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Expat-Versicherung: Der vollständige Ratgeber

Anto · 5. April 2024 · 0 Min. Lesezeit

Reisepass und Versicherungsunterlagen auf einem geöffneten Koffer, bereit für den Auslandsaufenthalt
Inhaltsverzeichnis
  1. Was eine Expat-Versicherung wirklich leistet
  2. Arztkosten und Krankenhausaufenthalte im Ausland
  3. Medizinischer Rücktransport und Notfallhilfe
  4. Haftpflicht im Ausland
  5. CFE, Vollkostenvertrag oder beides: Welches Modell passt zu dir?
  6. Der CFE beitreten und den Anschluss an die Sozialversicherung wahren
  7. Den Vollkostenvertrag wählen
  8. CFE und internationale Krankenversicherung kombinieren
  9. Die entscheidenden Kriterien bei der Wahl deines Schutzes
  10. Das Zielland und die lokalen Gesundheitskosten
  11. Die Aufenthaltsdauer und dein Status
  12. Deine Familiensituation
  13. Worauf du vor der Unterschrift achten solltest
  14. FAQ
  15. Ist eine Expat-Versicherung Pflicht?
  16. Was ist der Unterschied zwischen einer Reiseversicherung und einer Expat-Versicherung?
  17. Kann ich eine Expat-Versicherung nach meiner Abreise abschließen?
  18. Reicht die CFE allein für Expats aus?
  19. Wie funktioniert der medizinische Rücktransport?
  20. Welche Leistungen sollte man bei einer Expat-Versicherung vorrangig prüfen?

Wer ins Ausland zieht, verlässt den Schutzschirm der französischen gesetzlichen Krankenversicherung. Eine Expat-Versicherung springt ein: Sie deckt deine medizinischen Ausgaben im Ausland, organisiert im Notfall den Rücktransport und schützt dich vor den alltäglichen Risiken weit von zu Hause. Je früher du sie abschließt, desto entspannter kannst du aufbrechen.

Was eine Expat-Versicherung wirklich leistet

Arztkosten und Krankenhausaufenthalte im Ausland

Krankenhausaufenthalte können in bestimmten Ländern, insbesondere in den USA, Kanada oder Singapur, Zehntausende Euro kosten. Eine gute Expat-Versicherung übernimmt:

  • Arztbesuche und Medikamente;
  • Krankenhausaufenthalte (Operationen, Intensivpflege);
  • Zahn- und Sehhilfen, je nach gewähltem Tarifniveau;
  • Schwangerschaftsvorsorge und Kindermedizin, wenn du mit der Familie aufbrichst.

Manche Verträge bieten ein internationales Direktabrechnungsverfahren an, sodass du keine großen Summen vorstrecken und auf Erstattung warten musst.

Medizinischer Rücktransport und Notfallhilfe

Das ist die wichtigste Leistung einer Expat-Versicherung. Bei einem schweren Unfall oder einer Erkrankung, die eine medizinische Versorgung erfordert, welche die lokale Infrastruktur nicht leisten kann, organisiert und finanziert der Versicherer den geeigneten medizinischen Transport: Sanitätsflugzeug, umgerüsteter Linienflug oder Krankenwagen. Der Notfalldienst ist rund um die Uhr und sieben Tage die Woche erreichbar.

Über den Patiententransport hinaus umfassen die Verträge in der Regel auch:

  • die Überführung im Todesfall;
  • die Heimreise deiner Begleitpersonen;
  • die Anreise eines Familienangehörigen an dein Krankenbett, wenn du weit von deinem Wohnort hospitalisiert bist.

Haftpflicht im Ausland

Je nach gewähltem Tarif schließt die Expat-Versicherung auch eine Haftpflichtversicherung ein, die Personen-, Sach- und Vermögensschäden gegenüber Dritten abdeckt. Diese Absicherung ist besonders wertvoll in Ländern, in denen Rechtsstreitigkeiten mit hohen Kosten verbunden sind.

CFE, Vollkostenvertrag oder beides: Welches Modell passt zu dir?

Eine Einheitslösung gibt es nicht. Je nach Profil, Zielland und Budget stehen dir drei grundlegende Optionen offen.

