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Auswandern in die USA: Der praktische Ratgeber

Anto · 8. Juli 2024 · 0 Min. Lesezeit

Skyline einer amerikanischen Großstadt vom Ufer aus betrachtet, Symbol für das Leben als Auswanderer in den USA
Inhaltsverzeichnis
  1. Das richtige Visum wählen
  2. Arbeitsvisa
  3. Die Green Card (unbefristete Aufenthaltserlaubnis)
  4. Krankenversicherung: das Wichtigste zuerst
  5. Was Gesundheitsleistungen wirklich kosten
  6. Was deine Krankenversicherung aus Deutschland nicht abdeckt
  7. Eine Unterkunft finden
  8. Die richtige Stadt wählen
  9. Eine Wohnung finden
  10. Die Kinder einschulen
  11. Ein Bankkonto eröffnen
  12. Mobilität
  13. Telekommunikation
  14. Steuern als Auswanderer im Griff behalten
  15. In die amerikanische Kultur einfinden
  16. FAQ
  17. Ist Frankreich für die Diversity-Visa-Lotterie berechtigt?
  18. Welche Krankenversicherung brauche ich für ein Leben in den USA?
  19. Kann ich meine Ansprüche aus der deutschen Krankenversicherung behalten, wenn ich in die USA auswandere?
  20. Was kostet das Leben in den USA?
  21. Brauche ich unbedingt ein Visum, um in die USA auszuwandern?

Wer in die USA auswandert, muss vier konkrete Herausforderungen der Reihe nach lösen: das richtige Visum sichern, die eigene Gesundheitsversorgung absichern (ein universelles Netz existiert schlicht nicht), die passende Stadt nach dem eigenen Lebensstil wählen und die Steuerpflichten in zwei verschiedenen Systemen im Griff behalten. Dieser Ratgeber bündelt alle entscheidenden Schritte für einen erfolgreichen Neustart.

Das richtige Visum wählen

Arbeitsvisa

Vier Visatypen decken den Großteil der Anträge ab:

  • H-1B: Das Arbeitsvisum für Fachkräfte schlechthin. Ein amerikanischer Arbeitgeber muss dich sponsern. Laufzeit: 3 Jahre, einmal verlängerbar (maximal 6 Jahre). Vergabe per jährlicher Lotterie: der Wettbewerb ist intensiv, und das Kontingent ist oft bereits in den ersten Monaten ausgeschöpft.
  • L-1A / L-1B: Für konzerninterne Versetzungen. L-1A richtet sich an Führungskräfte und leitende Angestellte, L-1B an Mitarbeitende mit spezialisiertem Fachwissen.
  • O-1: Vorbehalten für Personen mit außerordentlichen Fähigkeiten in ihrem Bereich (Wissenschaft, Kunst, Sport, Wirtschaft).
  • E-2: Das Investorenvisum für Unternehmer, die in den USA ein Unternehmen gründen oder übernehmen möchten. Die Investitionssumme liegt je nach Branche in der Regel zwischen 50.000 und 100.000 Dollar.

Die Green Card (unbefristete Aufenthaltserlaubnis)

Die dauerhafte Niederlassungserlaubnis lässt sich vor allem über berufliche Bürgschaft (die Wartezeit kann fünf Jahre übersteigen), Heirat mit einem US-Staatsbürger oder einem Permanent Resident, Investitionen (EB-5-Visum) oder das Diversity-Visa-Programm erlangen. Frankreich ist für dieses letzte Programm berechtigt, das sich an Staatsangehörige aus Ländern mit geringer Einwanderungsrate in die USA richtet. Allerdings hat die US-Regierung im Dezember 2025 eine Aussetzung des Programms angekündigt: Überprüfe den aktuellen Stand auf travel.state.gov, bevor du irgendeinen Schritt einleitest.

Damit du deine Abreise bis ins letzte Detail planen kannst, lies unseren Ratgeber So gelingt die Vorbereitung deiner Auslandsreise.

Krankenversicherung: das Wichtigste zuerst

Dies ist die erste Absicherung, die du regeln musst. Die USA haben kein universelles Gesundheitssystem: Jede medizinische Leistung wird vollständig in Rechnung gestellt, und die Preise sind mit europäischen Tarifen schlicht nicht vergleichbar.

