Vietnam entdeckst du von Nord nach Süd auf 1.650 Kilometern: Bergregionen ethnischer Minderheiten, Karstlandschaften, alte Hafenstädte und tropische Inseln. Zwei Wochen reichen für die Highlights; ein Monat lässt Zeit, abseits der ausgetretenen Pfade zu streifen.
Der Norden: Hanoi, Karstlandschaften und Berge der ethnischen Minderheiten
Hanoi, die Hauptstadt zwischen Tempeln und quirligem Treiben
Hanoi vereint ein jahrtausendealtes historisches Viertel, französische Kolonialarchitektur und eine Straßenkulisse von atemberaubender Dichte. Das Altstadtviertel der 36 Straßen, der Hoan-Kiem-See, der Literaturtempel und die Nachtmärkte lassen sich bestens zu Fuß erkunden. Die Bahnstraße (Phố đường tàu) verdichtet auf wenigen Metern die ganze unglaubliche Intensität dieser Stadt.

Für eine ausführliche Erkundung Hanois findest du alle Tipps in unserem Guide Was tun in Hanoi?.
Ninh Binh, Karst so weit das Auge reicht
Als „Ha-Long-Bucht des Festlands“ bekannt, verdankt Ninh Binh seinen Ruf den Karstformationen, die mitten aus den Reisfeldern aufragen. In Tam Coc gleiten flachbödige Boote unter drei natürlichen Felsbögen hindurch, eingebettet in Kalksteinfelsen. In Hoa Lu, der einstigen Hauptstadt der Dinh- und Le-Dynastien, lassen sich Tempel und bewaldete Hügel erkunden.


Pu Luong, das noch unbekannte Naturschutzgebiet
In der Provinz Thanh Hoa gelegen, rund 130 km südwestlich von Hanoi, ist das Naturschutzgebiet Pu Luong noch wenig bekannt. Stufenreisfelder, grüne Täler und Dörfer ethnischer Minderheiten bieten ein authentisches Eintauchen ins vietnamesische Landleben, weit vom Trubel der populäreren Reiseziele.


Sapa, die Terrassen der Hmong und Dao
Hoch in den Bergen des Nordens gelegen, ist Sapa der Ausgangspunkt für Wanderungen zu den Dörfern der ethnischen Minderheiten der Hmong und Dao. Die Stufenreisfelder fallen in Kaskaden die Hänge der Hoang-Lien-Son-Gebirgskette hinab und bieten vor allem zwischen September und Oktober zur Erntezeit besonders beeindruckende Panoramen.


Ha Giang, die legendäre Motorradschleife
Ha Giang im äußersten Norden Vietnams ist das Traumziel für Reisende auf der Suche nach spektakulären Strecken. Die Ha-Giang-Schleife lässt sich in 4 bis 5 Tagen per Motorrad fahren: schwindelerregende Pässe, enge Täler und abgelegene Dörfer der Hmong und Tay. Der Ma-Pi-Leng-Pass ist einer der meistfotografierten Aussichtspunkte des Landes.


Die Ha-Long-Bucht, UNESCO-Weltnaturerbe
Als UNESCO-Welterbe vereint die Ha-Long-Bucht Tausende von Karstinseln und -inselchen, die aus dem smaragdgrünen Wasser des Golfs von Tonkin aufragen. Eine Kreuzfahrt auf einer traditionellen Dschunke führt durch die Felsformationen, in Höhlen hinein und vorbei an schwimmenden Fischerdörfern. Die Ha-Long-Bucht gehört zu den meistbesuchten Zielen des Landes: Wähle einen seriösen Anbieter und buche frühzeitig, um Enttäuschungen zu vermeiden.