Der CFE beitreten und den Anschluss an die Sozialversicherung wahren

Die Caisse des Français de l’Étranger (CFE) ist eine freiwillige Kasse, die es dir ermöglicht, während deines Auslandsaufenthalts dem französischen allgemeinen Sozialversicherungssystem angeschlossen zu bleiben. Der Beitritt ist nicht verpflichtend, bietet jedoch einen entscheidenden Vorteil: Er sichert deine Rentenbeitragszeiten und erleichtert eine eventuelle Rückkehr nach Frankreich.

Die CFE erstattet auf Basis der französischen Sozialversicherungstarife, was in Ländern mit hohen Gesundheitskosten oft nicht ausreicht. Daher wird sie häufig mit einer internationalen Zusatzkrankenversicherung kombiniert. Die Kosten belaufen sich je nach Alter und Situation auf etwa 57 bis 228 Euro pro Monat.

Den Vollkostenvertrag wählen

Der Vollkostenvertrag deckt all deine Gesundheitsausgaben ab, ohne den Umweg über die französische Sozialversicherung. Ein einziger Ansprechpartner, häufig schnellere Erstattungen und ein Schutz, der besser auf Länder mit hohen Gesundheitskosten zugeschnitten ist. Dafür ist er teurer und kann beim Abschluss einen Gesundheitsfragebogen erfordern. Dieses Modell eignet sich besonders für Expats in den USA, Kanada oder den Golfstaaten.

CFE und internationale Krankenversicherung kombinieren

Für Zielländer mit moderaten Gesundheitskosten (Südostasien, Lateinamerika, frankophones Afrika) bietet die Kombination aus CFE und internationaler Zusatzversicherung oft das beste Preis-Leistungs-Verhältnis. Die Zusatzversicherung schließt die Lücke zwischen den CFE-Erstattungssätzen und den tatsächlichen Kosten, und das Gesamtpaket bleibt günstiger als ein Vollkostenvertrag.

Eine internationale Krankenversicherung allein kostet im Schnitt zwischen 80 und 200 Euro pro Monat für Erwachsene, je nach Zielland und gewähltem Leistungsumfang. Bei einer Kombination beider Verträge kann der gesamte Jahresbetrag je nach Profil und Tarif von 400 Euro bis über 10.000 Euro reichen.

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Die entscheidenden Kriterien bei der Wahl deines Schutzes

Das Zielland und die lokalen Gesundheitskosten

Ein Land wie Thailand oder Mexiko hat deutlich niedrigere Gesundheitskosten als die USA oder die Schweiz. Informiere dich vor dem Vergleich der Verträge über das tatsächliche Gesundheitskostenniveau in deinem Zielland, denn davon hängt direkt ab, wie hoch die Deckungssummen sein müssen.

Die Aufenthaltsdauer und dein Status

Eine klassische Reiseversicherung deckt in der Regel Aufenthalte bis zu 90 Tagen ab. Für einen längeren Auslandsaufenthalt brauchst du einen Vertrag, der speziell für dauerhafte Auslandsaufenthalte ausgelegt ist. Wenn du als entsandter Mitarbeiter eines französischen Unternehmens ins Ausland gehst, prüfe, ob dein Arbeitgeber dich bereits teilweise absichert.

Mehr über die Schritte, die du vor der Abreise einplanen solltest, erfährst du in unserem Ratgeber Wie du deinen Auslandsaufenthalt richtig vorbereitest.

Deine Familiensituation

Mit Partner und Kindern aufzubrechen vervielfacht den Absicherungsbedarf: Schwangerschaftsvorsorge, Kindermedizin und gegebenenfalls schulärztliche Versorgung. Manche Verträge bieten Familientarife mit gestaffelten Preisen für jede zusätzlich versicherte Person, andere berechnen jeden Versicherten anteilig nach seinem Alter.

Worauf du vor der Unterschrift achten solltest

Ausschlüsse aufgrund von Vorerkrankungen: Die meisten internationalen Krankenversicherungen schließen Vorerkrankungen aus oder sehen Wartezeiten vor. Lies die Klauseln vor der Unterschrift sorgfältig durch.

