Menorca vereint auf 700 km² das Beste des unberührten Mittelmeers: mehr als 100 Buchten an 216 km Küste, rund 3.000 Jahre alte Ausgrabungsstätten und zwei Barockstädte mit ganz eigenem Charakter. Um es direkt auf den Punkt zu bringen: Die beliebtesten Aktivitäten sind die Entdeckung der wilden Calas im Süden, Wandern auf dem Camí de Cavalls, Besuche in Mahón und Ciutadella sowie die Erkundung talayotischer Stätten. Eine Woche reicht für die Highlights; mit zehn Tagen lässt sich alles entspannt erkunden.
Strände und Buchten: Die schönsten Badeplätze auf Menorca
Seit 1993 ist Menorca UNESCO-Biosphärenreservat. Große Teile der Küste sind damit vor massiver Bebauung geschützt. Die Insel zählt mehr als 100 Strände und Calas an insgesamt 216 km Küste.

Die begehrtesten Buchten:
- Cala Macarella und Cala Macarelleta: zwei Schwesterbuchten mit tiefblauem Wasser, flankiert von Klippen und Pinien. Zu Fuß von Cala Galdana in rund 30 Minuten erreichbar.
- Cala Turqueta: feiner weißer Sand, glasklares Wasser und natürlicher Schatten unter Kiefern, westlich von Ciutadella gelegen.
- Cala Mitjana und Cala Mitjaneta: zwei benachbarte Buchten, die zu den spektakulärsten der Insel zählen, rund 20 Gehminuten von Cala Galdana entfernt.
- Cala Pregonda: ungewöhnlicher ockerorangefarbener Sand und kristallklares Wasser an der Nordküste; etwa 20 Minuten Fußmarsch vom Parkplatz.
- Son Bou: mit 2,5 km feinem, durchgehendem Sand der größte Strand der Insel, ideal für Familien.
Im Juli und August füllen sich die bekanntesten Calas schnell. Früh morgens aufzubrechen oder weniger frequentierte Buchten anzusteuern ist die klügste Strategie.
Mein Yupwego-Angebot einholenMahón und Ciutadella: zwei Städte, zwei Welten

Die beiden Hauptstädte Menorcas liegen 45 km voneinander entfernt. Mahón, die Inselhauptstadt, ist auf seinen Naturhafen und den Seehandel ausgerichtet. Ciutadella, die ehemalige Hauptstadt, hat seinen aristokratischen Charakter und seine autofreie Altstadt bis heute bewahrt.
Mahón: Naturhafen, Festung und Museum
Mahón (auf Katalanisch: Maó) ist die Inselhauptstadt. Sein Naturhafen, einer der tiefsten im gesamten Mittelmeer, weckte nacheinander das Interesse der Mauren, der Aragonesen und der Briten, die alle sichtbare Spuren hinterlassen haben.

Was du in Mahón tun solltest:
- Entlang des Hafens schlendern: Cafés, Restaurants und ein Fischmarkt am frühen Morgen.
- Die Festung La Mola besuchen (Fortaleza de Isabel II): ein Militärbauwerk aus dem 19. Jahrhundert am Hafeneingang, das weitgehend erhalten ist.
- Das Menorca-Museum erkunden: in einem Kloster aus dem 18. Jahrhundert untergebracht, erzählt es die Geschichte der Insel von den Anfängen bis heute.
- Den Markt im Claustre del Carme besuchen: lokaler Käse, Wurstwaren und Kunsthandwerk.
Nur wenige Fahrminuten vom Stadtzentrum entfernt bieten Talatí de Dalt und Trepucó einen ersten Kontakt mit der talayotischen Vorgeschichte, ohne großen Umweg.
Ciutadella: Barock, Paläste und steinerne Labyrinthe
Ciutadella trägt noch deutlich das Erbe einer Aristokratenstadt. Die autofreie Altstadt lässt sich bequem in einem halben Tag erkunden.

Die Highlights:
- Die Kathedrale Santa Maria (14. Jahrhundert), errichtet auf den Grundmauern einer arabischen Moschee, die während der Reconquista zerstört wurde.
- Die Plaça d’es Born und die aristokratischen Paläste aus dem 17. und 18. Jahrhundert, die den Platz säumen.
- Die überdachte Markthalle: menorquinischer Käse, Ensaïmades und lokale Wurstwaren.
- Les Lithica: ein ehemaliger Sandsteinbruch am Stadtrand von Ciutadella, der zu einem Kulturzentrum mit zwei Grünlabyrinthen und einem botanischen Garten umgestaltet wurde.

