Auf Mauritius auszuwandern ist für europäische Staatsangehörige ein realistisches Vorhaben, vorausgesetzt, du besorgst dir vor der Einreise die richtige Aufenthaltserlaubnis. Die Insel punktet mit einem attraktiven Steuersystem, Lebenshaltungskosten, die schätzungsweise rund 38 % unter dem deutschen Niveau liegen, und einem multikulturellen Umfeld, das die Integration spürbar erleichtert. Seit 2025 laufen alle Behördengänge über die Plattform NELS (National e-Licensing System) des Economic Development Board (EDB).
Die richtige Region auf Mauritius wählen
Die Insel gliedert sich in mehrere Zonen mit sehr unterschiedlichem Charakter. Die Wahl deiner Region bestimmt deinen Alltag, dein Wohnbudget und deinen Zugang zu Dienstleistungen.
Der Norden: kosmopolitisch und lebendig
Grand Baie gilt als inoffizielle Hauptstadt der Expat-Community. Restaurants, internationale Supermärkte, Privatschulen und Vereine sind hier auf engstem Raum konzentriert. Es ist auch die teuerste Zone der Insel, was Mieten betrifft, und eine der geschäftigsten.
Die Westküste: Surfen, Sonne und Familienleben
Tamarin und Flic en Flac ziehen Familien und Wassersportbegeisterte an. Das Klima ist besonders trocken und sonnig. Tamarin verzeichnete in den letzten Jahren einen starken Preisanstieg, der die hohe Expat-Nachfrage widerspiegelt. Die Atmosphäre ist ruhiger und wohnlicher als im Norden.
Das Hochplateau: Kühle Luft und wirtschaftliche Dynamik
Moka, Quatre Bornes und Curepipe bieten dank ihrer Höhenlage ein etwas frischeres Klima, gute Schulen und eine kurze Anbindung an die Wirtschaftszentren. Dieser Bereich wird häufig von Berufstätigen bevorzugt, die vor Ort arbeiten.
Aufenthaltserlaubnisse für Mauritius
Die nachstehend genannten Schwellenwerte und Bedingungen entsprechen dem Stand von 2026 gemäß den verfügbaren Quellen. Sie können sich rasch ändern: Überprüfe immer die offiziellen Bedingungen auf der Website des EDB (edbmauritius.org), bevor du einen Antrag stellst.
Der Occupation Permit (OP)
Den Occupation Permit gibt es in drei Varianten, je nach beruflicher Situation:
- Angestellte Fachkraft: monatliches Mindestgrundgehalt von MUR 60.000 (rund 1.300 USD) laut EDB. Dieser Schwellenwert sinkt auf MUR 30.000 für die Bereiche ICT, Callcenter und Pharmaindustrie sowie auf MUR 25.000 für Berufseinsteiger (Regelung in Kraft seit Dezember 2025). Laufzeit: 3 Jahre, verlängerbar.
- Investor: Anfangsinvestition von mindestens 50.000 USD und ein Jahresumsatz von mindestens 4 Millionen MUR in den ersten fünf Jahren (oder 100.000 USD bei einem reduzierten Umsatzschwellenwert von 3 Millionen MUR/Jahr) laut EDB.
- Selbstständige (Self-Employed): Mindestumsatz von 3 Millionen MUR pro Jahr über 5 Jahre.
Das Premium Visa
Das Premium Visa wurde für Fernarbeiter und digitale Nomaden geschaffen und setzt ein monatliches Einkommen von mindestens 1.500 USD pro Erwachsenem voraus, das ausschließlich aus ausländischen Quellen stammen muss. Es erlaubt das ortsunabhängige Arbeiten für Kunden außerhalb von Mauritius. Laufzeit: 1 Jahr, verlängerbar.
Der Retired Non-Citizen Permit
Dieses Permit ist Personen über 50 Jahren vorbehalten und erfordert eine monatliche Überweisung von mindestens 2.000 USD auf ein mauritisches Bankkonto. Laufzeit: 10 Jahre, verlängerbar.
