebirge und die Bekaa frei zu erkunden.