Wartezeiten: Bestimmte Leistungen (Mutterschaft, chronische Erkrankungen) greifen erst nach mehreren Monaten Mitgliedschaft. Plane das ein, wenn du bald abreist.

Der Schutz in Frankreich: Bist du bei vorübergehenden Aufenthalten in Frankreich noch durch deinen Expat-Vertrag versichert? Prüfe die maximal zulässige jährliche Aufenthaltsdauer.

Das Partnernetzwerk medizinischer Einrichtungen: Ein internationales Netzwerk aus Partnerkliniken und -krankenhäusern ermöglicht dir die direkte Abrechnung ohne Vorausleistungen, ein echter Komfort bei einem Notfallkrankenhausaufenthalt.

Der Notfallservice: Rund-um-die-Uhr-Erreichbarkeit, gesprochene Sprachen, eigene Notrufnummer. Das ist oft der entscheidende Unterschied zwischen einem Billigangebot und einem Premium-Vertrag.

Mehr Details zur Auswahl der Gesundheitsleistungen findest du in unserem Vergleich Krankenversicherung für Expats und Rücktransport: So wählst du richtig.

FAQ

Ist eine Expat-Versicherung Pflicht?

Das französische Recht schreibt sie nicht vor. Allerdings verlangen manche Zielländer einen Nachweis über Krankenversicherungsschutz als Voraussetzung für ein Visum oder eine Aufenthaltserlaubnis. Außerdem bedeutet ein Aufenthalt ohne Versicherungsschutz, sich möglicherweise ruinösen Arztkosten auszusetzen, insbesondere in Ländern ohne ein für Ausländer zugängliches öffentliches Gesundheitssystem.

Was ist der Unterschied zwischen einer Reiseversicherung und einer Expat-Versicherung?

Eine Reiseversicherung deckt kurze Aufenthalte ab, in der Regel bis zu 90 Tagen, häufig für Tourismus oder gelegentliche Geschäftsreisen. Die Expat-Versicherung ist für Langzeitaufenthalte konzipiert: Sie deckt Routinebehandlungen und chronische Erkrankungen (je nach Vertrag) ab und enthält Leistungen, die auf ein dauerhaftes Leben im Ausland abgestimmt sind.

Kann ich eine Expat-Versicherung nach meiner Abreise abschließen?

Ja, in den meisten Fällen schon, aber es gelten häufig Wartezeiten ab dem Abschlussdatum, nicht ab dem Abreisedatum. Es ist daher besser, vor der Abreise aus Frankreich abzuschließen, um jede Lücke im Versicherungsschutz zu vermeiden und sicherzustellen, dass alle Leistungen von Anfang an aktiv sind.

Reicht die CFE allein für Expats aus?

Selten. Die CFE erstattet auf Basis der französischen Sozialversicherungstarife, die in vielen Ländern weit unter den tatsächlichen Kosten liegen. Ohne internationale Zusatzversicherung reicht sie in der Regel nicht aus, es sei denn, du befindest dich in einem Land, in dem die Gesundheitskosten mit denen in Frankreich vergleichbar sind.

Wie funktioniert der medizinische Rücktransport?

Bei einem schweren medizinischen Notfall kontaktierst du (oder dein Umfeld) die Rund-um-die-Uhr-Notrufnummer deines Versicherers. Ein medizinisches Team bewertet die Situation in Abstimmung mit den lokalen Ärzten und entscheidet über das geeignete Transportmittel: Krankenwagen, umgerüsteter Linienflug oder Sanitätsflugzeug. Der Versicherer übernimmt Organisation und Kosten. Bewahre deine Versicherungsunterlagen immer griffbereit auf.

Welche Leistungen sollte man bei einer Expat-Versicherung vorrangig prüfen?

Drei Punkte sind unverzichtbar: die jährliche Erstattungsobergrenze für Gesundheitskosten, die Rücktransportleistung (mit Rund-um-die-Uhr-Notfallservice) und die Ausschlüsse aufgrund von Vorerkrankungen. Prüfe außerdem den Versicherungsschutz bei Frankreichaufenthalten und ob ein Partnernetzwerk mit direkter internationaler Abrechnung vorhanden ist.