Die Mitte: Von Hué nach Hoi An über Phong Nha
Hué, die einstige Kaiserhauptstadt der Nguyen
Im Jahr 1802 zur Hauptstadt des vereinigten Vietnam erhoben, war Hué unter der Nguyen-Dynastie bis 1945 das politische, kulturelle und religiöse Zentrum des Landes. Die Kaiserstadt, die Verbotene Purpurne Stadt, die königlichen Mausoleen und die Thien-Mu-Pagode bilden das Hué-Monumentenensemble, das 1993 in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen wurde. Der Parfümfluss, der sich durch die Stadt schlängelt, verbindet diese Sehenswürdigkeiten und lässt sich mit dem Drachenboot befahren.
Hoi An, die Altstadt der Laternen
Hoi An ist als UNESCO-Welterbe bekannt für seine Handelshäuser aus Holz mit chinesischen, japanischen und europäischen Einflüssen. Die Altstadt erkundet man zu Fuß entlang von Gassen und den Ufern des Thu-Bon-Flusses. Abends tauchen Papierlaternen die Kais in ein warmes Licht. Nahe Strände wie An Bang liegen nur wenige Kilometer vom historischen Zentrum entfernt.

Phong Nha, die Höhlen im XXL-Format
Der Nationalpark Phong Nha-Ke Bang, UNESCO-Naturwelterbe, beherbergt die Höhle Son Doong: Mit 9 Kilometern Länge und bis zu 200 Metern hohen Galerien ist sie die größte Höhle der Welt. Weitere Höhlen wie Phong Nha, die nur per Boot auf einem unterirdischen Fluss zugänglich ist, oder Thien Duong (Paradies-Höhle) lassen sich auf Tagestouren erkunden.
Die Strände im Zentrum und Süden: Da Nang und Nha Trang
Da Nang hat sich als lebhaftes Baderesort etabliert, an der Schnittstelle von Meer und Marmorbergen, in der Nähe von Hoi An und dem Hai-Van-Pass. Der modernisierte Hafen macht die Stadt zur praktischen Basis für Ausflüge in die Zentralregion.

Nha Trang weiter im Süden ist bekannt für seine langen Strände und die guten Tauchmöglichkeiten in der Bucht.

Der Süden: Ho-Chi-Minh-Stadt, Mui Ne und das Mekong-Delta
Ho-Chi-Minh-Stadt, die Metropole des Südens
Das frühere Saigon ist Vietnams wirtschaftliche Triebkraft. Das Kriegsremanentenmuseum, der Wiedervereinigungspalast, überdachte Märkte und Pagoden ergeben ein dichtes, kontrastreiches Bild. Die Stadt ist das Tor zum Mekong-Delta und den Stränden des Südens.
Mui Ne, Sanddünen am Meer
Mui Ne verbindet Strand mit unerwarteten Wüstenlandschaften. Die roten Dünen, rund 11 km vom Strand entfernt, lassen sich auf Rutschen oder im Quad erkunden. Die weißen Dünen, etwa 35 km vom Hauptstrand entfernt, erheben sich zwischen zwei Süßwasserseen und lassen sich zu Fuß oder im Jeep bei Sonnenaufgang entdecken.

Das Mekong-Delta, entlang der Kanäle
Das Mekong-Delta bildet ein weitläufiges Wasserstraßennetz im Süden Vietnams. Schwimmende Märkte, Kokospalmenplantagen und Mangroventunnel entdeckt man am besten per Boot oder Sampan. Es ist eine der landwirtschaftlichsten Regionen des Landes, in der die Bevölkerung seit Generationen Reis und tropische Früchte anbaut.

Phu Quoc, die Insel am Golf von Thailand
Phu Quoc vor der südlichen Küste Vietnams lockt mit weißen Sandstränden und klarem Wasser, das sich bestens zum Tauchen und Schnorcheln eignet. Die Insel beherbergt auch traditionelle Fischerdörfer, Pfefferplantagen und einen Nationalpark, der einen Großteil des Inlandwaldes schützt.


