Der Zion-Nationalpark im Süden Utahs gehört zu den meistbesuchten Nationalparks der USA. Über 600 Meter hohe Rotsandstein-Felswände, vom Virgin River in Jahrmillionen geformte Canyons und legendäre Wanderungen wie Angels Landing machen ihn zu einem absoluten Highlight auf jedem Roadtrip durch den amerikanischen Westen. Bevor du aufbrichst, lohnt sich ein Blick auf die wichtigsten Neuerungen für 2026.
Eintrittspreise und Pässe 2026
Der Eintritt kostet 35 $ pro Fahrzeug (bis zu 15 Personen) für 7 aufeinanderfolgende Tage. Motorradfahrer zahlen 30 $, Fußgänger und Radfahrer 20 $ pro Person (kostenlos für Kinder unter 16 Jahren).
Zusatzgebühr für internationale Besucher: Seit dem 1. Januar 2026 entrichten Nicht-US-Bürger ab 16 Jahren eine Zusatzgebühr von 100 $ pro Person zusätzlich zum regulären Eintrittspreis. Diese Gebühr entfällt mit dem America the Beautiful Pass (250 $ für Nicht-Residenten, gültig in allen US-Nationalparks und bundeseigenen Naturschutzgebieten). Für Paare oder Familien, die mehrere Parks besuchen, amortisiert sich der Pass oft schon ab dem zweiten Park.
Shuttles und Zugang zum Canyon
Während der Hochsaison (vom 7. März bis zum 28. November 2026) dürfen Privatfahrzeuge nicht frei im Zion Canyon fahren: Ein kostenloses Shuttlesystem übernimmt den Transport. Die Busse verbinden alle wichtigen Haltestellen, vom Visitor Center bis zum Temple of Sinawava (Startpunkt der Narrows), mit Zwischenhalt am Grotto (Einstieg für Angels Landing). Die erste Abfahrt ist um 7 Uhr.
Der städtische Bus von Springdale, ebenfalls kostenlos, verbindet das Dorf mit dem Park an 9 Haltestellen im 10- bis 15-Minuten-Takt.
Die Parkplätze rund um den Park füllen sich in der Saison ab 8 Uhr. Komm früh oder parke in Springdale und nutze das Shuttle in den Park.

Wanderungen: die Highlights von Zion
Angels Landing: jetzt mit Pflicht-Permit
Angels Landing ist eine der berühmtesten Wanderungen der USA. Der Aufstieg bis zum Scout Lookout ist für jeden gut trainierten Wanderer machbar (rund 7,5 km hin und zurück, 480 m Höhenunterschied). Dahinter bietet der finale Grat mit seinen Handketten schwindelerregende Abgründe auf beiden Seiten: Für diesen Abschnitt ist ein Permit Pflicht.
So erhältst du das Permit (Recreation.gov):
- Saisonlotterie: Bewerbung mehrere Wochen im Voraus (für Juni-August 2026 öffnet die Lotterie vom 1. bis 20. April; für September-November vom 1. bis 20. Juli).
- Lotterie für den nächsten Tag: Bewerbung von 0:01 bis 15:00 Uhr (Rocky-Mountain-Zeit) für den Folgetag.
- Kosten: 6 $ nicht rückerstattbare Bearbeitungsgebühr pro Bewerbung (bis zu 6 Personen), danach 3 $/Person bei Auswahl.
- Das Permit ist personengebunden, gilt nur für einen Tag und ist nicht übertragbar.
The Narrows: Wandern im Fluss
The Narrows ist die Durchquerung des Virgin River in einem Canyon, dessen Wände sich stellenweise auf weniger als 6 Meter verengen. Die Bottom-up-Variante (von unten, ab Temple of Sinawava) erfordert kein Permit: Du wattest im Wasser voran und kehrst in deinem eigenen Tempo um. Die vollständige Top-down-Tour (16 km mit Übernachtung im Biwak) braucht ein Wilderness Permit für 20 $, buchbar auf Recreation.gov.
Wichtiger Sicherheitshinweis: Bei einem Durchfluss von mehr als 150 CFS ist der Fluss für Wanderungen gesperrt. Prüfe die aktuellen Bedingungen auf der NPS-Website, bevor du losfährst.