Die Permanent Residence (PRP)
Der häufigste Weg führt über 3 Jahre Occupation Permit mit einem monatlichen Gehalt von mindestens MUR 150.000 über drei aufeinanderfolgende Jahre. Sie ist außerdem durch den Kauf einer EDB-genehmigten Immobilie im Wert von mindestens 375.000 EUR in den EDB-Programmen zugänglich.
Meinen Aufenthalt von Anfang an absichernWohnen: erst mieten, dann kaufen
Die Miete: erster Schritt für Expats
Bei einem ersten Umzug empfiehlt sich die Miete: Sie gibt dir die Zeit, die Region zu finden, die am besten zu dir passt. Im Jahr 2025 wurden folgende Preisspannen beobachtet:
- 300 bis 700 EUR/Monat für eine Einzimmerwohnung, je nach Lage
- 600 bis 1.000 EUR/Monat für eine Zwei- bis Dreizimmerwohnung in einer bewachten Anlage im Norden oder Westen
In den bei Expats beliebten Gebieten steigen die Preise weiter, besonders in Tamarin und Grand Baie.
Immobilienkauf für Nicht-Staatsbürger
Ausländer können im Rahmen EDB-genehmigter Programme eine Immobilie erwerben: Property Development Scheme (PDS) oder Smart City Scheme. Ein Immobilienkauf ab 375.000 EUR in diesen Programmen berechtigt zur Aufenthaltserlaubnis. Außerhalb dieser Programme unterliegt der Grunderwerb durch Nicht-Staatsbürger gesetzlichen Beschränkungen.
Die Zusammenarbeit mit einer anerkannten Immobilienagentur und einem lokalen Notar ist unerlässlich, um die Transaktion rechtssicher abzuwickeln.
Lebenshaltungskosten: günstiger als in Deutschland, aber ungleichmäßig
Die Lebenshaltungskosten auf Mauritius liegen schätzungsweise rund 38 % unter dem deutschen Niveau, wenn man lokal lebt. Sobald du europäische Importprodukte konsumierst (Käse, Wein, Elektronik), schmilzt der Unterschied dahin oder kehrt sich sogar um.
Einige praktische Richtwerte:
- Wohnen: siehe die oben genannten Preisspannen, mit steigender Tendenz in Expat-Gebieten
- Lebensmittel: Auf den lokalen Märkten lässt sich gut für 300 bis 400 EUR/Monat pro Person essen; Supermärkte mit Importwaren sind deutlich teurer
- Internet: rund 30 EUR/Monat (Qualität unter deutschem Glasfaserniveau)
- Strom: rund 120 EUR/Monat, Wasser bis zu einem bestimmten Verbrauchsschwellenwert nahezu kostenlos
- Transport: Benzin ist staatlich reguliert auf rund 1,16 EUR/Liter; öffentliche Verkehrsmittel sind günstig, aber für längere Strecken wenig zuverlässig
- Privatschulgebühren: rund 17.000 MUR/Monat (etwa 310 EUR) für eine internationale oder französischsprachige Schule, direkt bei der jeweiligen Einrichtung zu erfragen
Steuern: die Vorteile des mauritischen Systems
Mauritius erhebt eine Flat Tax von 15 % auf Einkommen natürlicher Personen und Unternehmensgewinne. Dividenden, Kapitalgewinne, Erbschaften und Schenkungen sind steuerfrei. Ein Doppelbesteuerungsabkommen verbindet Mauritius und Deutschland und schützt in Mauritius ansässige Deutsche vor einer doppelten Besteuerung.
Diese Vorteile gelten unter bestimmten Voraussetzungen und können sich je nach Status und Herkunftsland ändern. Eine Beratung durch einen auf mauritisches Steuerrecht spezialisierten Berater wird empfohlen, bevor du Entscheidungen triffst.
Gesundheit: öffentliches und privates System kombinieren
Mauritius verfügt über ein Netz aus Krankenhäusern und öffentlichen Gesundheitszentren, die Dauereinwohnern kostenlos zugänglich sind. In der Praxis bevorzugen viele Expats Privatkliniken wegen der kürzeren Wartezeiten und der höheren Versorgungsqualität.