Wann nach Vietnam reisen
Je nach Region und Jahreszeit gestaltet sich eine Vietnam-Reise sehr unterschiedlich.
Norden: Von November bis April ist es trocken, die Temperaturen liegen bei angenehmen 15 bis 25 °C, ideal zum Wandern in Sapa oder für die Ha-Giang-Schleife.
Mitte: Von Februar bis Juli sind die Bedingungen für Hué und Hoi An am günstigsten. Die Zentralküste ist zwischen Oktober und Dezember taifungefährdet.
Süden und Inseln: Von November bis April ist die Trockenzeit am angenehmsten für Ho-Chi-Minh-Stadt, das Mekong-Delta und Phu Quoc.
Für eine erste Reise, die alle drei Regionen kombiniert, bieten die Monate März/April und Oktober/November den besten Kompromiss.
Welche Reiseroute durch Vietnam wählen
2 Wochen: die klassische Nord-Mitte-Route
Eine erste Reise von zwei Wochen folgt oft der Strecke Hanoi, Ninh Binh, Ha-Long-Bucht, Hué, Hoi An. Dieser Rundkurs erfasst das Wesentliche: historische Hauptstadt, Karstlandschaften, kaiserliches Erbe und alte Hafenstadt.
3 Wochen: vom Norden zu den südlichen Inseln
In drei Wochen lassen sich Ho-Chi-Minh-Stadt, das Mekong-Delta und Phu Quoc hinzufügen, oder die Reise Richtung Sapa und Ha Giang im Norden verlängern. Manche Reisenden fahren anschließend ins benachbarte Kambodscha weiter, dessen Angkor Wat nur wenige Stunden von Ho-Chi-Minh-Stadt entfernt liegt: Unser Guide Was tun in Kambodscha? bietet einen guten Einstieg für die Planung dieser Etappe.
Vor der Abreise
Visum, empfohlene Impfungen, Landeswährung, Krankenversicherungsschutz: Alle praktischen Informationen für eine entspannte Vietnam-Reise findest du in unserem Vietnam-Reiseversicherungs-Guide.
FAQ
Wie lange sollte man für eine Vietnam-Reise einplanen?
Zwei Wochen reichen für den Norden und die Mitte (Hanoi, Ha-Long-Bucht, Hué, Hoi An). In drei Wochen erreicht man auch den Süden oder gönnt sich einen Abstecher nach Phu Quoc. Ein Monat schafft Raum für Umwege wie Ha Giang, Pu Luong oder Phong Nha.
Sollte man in Vietnam ein Motorrad mieten?
Das Motorrad ist das beliebteste Fortbewegungsmittel für Individualreisende, vor allem für die Ha-Giang-Schleife oder die Bergstrecken im Norden. Es erfordert Fahrerfahrung und besondere Aufmerksamkeit im Straßenverkehr. Eine passende Krankenversicherung ist bei einem Unfall unverzichtbar.
Womit anfangen: Hanoi oder Ho-Chi-Minh-Stadt?
Wer im Norden einreist, beginnt am besten in Hanoi und bereist das Land Richtung Süden. Wer im Süden einreist, startet in Ho-Chi-Minh-Stadt und arbeitet sich nach Norden vor. Beide Städte haben sehr unterschiedliche Charaktere: Hanoi ist ruhiger und historisch geprägt, Ho-Chi-Minh-Stadt hektischer und auf Handel ausgerichtet.
Kann man Hoi An an einem Tag besichtigen?
Die Altstadt von Hoi An lässt sich an einem Tag erkunden, aber zwei bis drei Tage ermöglichen es, die Atmosphäre früh morgens und abends einzusaugen, wenn die Laternen leuchten, und die nahen Strände wie An Bang zu entdecken.
Ist die Ha-Long-Bucht zu überlaufen?
Die Ha-Long-Bucht gehört zu den meistbesuchten Zielen Südostasiens. Eine Übernachtungskreuzfahrt auf einer traditionellen Dschunke bleibt die komfortabelste Art, sie zu erleben. Für ähnliche Landschaften mit weniger Besuchertrubel sind die Bai-Tu-Long-Bucht und die Lan-Ha-Bucht empfehlenswerte Alternativen.