Was Gesundheitsleistungen wirklich kosten

Leistung Durchschnittliche Kosten in den USA Kosten in Deutschland
Allgemeinarztbesuch ~200 $ ~25 €
CT-Scan ~1.000 $ ~100 €
Notaufnahme ~3.000 $ ~300 €
Entbindung ~30.000 $ ~3.000 €

Für 2025 wird eine medizinische Inflation von 10 % erwartet, in einem Umfeld, in dem einige Standardversicherer Preissteigerungen von 20 bis 50 % verbuchen. Die Tarife unterliegen keinerlei nationaler Regulierung.

Was deine Krankenversicherung aus Deutschland nicht abdeckt

Die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) aus Deutschland erstattet keine Behandlungskosten, die in den USA entstehen. Auch private Auslandskrankenversicherungen berechnen ihre Erstattungen auf Basis europäischer Tarife, die in keinem Verhältnis zu den tatsächlichen amerikanischen Preisen stehen. Ohne eine geeignete internationale Krankenversicherung kann ein einziger Krankenhausaufenthalt Zehntausende von Dollar Schulden verursachen.

Manche Arbeitgeber bieten eine Krankenversicherung als Teil ihres Einstellungsangebots an: Überprüfe immer die Eigenbeteiligungsobergrenzen (out-of-pocket maximum) und die jährlichen Selbstbehalte (deductible), bevor du dich ausschließlich darauf verlässt.

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Um alle Leistungsmerkmale vor dem Abschluss zu durchleuchten, lies was dir niemand vor deiner Auslandsreise über die Reiseversicherung verrät.

Eine Unterkunft finden

Die richtige Stadt wählen

Die USA bieten je nach Region völlig unterschiedliche Lebensstile. Einige praktische Orientierungspunkte:

  • New York, Los Angeles, San Francisco: dicht besiedelte Metropolen mit gut ausgebautem öffentlichen Nahverkehr und Lebenshaltungskosten, die zu den höchsten weltweit zählen.
  • Austin, Denver, Miami, Phoenix: schnell wachsende Städte mit vielen Berufschancen und deutlich erschwinglicheren Preisen.
  • Seattle, Portland: angenehmes Lebensumfeld, aktive Auswanderergemeinschaften.

Die Wohnkosten, die Qualität des Schulbezirks, die beruflichen Möglichkeiten in deiner Branche und das Klima sind die vier Kriterien, die du je nach deiner Situation gewichten solltest.

Eine Wohnung finden

Beginne mit einer Übergangsunterkunft (möblierte Wohnung, Airbnb monatlich gebucht), bevor du einen 12-Monats-Mietvertrag unterschreibst. Die Plattformen Zillow und Apartments.com sind die wichtigsten Anlaufstellen. Besuche Wohnungen nach Möglichkeit persönlich: Sicherheit und Erreichbarkeit eines Viertels lassen sich nicht anhand von Fotos beurteilen.

Die Kinder einschulen

Amerikanische öffentliche Schulen sind kostenlos und werden durch lokale Steuern finanziert, doch die Qualität variiert von Schulbezirk zu Schulbezirk erheblich. Informiere dich vor der Wohnungswahl auf GreatSchools.org über die Bewertungen des jeweiligen Schulbezirks. In Großstädten gibt es bilinguale Schulen (an das AEFE-Netz angeschlossen oder akkreditiert), allerdings sind die Schulgebühren dort beträchtlich.

Ein Bankkonto eröffnen

Die meisten amerikanischen Banken verlangen eine Sozialversicherungsnummer (Social Security Number), einen gültigen Reisepass und einen Adressnachweis. Vergleiche die Angebote von Chase, Bank of America und Wells Fargo, bevor du dich entscheidest. Behalte außerdem ein aktives europäisches Konto für internationale Überweisungen und deine steuerlichen Verpflichtungen im Heimatland.

Mobilität

In großen Metropolen (New York, Chicago, Washington D.C.) ermöglicht der öffentliche Nahverkehr ein autofreies Leben. Außerhalb dieser Zentren ist ein Auto in der Regel unverzichtbar. Dein europäischer Führerschein wird vorübergehend anerkannt, doch jeder Bundesstaat verlangt innerhalb einer bestimmten Frist die Umschreibung auf eine lokale Fahrerlaubnis: Erkundige dich gleich nach deiner Ankunft beim DMV (Department of Motor Vehicles) deines Bundesstaates.

Telekommunikation

Die wichtigsten Anbieter sind AT&T, Verizon und T-Mobile. Starte bei der Ankunft mit einer Prepaid-SIM oder einer eSIM: So kannst du die Netzabdeckung in deiner Gegend testen, bevor du dich auf einen Jahresvertrag einlässt.