Prähistorische Stätten: das talayotische Menorca
Menorca beherbergt ein außergewöhnlich dichtes Netz talayotischer Stätten, Überreste einer Zivilisation, die die Insel zwischen 1.500 und 123 v. Chr. besiedelte. Einige besonders gut erhaltene und leicht zugängliche Monumente lohnen unbedingt einen Halt.
- Naveta des Tudons (bei Ciutadella): ein Kollektivgrab aus trockenem Steinmauerwerk, das zu den besterhaltenen Westeuropas zählt.
- Torralba d’en Salort: die größte Taula der Insel, eine monumentale T-förmige Struktur inmitten eines weitgehend freigelegten talayotischen Dorfes.
- Torre d’en Galmés: das größte prähistorische Dorf der Balearen, mit einer beeindruckenden Vielfalt an Talayots, einer Taula und alten Wohnstätten.
- Trepucó: eine Viertelstunde zu Fuß vom Zentrum Mahóns entfernt, ganzjährig frei zugänglich.
Camí de Cavalls: Rund um Menorca wandern (GR223)
Der Camí de Cavalls ist ein alter militärischer Küstenpfad, der als GR223 ausgeschildert ist und Menorca auf 186 km in 20 Etappen von 5 bis 14 km umrundet. Sein Name bedeutet auf Katalanisch „Pferdeweg“ und erinnert an die Patrouillen, die im 14. Jahrhundert die Küste von erhöhten Positionen aus überwachten.
Er lässt sich vollständig in etwa zehn Tagen bewältigen oder je nach verfügbarer Zeit abschnittsweise erkunden. Der Weg durchquert das Naturschutzgebiet s’Albufera des Grau, führt an Klippen und mittelalterlichen Wachtürmen entlang und erschließt mehr als 50 Buchten und Strände. Die Etappen rund um Cala Galdana und Fornells eignen sich besonders gut für Gelegenheitswanderer und Familien.
Fornells und Cala Galdana: zwei ideale Ausgangspunkte
Cala Galdana im Zentrum-Süden ist der bestausgestattete Strand dieser Gegend. Die geschützte Bucht bietet ruhiges Wasser und direkten Zugang zu den Wanderwegen nach Cala Macarella und Cala Mitjana. Viele Reisende wählen diesen Ort als logistischen Ausgangspunkt, um die Calas zu Fuß zu erkunden.

Fornells an der Nordküste ist ein Fischerdorf, das für seine Caldereta de Langosta bekannt ist: ein Langusteneintopf nach traditionellem Rezept, der in den meisten Hafenrestaurants serviert wird. Die Bucht ist dank ihres flachen Wassers und beständiger Winde auch ein beliebter Spot für Windsurfen und Kayak.

Binibeca Vell: ein ungewöhnliches weißes Dorf
Binibeca Vell ist ein Dorf, das in den 1970er Jahren als Imitation der Architektur mediterraner Fischerdörfer erbaut wurde: enge weiße Gassen, überdachte Durchgänge, aneinandergereihte Häuser. Das Ergebnis ist ausgesprochen fotogen und lohnt einen kurzen Abstecher, am besten kombiniert mit einem Tag am benachbarten Strand.
Häufige Fragen
Wann ist die beste Reisezeit für Menorca?
Mai bis Juni und September bis Anfang Oktober bieten angenehme Temperaturen, weniger volle Strände und oft günstigere Preise als in der Hauptsaison. Juli und August sind am stärksten frequentiert, der Höhepunkt liegt im August, wenn die bekanntesten Calas zur Mittagszeit besonders voll sind.
Wie viel Zeit sollte man für Menorca einplanen?
Eine Woche reicht für das Wesentliche: Mahón, Ciutadella, die Calas im Süden, ein oder zwei prähistorische Stätten und ein Dorf im Norden. Mit zehn Tagen lassen sich zusätzlich Etappen des Camí de Cavalls einbauen und weniger bekannte Buchten ohne Zeitdruck erkunden.
Braucht man auf Menorca ein Auto?
Ein Auto ist nach wie vor das praktischste Fortbewegungsmittel, um abgelegene Calas und archäologische Stätten zu erreichen. In der Saison (Mai bis Oktober) verbinden Busse Mahón mit Ciutadella und den wichtigsten Stränden, doch die Taktfolge ist für entlegenere Ziele begrenzt. In der näheren Umgebung von Mahón lässt sich gut mit dem Fahrrad fahren.
Kann man den Camí de Cavalls auch ohne Wandererfahrung gehen?
Ja, wenn man die richtigen Etappen auswählt. Die Abschnitte rund um Cala Galdana (Richtung Cala Macarella) oder Fornells sind für Gelegenheitswanderer gut geeignet. Die wilderen und technisch anspruchsvolleren Etappen im Nordwesten sind eher erfahrenen Wanderern vorbehalten.
Wo isst man die beste Caldereta de Langosta auf Menorca?
Fornells gilt als erste Adresse. Die Hafenrestaurants servieren diesen Langusteneintopf nach traditionellem Rezept. In der Hochsaison empfiehlt sich eine Reservierung, da das Gericht oft im Voraus bestellt werden muss, um die Frische zu garantieren.





