Miami entdeckt man am besten Viertel für Viertel: Drei Tage reichen, um zwischen South Beach, Wynwood und Little Havana zu wechseln; fünf Tage lassen Raum für das Vizcaya Museum, Brickell und einen Ausflug in die Everglades. Die Stadt ist dicht, voller Kontraste, und jedes Viertel hat seinen ganz eigenen Rhythmus.
South Beach: weißer Sand, Lummus Park und der Ocean Drive
Der Strand von South Beach erstreckt sich von der 5th bis zur 15th Street entlang des Lummus Park. Der Sand ist fein, das Wasser glasklar, und die bunten Rettungsschwimmerhäuschen sind längst zu einem fotografischen Wahrzeichen geworden. Paddeln, Jet-Ski und Beachvolleyball sind das ganze Jahr über möglich.
Der Ocean Drive verläuft parallel zum Strand auf der Stadtseite: eine Allee mit Straßencafés, klassischen Automobilen und Pastellfassaden, deren Neonlichter nach Einbruch der Dunkelheit die Straße erleuchten.

Das Art-Déco-Viertel: 800 Gebäude zwischen Pastell und Geometrie
Miami Beach beherbergt die größte Konzentration von Art-Déco-Gebäuden weltweit. Mehr als 800 Bauten, errichtet zwischen 1923 und 1943, bilden das Miami Beach Architectural District, das im National Register of Historic Places der USA eingetragen ist. Der lokale Stil, der „Tropical Deco“, zeichnet sich durch Pastelltöne, nautische Motive, florale Reliefs und die typischen „Eyebrows“ aus: kleine Betonvorsprünge über den Fenstern, die als natürlicher Sonnenschutz dienen.

Collins Avenue und Washington Avenue ergänzen den Ocean Drive zu einem Spaziergang von gut einer Stunde. Die Miami Design Preservation League bietet geführte Fuß- und Fahrradtouren an, um die architektonischen Details aus der Nähe zu erkunden.
Wynwood Walls: Street Art auf internationalem Niveau
Etwa zwanzig Minuten nördlich von South Beach hat Wynwood seine alten Lagerhallen in eine Open-Air-Galerie verwandelt. Die Wynwood Walls an der 2516 NW 2nd Ave zeigen Werke von mehr als 120 Künstlern aus 25 Ländern, darunter Shepard Fairey, Futura 2000 und Tristan Eaton. Der Eintritt kostet 12 USD für Erwachsene. Das Gelände ist täglich von 10:30 bis 18:30 Uhr geöffnet.

Der Wynwood Art Walk findet jeden zweiten Samstag im Monat ab 18 Uhr statt, mit kostenlosem Zugang zu neuen Werken in den teilnehmenden Galerien des Viertels. Bis zum 12. September 2026 bietet eine Familien-Schnitzeljagd einen interaktiven Rundgang durch die Wynwood Walls, bei dem Beobachtungsgabe und Kreativität gefragt sind.
Das Vizcaya Museum: eine Renaissance-Villa an der Bucht
Die Villa Vizcaya bildet einen radikalen Kontrast zum Miami der Wolkenkratzer. Das ehemalige Anwesen im Stil der italienischen Renaissance beherbergt europäische Antiquitäten in mit Fresken und Marmorsäulen geschmückten Sälen. Die formalen Gärten grenzen direkt an die Biscayne Bay und bieten eine ruhige Auszeit vom Trubel in South Beach.

Das Museum ist täglich von 9:30 bis 16:30 Uhr geöffnet, außer dienstags, am Thanksgiving-Tag und an Weihnachten. Der Eintritt beträgt 25 USD für Erwachsene, 10 USD für Kinder von 6 bis 12 Jahren und ist kostenlos für Kinder unter 6 Jahren.
Brickell: Miamis Skyline von oben erleben
Brickell ist Miamis Finanzviertel. Seine Glastürme prägen die unverwechselbare Silhouette der Stadt, und von den Rooftops bieten sich beeindruckende Panoramen über die Bucht und die gesamte Skyline, besonders zur Abenddämmerung.

Das Viertel vereint zudem einen großen Teil von Miamis Fusionsküche, mit lateinamerikanischen, asiatischen und karibischen Einflüssen, die die Vielfalt der Stadt widerspiegeln.
Little Havana: Calle Ocho, Dominos und kubanischer Kaffee
Kaum ein amerikanisches Viertel hat eine so ausgeprägte kulturelle Identität bewahrt. Auf der Calle Ocho (SW 8th Street) drehen Zigarrendreher ihre Rollen vor den Augen der Passanten, kubanische Bäckereien verkaufen Pastelitos schon am frühen Morgen, und im Domino Park (Maximo Gomez Park) werden den ganzen Tag über Dominopartien gespielt. Freitagabends dringt aus fast jeder Bar Live-Musik auf die Straße.