Bevor du deine Aufenthaltserlaubnis erhältst, ist eine internationale Krankenversicherung unverzichtbar: Sie deckt Arztkosten, Krankenhausaufenthalte und, je nach gewähltem Tarif, auch den medizinischen Notfalltransport ab. Gerade in den ersten Monaten nach der Ankunft ist das ein wesentliches Sicherheitsnetz.
Um dich auf deinen Umzug vorzubereiten und mehr über die Ressourcen vor Ort zu erfahren, bietet die Agentur Smart Traveller praktische Informationen über den Alltag auf Mauritius.
Kultur und Integration: ein Schmelztiegel zum Kennenlernen
Die mauritische Bevölkerung ist das Ergebnis einer einzigartigen historischen Vermischung: Nachkommen indischer Einwanderer (Hindus und Muslime), Sino-Mauritianer, kreolische Afro-Mauritianer und Franco-Mauritianer. Die Amtssprachen sind Französisch und Englisch, doch das mauritische Kreolisch ist die Sprache des Alltags.
Die Integration gelingt durch einfache Gesten: nationale Feiertage miterleben (Divali, Cavadee, Eid, Weihnachten), die Sonntagsmärkte besuchen, ein paar Worte Kreolisch lernen. Diskretion und die Beachtung lokaler Umgangsformen erleichtern die Akzeptanz in Wohnvierteln erheblich.
Wenn du mehrere Auswanderungsziele vergleichst, bietet unser Ratgeber In die USA auswandern: Tipps für einen erfolgreichen Start einen nützlichen Vergleichspunkt zu Behördengängen und Lebensqualität.
FAQ
Welches Visum brauche ich, um von Deutschland aus nach Mauritius auszuwandern?
Deutsche Staatsangehörige benötigen für einen Aufenthalt bis zu 90 Tagen kein Visum. Für einen dauerhaften Umzug gibt es je nach Profil verschiedene Möglichkeiten: den Occupation Permit (Angestellte, Investoren oder Selbstständige), das Premium Visa für Fernarbeiter mit ausländischen Einkünften oder den Retired Non-Citizen Permit für Personen über 50 Jahren. Alle Anträge werden über die NELS-Plattform des EDB eingereicht.
Wie viel muss ich verdienen, um einen Occupation Permit als Angestellte(r) auf Mauritius zu erhalten?
Laut EDB beträgt das monatliche Mindestgrundgehalt MUR 60.000 (rund 1.300 USD) für das Standardprofil. Dieser Schwellenwert sinkt auf MUR 30.000 für die Bereiche ICT, Callcenter und Pharmaindustrie sowie auf MUR 25.000 für Berufseinsteiger (seit Dezember 2025). Diese Werte können angepasst werden: Prüfe die genauen Bedingungen auf der offiziellen EDB-Website zum Zeitpunkt deines Antrags.
Ist Mauritius sicher für Expats?
Mauritius gilt als eines der stabilsten Länder Afrikas mit einer niedrigen Gewaltkriminalitätsrate. Kleinkriminalität (Taschendiebstahl, Einbrüche) kommt in bestimmten Touristenzonen vor. Expats empfehlen, keinen übertriebenen Wohlstand zur Schau zu stellen und die eigene Unterkunft gut zu sichern.
Können Kinder von Expats die öffentliche Schule auf Mauritius besuchen?
Das öffentliche Schulsystem ist kostenlos, mit Unterricht auf Englisch und Französisch. Die Qualität variiert je nach Einrichtung. Die meisten Expat-Familien entscheiden sich für Privat- oder internationale Schulen, deren Kosten bei rund 17.000 MUR pro Monat (etwa 310 EUR) liegen, direkt bei der jeweiligen Schule zu erfragen.
Brauche ich eine Krankenversicherung, um auf Mauritius zu leben?
Ja, besonders zu Beginn des Aufenthalts. Bevor du eine Aufenthaltserlaubnis erhältst, hast du nicht in gleicher Weise Zugang zum öffentlichen Gesundheitssystem wie ein Dauereinwohner. Eine Reise- oder Expatriate-Krankenversicherung deckt Arztkosten, Krankenhausaufenthalte und den Notfalltransport ab, der ohne geeigneten Versicherungsschutz schnell mehrere Zehntausend Euro kosten kann.