Steuern als Auswanderer im Griff behalten

Das amerikanische Steuersystem ist für Ausländer komplex. Zwei Regeln sind unbedingt zu beachten:

  • Die USA besteuern alle Einwohner und Staatsbürger auf ihr weltweites Einkommen, unabhängig vom tatsächlichen Aufenthaltsort.
  • Deutschland und die USA haben ein Doppelbesteuerungsabkommen abgeschlossen, das eine doppelte Besteuerung verhindern soll: Je nach Status und Aufenthaltsdauer kannst du ganz oder teilweise in Deutschland steuerpflichtig bleiben.
  • Das deutsch-amerikanische Sozialversicherungsabkommen verhindert zudem die doppelte Rentenversicherungspflicht für entsandte Arbeitnehmer.

Wende dich direkt nach deiner Ankunft an einen Steuerberater, der beide Rechtssysteme beherrscht: Ein Fehler beim Steuerstatus kann schwerwiegende Folgen haben.

In die amerikanische Kultur einfinden

Im Alltag und im Berufsumfeld ist der Umgangston in den USA oft informell, doch die Arbeitskultur kann überraschen: Gesetzliche Urlaubstage sind rar und die Arbeitstage lang. Nützliche kulturelle Ankerpunkte: Thanksgiving (4. Donnerstag im November), Independence Day (4. Juli) und Halloween (31. Oktober) sind tief im gesellschaftlichen Leben verankert. Wer sich deutschen Auswanderervereinen oder internationalen Expat-Gruppen vor Ort anschließt, findet leichter Anschluss und praktische Unterstützung im Alltag.

Wer auch andere Auswanderungsziele in Betracht zieht, findet in unserem Ratgeber Leben auf Mauritius einen nützlichen Vergleich für ein Leben in einem ganz anderen Umfeld.

FAQ

Ist Frankreich für die Diversity-Visa-Lotterie berechtigt?

Ja, Frankreich ist für das Diversity-Visa-Programm (auch bekannt als Green Card Lottery) berechtigt, das sich an Staatsangehörige aus Ländern mit geringer Einwanderungsrate in die USA richtet. Allerdings hat die US-Regierung im Dezember 2025 eine Aussetzung des Programms angekündigt. Rufe travel.state.gov auf, um den aktuellen Stand zu prüfen, bevor du irgendeinen Schritt einleitest.

Welche Krankenversicherung brauche ich für ein Leben in den USA?

Eine internationale Krankenversicherung mit spezifischer USA-Deckung ist unerlässlich. Die gesetzliche Krankenversicherung aus Deutschland übernimmt auf amerikanischem Boden keine Kosten, und eine einfache Auslandskrankenversicherung reicht für einen Langzeitaufenthalt bei Weitem nicht aus. Prüfe vor dem Abschluss die Erstattungsobergrenzen, Selbstbehalte und Ausschlüsse. Ein Arztbesuch kostet bereits 200 Dollar, ein Krankenhausaufenthalt kann 30.000 Dollar übersteigen.

Kann ich meine Ansprüche aus der deutschen Krankenversicherung behalten, wenn ich in die USA auswandere?

Das hängt von deinem Status ab. Als entsandter Arbeitnehmer eines deutschen Unternehmens kannst du unter bestimmten Voraussetzungen weiterhin dem deutschen Sozialversicherungssystem unterliegen. Das deutsch-amerikanische Sozialversicherungsabkommen verhindert grundsätzlich eine doppelte Rentenversicherungspflicht für entsandte Arbeitnehmer mit deutschem Arbeitgeber.

Was kostet das Leben in den USA?

Die Lebenshaltungskosten variieren je nach Stadt erheblich. New York und San Francisco gehören zu den teuersten Metropolen weltweit. Austin, Phoenix oder Denver bieten ein deutlich besseres Preis-Leistungs-Verhältnis. Die Gesundheitskosten werden systematisch unterschätzt: Plane eine solide internationale Krankenversicherung und ausreichende finanzielle Rücklagen ein, bevor du aufbrichst.

Brauche ich unbedingt ein Visum, um in die USA auszuwandern?

Ja. Als Tourist kannst du mit dem ESTA bis zu 90 Tage einreisen, aber wer sich niederlassen, arbeiten oder ein Unternehmen gründen möchte, braucht zwingend ein entsprechendes Visum. Wer ohne gültiges Arbeitsvisum tätig wird, riskiert die Ausweisung und ein Einreiseverbot für die USA.

Quellen

  • Offizielles US-Außenministerium: Bedingungen und aktueller Status des Diversity-Visa-Programms (Green Card Lottery) travel.state.gov