Das Viertel verdankt einen großen Teil seiner Atmosphäre dem Cortadito, dem starken kubanischen Espresso mit einem Schuss Milch, der in den Cafeterias der Calle Ocho serviert wird. Wer lebendige Stadtteile mit starker kultureller Identität schätzt, findet vergleichbare Erlebnisse in Was tun in Chicago? und Was tun in Madrid?.
Die Biscayne Bay: Bootsfahrt und kostenloser Water Taxi
Die Biscayne Bay säumt Miami im Osten. Eine Kreuzfahrt ermöglicht es, an den künstlichen Inseln und Wasservillen entlangzugleiten, mit der Skyline als beeindruckende Kulisse.

Seit dem 20. Januar 2026 betreibt Miami Beach ein kostenloses Water Taxi zwischen Miami Beach und der Innenstadt. Die Boote sind rund 12 Meter lang und die Überfahrt dauert 20 Minuten: eine unkomplizierte Möglichkeit, die beiden Ufer ohne Auto zu verbinden.
Die Everglades: Alligatoren und Airboote, 45 Minuten von Miami
Der Everglades-Nationalpark, weniger als eine Autostunde südwestlich von Miami, zählt zu den größten Feuchtgebietsökosystemen der Welt. Eine Airboot-Tour ermöglicht es, Alligatoren, weiße Ibisse und Silberreiher in ihrem natürlichen Lebensraum zu beobachten. Geführte Touren starten meist vom Shark Valley oder den Zugängen rund um Everglades City.

Der Park eignet sich auch hervorragend zum Kajakfahren und Wandern auf den erhöhten Boardwalks. Es ist der zugänglichste Naturausflug von Miami aus und gleichzeitig jener, der den größten Stimmungswandel bietet.
Wann nach Miami reisen?
Von November bis April liegen die Temperaturen zwischen 20 und 28 °C, mit wenig Regen und angenehmer Luftfeuchtigkeit. Die Hochsaison treibt die Preise im Dezember und Januar sowie während der Miami Art Week Anfang Dezember in die Höhe. Der Sommer (Juni bis Oktober) ist heiß und feucht, mit Hurrikanrisiko.
Für weitere Inspiration in amerikanischen Großstädten bietet Was tun in New York? ergänzende Reiseideen.
FAQ
Wie viele Tage braucht man für Miami?
Drei Tage reichen, um South Beach, das Art-Déco-Viertel, Wynwood und Little Havana zu erkunden. Für das Vizcaya Museum, Brickell und einen Ausflug in die Everglades ohne Zeitdruck sollte man fünf Tage einplanen.
Was ist die beste Reisezeit für Miami?
Von November bis April: angenehme Temperaturen (20-28 °C), wenig Regen, geringe Luftfeuchtigkeit. Der Sommer ist heiß und feucht, mit Hurrikanrisiko von Juni bis Oktober.
Kann man die Everglades von Miami aus an einem Tag besuchen?
Ja. Der Park liegt weniger als eine Autostunde südwestlich von Miami. Eine Airboot-Tour dauert je nach gewählter Option zwischen 30 Minuten und 2 Stunden, sodass man problemlos noch am Abend zurück sein kann.
Wie kommt man in Miami am besten herum?
Das Auto bleibt die praktischste Lösung, um die Viertel zu verbinden und die Everglades zu erreichen. Seit Januar 2026 verbindet ein kostenloser Water Taxi Miami Beach in 20 Minuten mit der Innenstadt. Der Metromover (kostenloses Stadtbahnnetz) deckt die Innenstadt von Miami ab.
Ist der Eintritt in die Wynwood Walls kostenpflichtig?
Die Wynwood Walls kosten 12 USD für Erwachsene. Die umliegenden Straßen und Galerien sind frei zugänglich. Der Art Walk am zweiten Samstag des Monats ist in den teilnehmenden Galerien kostenlos.
Muss man in Miami Spanisch sprechen?
Es ist nicht zwingend nötig, aber in Little Havana und vielen Geschäften durchaus nützlich. In allen touristischen Bereichen wird Englisch verstanden.