Emerald Pools Trail: für alle geeignet
Der Emerald Pools Trail ist weniger anspruchsvoll und schlängelt sich zwischen Wasserfällen und schattigen Becken hindurch. Er ist familientauglich und bietet einen Einblick in die üppige Ufervegetation des Tals: Pappeln, Weiden und Tamarisken setzen sich malerisch gegen das ockerfarbene Gestein ab.
Observation Point Trail: bis auf Weiteres gesperrt
Der Observation Point Trail, der einst einen der spektakulärsten Aussichtspunkte über Angels Landing und das Tal bot, ist seit Sommer 2019 nach einem schweren Felsrutsch gesperrt. Für 2026 ist kein Wiedereröffnungsdatum bekannt.
Die Geologie von Zion: 250 Millionen Jahre Erdgeschichte
Die Felswände von Zion bestehen hauptsächlich aus Navajo-Sandstein, einem rund 180 Millionen Jahre alten versteinerten Dünenfeld. Der Virgin River hat dieses Plateau über Hunderte von Metern eingeschnitten und dabei die verschiedenen Schichten freigelegt: kreideweißes Gestein an der Spitze, karminrotes an der Basis, je nach Eisenoxidgehalt. Einzelne Gipfel ragen mehr als 670 Meter über das Tal hinaus.

Wann ist die beste Reisezeit für Zion?
Der Park ist ganzjährig geöffnet mit mehr als 300 Sonnentagen im Jahr. Jede Jahreszeit hat ihre eigenen Vorzüge:
- Frühling (März-Mai): Ideale Temperaturen (16-27 °C), Wildblumen, Wasserfälle gespeist von der Schneeschmelze. Die empfehlenswerteste, aber auch die belebteste Jahreszeit.
- Sommer (Juni-August): Intensive Hitze (bis zu 38 °C im Juli) und Gewittergefahr mit Sturzflutrisiko in den Canyons. Wanderungen unbedingt früh morgens beginnen.
- Herbst (September-Oktober): Etwas weniger Betrieb, angenehme Temperaturen und herrliches Licht auf den Felsen.
- Winter (November-Februar): Ruhig und kalt. Einige Wege können schneebedeckt oder vereist sein. Außerhalb des Pflicht-Shuttle-Zeitraums ist der Canyon auch mit dem eigenen Auto erreichbar.

Zion im Roadtrip durch den amerikanischen Westen
Zion lässt sich wunderbar in einen Grand Circle ab Las Vegas einplanen (rund 2,5 Stunden Fahrt) oder mit Bryce Canyon (1,5 Stunden) und Capitol Reef kombinieren. Wer seine Nationalpark-Abenteuer verlängern möchte: Der Yosemite-Nationalpark in Kalifornien und der Yellowstone-Nationalpark in Wyoming zählen zu den beliebtesten Zielen für Reisende aus dem deutschsprachigen Raum.
FAQ
Muss man Eintritt in den Zion-Nationalpark zahlen?
Ja. Der Eintritt beträgt 35 $ pro Fahrzeug für 7 aufeinanderfolgende Tage (30 $ für ein Motorrad, 20 $/Person zu Fuß oder mit dem Fahrrad). Seit Januar 2026 zahlen Nicht-US-Bürger ab 16 Jahren zusätzlich eine Gebühr von 100 $/Person, außer sie besitzen den America the Beautiful Pass (250 $ für Nicht-Residenten).
Braucht man das Angels-Landing-Permit für die gesamte Wanderung?
Nein. Das Permit ist nur für den Abschnitt hinter dem Scout Lookout erforderlich (der finale Grat mit den Handketten). Der Aufstieg bis zum Scout Lookout ist ohne Permit frei begehbar.
Ist das Shuttle in Zion wirklich kostenlos?
Ja. Das Zion-Canyon-Shuttle ist im Eintrittspreis enthalten, ohne Aufpreis. Es fährt vom 7. März bis zum 28. November 2026. Außerhalb dieses Zeitraums ist die Einfahrt in den Canyon mit dem eigenen Fahrzeug erlaubt.
Kann man die Narrows ohne Spezialausrüstung erkunden?
Für eine kurze Erkundung von unten ist das möglich, aber der Untergrund ist rutschig und das Wasser kann kalt sein. Ein Wanderstock und Schuhe mit griffiger Sohle sind dringend empfohlen. Für längere Touren sind Neopren-Schuhe und Gamaschen in Springdale leihbar.
Wann ist die beste Jahreszeit für den Zion-Nationalpark?
Frühling (März-Mai) und Herbst (September-Oktober) bieten die angenehmsten Bedingungen: Temperaturen zwischen 16 und 27 °C und weniger Besucherandrang als im Hochsommer. Der Sommer ist bei frühem Aufbruch ebenfalls möglich, um Hitze und Gewitterrisiko zu umgehen.





